Face­book-Chef ein Volks­ver­het­zer?

tz - - REPORT -

We­gen des Ver­dachts der Volks­ver­het­zung hat die Staats­an­walt­schaft Mün­chen I nach An­ga­ben ei­nes An­walts Er­mitt­lun­gen ge­gen füh­ren­de Ver­ant­wort­li­che des USIn­ter­net­kon­zerns Face­book ein­ge­lei­tet. Es wer­de so­wohl ge­gen Un­ter­neh­mens­chef Mark Zu­cker­berg als auch ge­gen neun wei­te­re Ma­na­ger er­mit­telt, er­klär­te der Würz­bur­ger An­walt Chan-jo Jun am Frei­tag auf sei­ner In­ter­net­sei­te. Na­ment­lich geht es da­bei un­ter an­de­rem um Face­book-Ge­schäfts­füh­re­rin She­ryl Sand­berg so­wie um den Eu­ro­paChef­lob­by­is­ten Richard Al­lan und des­sen Ber­li­ner Kol­le­gin Eva-Ma­ria Kirsch­sie­per.

Ei­ne An­zei­ge bei der Staats­an­walt­schaft Ham­burg ge­gen Zu­cker­berg, Sand­berg und wei­te­re Spit­zen­ma­na­ger war An­fang des Jah­res noch fol­gen­los ge­blie­ben, weil sich die Be­schul­dig­ten, so die Be­grün­dung, au­ßer­halb des Zu­stän­dig­keits­be­reichs der deut­schen Jus­tiz auf­hiel­ten. Er­mitt­lungs­ver­fah­ren ge­gen deut­sche Face­book-Ver- tre­ter wur­den ein­ge­stellt. „Bis­lang hat­te die Jus­tiz oft schlicht kei­nen Bock dar­auf, sich da­mit aus­ein­an­der­zu­set­zen“, sag­te Jun ge­gen­über der Frank­fur­ter All­ge­mei­nen Zei­tung. Run­de Ti­sche wür­den nicht wei­ter­hel­fen. Des­halb fragt der An­walt: „Wol­len wir un­se­re Ge­set­ze durch­set­zen? Sonst ad­op­tie­ren wir die Com­mu­ni­ty­stan­dards ei­nes Un­ter­neh­mens für ei­nen ganz we­sent­li­chen Teil des ge­sell­schaft­li­chen Le­bens.“

Die Staats­an­walt­schaft Mün­chen I war für ei­ne Stel­lung­nah­me zu der neu­er­li­chen Straf­an­zei­ge zu­nächst nicht zu er­rei­chen. Das Ver­fah­ren geht auf ei­ne Straf­an­zei­ge des Ju­ris­ten Jun zu­rück, in der „ins­ge­samt 438 In­hal­te mit straf­recht­li­cher Re­le­vanz, dar­un­terVolks­ver­het­zung, Ge­walt­dar­stel­lung und Un­ter­stüt­zung ter­ro­ris­ti­scher Ver­ei­ni­gun­gen“ge­nannt wür­den.

„Die ver­ant­wort­li­chen Mit­ar­bei­ter ver­stie­ßen dar­auf­hin ge­gen deut­sches Recht, in­dem sie die il­le­ga­len In­hal­te auf Face­book nach Kennt­nis­nah- me nicht vom Netz nah­men und wei­ter öf­fent­lich zu­gäng­lich mach­ten“, er­klär­te der An­walt.

Der Ju­rist will er­rei­chen, dass Face­book ei­ne emp­find­li­che Mil­lio­nen­stra­fe zah­len muss. Sei­ne Ar­gu­men­ta­ti­on: Face­book ha­be ei­nen wirt­schaft­li­chen Vor­teil vom Be­trieb sei­nes Por­tals in Deutsch­land er­langt, ob­wohl es zwin­gend in Kauf ge­nom­men ha­be, dass rechts­wid­ri­ge In­hal­te ver­brei­tet wer­den. Jun hat für Face­book ei­nen wirt­schaft­li­chen Vor­teil von im­mer­hin rund 300 Mil­lio­nen Eu­ro er­rech­net.

Face­book-Chef Mark Zu­cker­berg soll nach dem Wil­len ei­nes An­walts ei­ne Mil­lio­nen­stra­fe be­zah­len Ju­rist Chan-jo Jun klagt an

Fs.: fkn

Face­book-Ge­schäfts­füh­re­rin She­ryl Sand­berg

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