-Kri­tik

tz - - SPORT - MO­RITZ EG­GERT

Das für mich we­sent­lich schö­ne­re Lied, nach ei­nem Text von H. Blo­meHam­burg, ehe­mals Tor­wart der Mann­schaft 1 b. An­schei­nend hat­te man schon da­mals ei­ne B-Mann­schaft, falls die A-Mann­schaft un­päss­lich war oder ge­ra­de je­mand sein Haus an­ge­zün­det hat­te. „Blo­meHam­burg“– et­wa ein Sau­preiß? Vi­el­leicht er­klärt das die Tat­sa­che, dass trotz der schö­nen Kom­po­si­ti­on schon zwei Jah­re spä­ter (1907) das plat­te­re „Bay­ern­lied“fol­gen muss­te. Fast wie Schu­mann klingt das har­mo­nisch we­sent­lich raf­fi­nier­ter ge­setz­te Rot und Weiß. Be­son­ders zu ge­fal­len weiß die Me­lo­die­va­ria­ti­on bei der Wie­der­ho­lung des Re­frains Hel­le Lie­der lasst uns sin­gen – erst geht die Me­lo­die ganz tief run­ter, dann geht sie wie­der rauf, ge­nau­so wie der 1. FC Köln. An­sons­ten ist viel von Treue die Re­de und der Text klingt wie ein ho­mo­ero­tisch an­ge­hauch­tes Sauf­lied ei­ner Bur­schen­schaft, an­sons­ten sprä­che man nicht von „Rein­heit“(Un­schuld) und „Blü­ten“(no com­ment). Als ge­ra­de­zu pro­phe­tisch mu­tet die Zei­le „Nur die wahr­haft um dich war­ben, Ste­hen treu ver­sam­melt hier“an, man kann nur mut­ma­ßen, wie schwie­rig es schon da­mals war, Dau­er­kar­ten zu er­wer­ben. Auch bei die­sem Stück bleibt der Kom­po­nist der Me­lo­die (wie­der har­mo­nisch im Stil der Zeit re­kon­stru­iert) un­ge­nannt. Wenn er lan­ge ge­lebt hat, wä­re das Stück even­tu­ell heu­te noch GEMApflich­tig. Die Vi­de­os sind un­ter www.er­folgs­fans. com/er­folgs­lie­der/ ab­ruf­bar. Äl­te­re FCB-Fans, die die­se Lie­der noch in Er­in­ne­rung ha­ben, dür­fen sich ger­ne bei den Pro­jekt-Ma­chern mel­den.

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