Rat­haus han­delt schnell und rich­tig

tz - - POLITIK -

So schnell han­delt die Stadt sel­ten: Am 10. Ok­to­ber be­rich­te­te die tz dar­über, dass die An­woh­ner und Ge­schäfts­leu­te rund um den Haupt­bahn­hof sich über die Ver­wahr­lo­sung ih­res Vier­tels be­schwer­ten. Al­ko­hol- und Dro­gen­ex­zes­se, Pro­sti­tu­ier­te, Bett­ler und her­um­lun­gern­de Ta­ge­löh­ner wur­den be­klagt. Und jetzt ist es amt­lich: Der Haupt­bahn­hof hat vor al­lem ein nächt­li­ches Al­ko­hol­pro­blem! Denn die Zahl der nächt­li­chen Ge­walt­de­lik­te hat sich in nur ei­nem Jahr mehr als ver­dop­pelt. Und weit über je­de zwei­te Ge­walt­tat hat et­was mit Al­ko­hol zu tun. Fol­ge­rich­tig will die Stadt nun den Kon­sum von Al­ko­hol auf den Stra­ßen und Plät­zen rund um den Bahn­hof ver­bie­ten. Wer sich nicht dar­an hält, wird des Plat­zes ver­wie­sen und muss mit ei­nem Buß­geld rech­nen. Das ist gut so. Doch wie geht es wei­ter? Zu mehr Vi­deo­ka­me­ras kann sich noch nie­mand durch­rin­gen. Tat­säch­lich konn­ten die be­ste­hen­den Ka­me­ras der Po­li­zei den An­stieg der De­lik­te nicht ver­hin­dern. Die Po­li­zei tut auf der Stra­ße al­les, um Dro­gen­han­del und Pro­sti­tu­ti­on ein­zu­däm­men. Ob es da noch schwar­ze She­riffs braucht, ist frag­lich. Die Bahn könn­te et­was tun, um ih­rer­seits das Ge­län­de nicht so schumm­rig er­schei­nen zu las­sen. Im­mer­hin: Ab kom­men­den Jahr wird mit dem Bau der 2. Stamm­stre­cke die al­te Sta­ti­on Stück für Stück ab­ge­ris­sen und neu ge­baut. Bleibt zu er­wäh­nen, dass man Bett­ler, Pro­sti­tu­ier­te und Ta­ge­löh­ner so lan­ge am Bahn­hof se­hen wird, wie die­se Men­schen in ih­rer Hei­mat am Bal­kan kei­ne Le­bens­grund­la­ge fin­den. Über mehr Hil­fen für sie re­det aber kei­ner.

Ob es da noch schwar­ze She­riffs braucht, ist frag­lich

Jo­han­nes Wel­te

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.