Rei­se­bus stürzt ab

tz - - BAYERN -

Jä­hes En­de ei­ner Ur­laubs­fahrt: 26 Pas­sa­gie­re ei­nes Rei­se­bus­ses aus Augs­burg sind am Zir­ler Berg in Ti­rol knapp an ei­ner Ka­ta­stro­phe vor­bei­ge­schrammt. Ei­ne Fahr­an­fän­ge­rin (18) aus München war mit ih­rem Au­to auf der en­gen Pass­stra­ße mit dem Bus zu­sam­men­ge­prallt. Das ton­nen­schwe­re Ge­fährt rutsch­te dar­auf­hin ei­ne Bö­schung hin­ab. Nur durch viel Ge­schick des Bus­fah­rers (49) stürz­te der Dop­pel­de­cker nicht kom­plett ab. Die Pas­sa­gie­re ka­men al­le­samt mit dem Schre­cken da­von. Doch die jun­ge Fah­re­rin und ih­re Mut­ter im Au­to wur­den schwer ver­letzt.

Der ge­naue Her­gang des Un­glücks war laut ös­ter­rei­chi­scher Po­li­zei auch am Sonn­tag noch un­klar. Spu­ren auf dem As­phalt der viel be­fah­re­nen Ver­bin­dung von Ös­ter­reich ins baye­ri­sche Mit­ten­wald zeig­ten je­doch, dass die Fahr­an­fän­ge­rin un­mit­tel­bar vor ei­ner schar­fen Rechts­kur­ve voll ge­bremst ha­be. „Dann kann man die Kur­ve nicht mehr krie­gen“, so ein Po­li­zei­spre­cher. Die 18-jäh­ri­ge Münch­ne­rin und ih­re Mut­ter ge­rie­ten auf die Ge­gen­spur, wo das Au­to der bei­den mit dem berg­auf­wärts fah­ren­den Rei­se­bus zu­sam­men­stieß.

Der Bus roll­te nach dem Zu­sam­men­prall auf der stark ab­schüs­si­gen Stra­ße rück­wärts, stieß ge­gen drei wei­te­re Au­tos und fuhr über den Fahr­bahn­rand hin­aus über ei­ne Bö­schung. Dem er­fah­re­nen Bus­fah­rer ge­lang es je­doch, sein Fahr­zeug so an Bäu­me an­zu­le­gen, dass es we­der um­stürz­te noch die Bö­schung kom­plett hin­un­ter­stürz­te.

Schlimm traf es hin­ge­gen Mut­ter und Toch­ter aus München. Die Frau­en wur­den durch den Zu­sam­men­stoß an den Bei­nen ein­ge­klemmt und muss­ten aus dem Wrack ge­schnit­ten wer­den. Wäh­rend es der Toch­ter schon bes­ser ge­he, ge­be es „be­züg­lich der Mut­ter kei­ne po­si­ti­ven Nach­rich­ten“, sag­te ein Po­li­zei­spre­cher am Sonn­tag. „Sie wird si­cher­lich in der nächs­ten Zeit nicht zum Un­fall­her­gang be­fragt wer­den kön­nen.“

Den Tou­ris­ten ging es nach dem Zu­sam­men­stoß vom Frei­tag­abend so­weit gut. Auch der Bus­fah­rer ma­che ei­nen „ge­fass­ten Ein­druck“, sag­te Ge­schäfts­füh­rer Phil­ipp Hör­mann von Hör­mann Rei­sen aus Augs­burg. „Er ist ein Rou­ti­nier auf der Stra­ße.“Nach dem Un­fall ha­be er sich als Ers­tes um sei­ne Pas­sa­gie­re ge­küm­mert. Dank des Ein­sat­zes des Bus­fah­rers hät­ten die Ita­li­en­ur­lau­ber das Fahr­zeug weit­ge­hend schon ver­las­sen ge­habt, als die Po­li­zei an­rück­te, sag­te Hör­mann. Er selbst mach­te sich am Abend noch auf zum Un­fall­ort. Ei­ni­ge Rei­sen­de sei­en in ei­ner Gast­stät­te ver­sorgt wor­den, an­de­re ins Kran­ken­haus ge­kom­men. Das hät­ten sie aber noch am Abend ver­las­sen kön­nen, so­dass ein Er­satz­bus al­le in der Nacht zu­rück­brach­te. Die Rei­sen­den im Al­ter von 40 bis 75 Jah­ren aus der Re­gi­on Augs­burg wa­ren auf dem Rück­weg aus dem ita­lie­ni­schen Ort Aba­no Ter­me in Ve­ne­ti­en. Die Tour ge­hört zu den Klas­si­kern des Augs­bur­ger Rei­se­un­ter­neh­mens.

Fo­tos: dpa, zei­tungs­fo­to.at

Drei wei­te­re Au­tos wur­den bei dem Un­fall eben­falls be­schä­digt. Die Ret­ter wa­ren mit ei­nem Groß­auf­ge­bot vor Ort

Der Bus schlit­ter­te ge­gen Bäu­me, die wie ein Fang­netz wirk­ten. Spä­ter wur­de er auf die Stra­ße ge­zo­gen

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