Zeit­bom­be Blut­hoch­druck

tz - - REPORT -

■ Wich­tig ist ein ge­sun­der Le­bens­stil: re­gel­mä­ßi­ge Aus­dau­er­be­las­tung (flot­tes Ge­hen, Rad­fah­ren, Jog­gen, Schwim­men), mög­lichst fünf­mal pro Wo­che je 30 Mi­nu­ten und die Nor­ma­li­sie­rung des Kör­per­ge­wichts, ge­sun­de Er­näh­rung, we­nig Salz (sie­he Ar­ti­kel un­ten), we­nig Al­ko­hol, Ver­zicht aufs Rau­chen. Ein ge­sun­der Le­bens­stil trägt sehr da­zu bei, Ih­ren Blut­druck zu nor­ma­li­sie­ren. ■ Wenn Sie Me­di­ka­men­te ein­neh­men müs­sen, dann er­mög­licht der ge­sun­de Le­bens­stil, dass Sie mit ei­ner ge­rin­ge­ren Do­sis Ih­rer blut­druck­sen­ken­den Me­di­ka­men­te aus­kom­men. Au­to­ma­tisch ver­rin­gern sich da­durch die Ne­ben­wir­kun­gen.

Kon­trol­lie­ren Sie Ih­ren Blut- ruck nach Mög­lich­keit in re­gel­mä­ßi­gen Ab­stän­den selbst und hal­ten Sie die ge­mes­se­nen Wer­te schrift­lich fest (z. B. im Blut­druck-Pass, den man bei der Herz­stif­tung kos­ten­los be­stel­len kann; Te­le­fon 069/ 955128-400, be­stel­lung@herz­stif­tung.de). ■ Auch wenn der Blut­druck gut ein­ge­stellt ist und Sie sich wohl­füh­len, sind re­gel­mä­ßi­ge Kon­trol­len beim Arzt, z. B. in sechs­mo­na­ti­gen Ab­stän­den, nö­tig.

Wenn Sie ACE-Hem­mer, ar­ta­ne oder Di­ure­ti­ka neh­men, müs­sen die Nie­ren­funk­ti­on und der Ka­li­um­spie­gel re­gel­mä­ßig über­prüft wer­den: vor Be­ginn der The­ra­pie, 4 Wo­chen da­nach, nach 3 Mo­na­ten und dann in halb­jähr­li­chen Ab­stän­den.

Neh­men Sie die Me­di­ka­men­te ge­nau so ein, wie sie der Arzt ver­ord­net. Än­dern Sie die Do­sie­rung und die Ein­nah­me­häu­fig­keit der ver­ord­ne­ten Me­di­ka­men­te nie auf ei­ge­ne Faust. Wenn Sie zum Bei­spiel mei­nen, dass bei Ih­nen we­ni­ger Me­di­ka­men­te oder ei­ne nied­ri­ge­re Do­sie­rung aus­rei­chen, ver­rin­gern Sie Ih­re Me­di­ka­ti­on nie selbst, son­dern spre­chen mit Ih­rem Arzt.

Güns­tig ist ei­ne Me­di­ka­men- ten­box, die Sie stets sicht­bar vor Au­gen ha­ben, da­mit Sie die Ein­nah­me nicht ver­ges­sen.

Falls Sie das Ge­fühl ha­ben, dass die Me­di­ka­men­te un­an­ge­neh­me Ne­ben­wir­kun­gen aus­lö­sen, spre­chen Sie mit Ih­rem Arzt. ■ Wenn Ihr Blut­druck durch die The­ra­pie nicht aus­rei­chend ge­senkt wird, spre­chen Sie mit Ih­rem Arzt und ge­hen Sie den fol­gen­den Fra­gen nach:

Ha­ben Sie die Me­di-

Was hat ei­gent­lich die Nie­re mit un­se­rem Blut­druck zu tun, und wie­so ist ge­ra­de zu viel Salz im Es­sen so ge­fähr­lich? Im gro­ßen Herz­stif­tungs­Rat­ge­ber (s. rechts) er­klärt Prof. Dr. Tho­mas Eschen­ha­gen die Zu­sam­men­hän­ge.

Die Nie­re spielt ei­ne zen­tra­le Rol­le in der Blut­druck­re­gu­la­ti­on, weil sie für die Ba­lan­ce der Blut­sal­ze ent­schei­dend ver­ant­wort­lich ist. Im Prin­zip muss die Nie­re ex­akt die Men­ge Salz, die man mit der Nah­rung auf­nimmt, auch wie­der aus­schei­den (bis auf ge­rin­ge Men­gen, die man im Schweiß und im Stuhl ver­liert). Schon bei kleins­ten Ab­wei­chun­gen hat man zu viel oder zu we­nig Salz im Kör­per.

Die Ge­samt­men­ge an Salz im Blut und im gan­zen Kör­per ent­schei­det über die Blut­men­ge und die Emp­find­lich­keit der Blut­ge­fä­ße ge­gen­über Blut­druck­erhö­hern wie Ad­re­na­lin und An­gio­ten­sin. Wenn man zu we­nig hat, ist der Blut­druck zu nied­rig (z. B. nach ei­nem Ma­ra­thon­lauf oh­ne aus­rei­chen­de Zu­fuhr von Was­ser und Sal­zen). Hat man zu viel, ist der Blut­druck rasch er­höht. Al­le Me­di­ka­men­te, die die Sal­zaus­schei­dung über die Nie­re hem­men (z. B. Di­clofe­nac, Ibu­pro­fen und al­le an­de­ren Schmerz­mit- ka­men­te ver­ges­sen?

Le­bens­stil­fak­to­ren? Zu viel Salz, zu viel Al­ko­hol? Zu we­nig Be­we­gung, Ge­wichts­zu­nah­me?

Ha­ben Sie Me­di­ka­men­te ein­ge­nom­men, die den Blut­druck er­hö­hen?

Sch­merz-/Rheu­ma­mit­tel wie Di­clofe­nac, Ibu­pro­fen, Na­pro­xen, Ver­hü­tungs­mit­tel (Pil­le), Cor­ti­son?

Sind an­de­re Er­kran­kun­gen die Ur­sa­che für den Blut­hoch­druck (se­kun­dä­re Hy­per­to­nie)? Zum Bei­spiel: Schlaf­apnoe (Schnar­chen mit län­ge­ren Atem­pau­sen und Ta­ges­mü­dig­keit), Nie­ren­er­kran­kun­gen, Aor­te­nisth­muss­te­no­se (Ve­ren­gung der Aor­ta), er­höh­te Hor­mon­pro­duk­ti­on (Al­dos­te­ron, Ad­re­na­lin, No­r­ad­re­na­lin, Schild­drü­sen­hor­mo­ne, Cor­ti­son)? Ex­per­ten der Deut­schen Herz­stif­tung ha­ben gol­de­ne Re­geln für die Blut­druck­mes­sung zu­sam­men­ge­stellt:

■ Die Mes­sung frü­hes­tens nach 5 Mi­nu­ten im ent­spann­ten Sit­zen (oh­ne kör­per­li­che und see­li­sche Be­las­tun­gen) vor­neh­men, da­bei den Un­ter­arm auf ei­ner Un­ter­la­ge la­gern, so­dass die Blut­druckm­an­schet­te am Ober­arm auf Herz­hö­he liegt. ■ Bei der ers­ten Mes­sung an bei­den Ar­men mes­sen; maß­geb­lich für die Dia­gno­se ist der Arm mit den hö­he­ren Mess­wer­ten. Im Fol­gen­den soll­te im­mer an die­sem Arm ge­mes­sen wer­den. ■ Der Blut­druck soll­te zwei- oder drei­mal hin­ter­ein­an­der, je­weils mit ei­ner hal­ben Mi­nu­te Pau­se, ge­mes­sen wer­den. Er­fah­rungs­ge­mäß kommt es mit der Zeit zu ei­nem ge­wis­sen Blut­druck­ab­fall. Maß­geb­lich für die Dia­gno­se ist der Durch­schnitts­wert der letz­ten bei­den Mes­sun­gen. tel vom Typ der so­ge­nann­ten nicht­ste­ro­ida­len An­ti­rheu­ma­ti­ka), da­ge­gen nicht Par­acet­amol, Met­ami­zol, Opia­te, aber auch das im La­kritz ent­hal­te­ne Car­ben­oxo­lon, er­hö­hen den Blut­druck.

Di­ure­ti­ka (Ent­wäs­se­rungs­mit­tel) da­ge­gen er­hö­hen die Sal­zaus­schei­dung über die Nie­re und sen­ken da­her den Blut­druck. Ver­ein­facht aus­ge­drückt glei­chen Di­ure­ti­ka un­se­ren über­mä­ßi­gen Salz­kon­sum aus. Wäh­rend die Nie­ren­wir­kung der ein­zi­ge be­deut­sa­me Ef­fekt der Di­ure­ti­ka ist, häu­fig ■ Bei er­höh­ten Blut­druck­wer­ten ist es rat­sam, den Blut­druck mehr­mals am Tag und an meh­re­ren Ta­gen in der Wo­che zu mes­sen und die Wer­te ■ zu pro­to­kol­lie­ren. Die­ses Blut­druck-ProS to­koll (Blut­druck-Pass) soll­te mit zum Arzt ge­nom­men wer­den, um die Pro­ble­ma­tik zu be­spre­chen. ■ Grund­sätz­lich kann der Blut­druck auch am Hand­ge­lenk ge­mes­sen wer­den. Hier­zu soll­ten Ge­rä­te ver­wen­det wer­den, de­ren Mess­ge­nau­ig­keit durch ein Sie­gel (zum Bei­spiel der Deut­schen Hoch­druck­li­ga) do­ku­men­tiert ist. ha­ben an­de­re Me­di­ka­men­te ge­gen den Blut­hoch­druck „er­wünsch­te Ne­ben­wir­kun­gen“an der Nie­re. So er­hö­hen ACE-Hem­mer und Sar­ta­ne (An­gio­ten­sin-Re­zep­tor­blo­cker) die Sal­zaus­schei­dung über die Nie­ren in­di­rekt durch ver­rin­ger­te Bil­dung bzw. Wir­kung der Hor­mo­ne An­gio­ten­sin II und Al­dos­te­ron. Be­ta­blo - cker ver­rin­gern die Bil­dung des En­zyms Re­nin und ha­ben da­mit letzt­lich ei­ne ähn­li­che, al­ler­dings deut­lich ge­rin­ge­re Wir­kung auf die Nie­re als ACE-Hem­mer.

Qu­el­le: Deut­sche Herz­stif­tung

Blut­hoch­druck: Was tun?

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