Ei­ne Se­rie, die Mut macht

Vox star­tet zwei­te Staf­fel von „Club der ro­ten Bän­der“

tz - - KULTUR & TV - SVEN HAU­BERG/ TSCH

Manch­mal zahlt sich Mut aus: Aus­ge­rech­net der Sen­der Vox, sonst eher Spe­zia­list für ame­ri­ka­ni­sche Se­ri­en­wa­re, brach­te im ver­gan­ge­nen Jahr ei­ne Ei­gen­pro­duk­ti­on an den Start, die auf den ers­ten Blick ziem­lich de­pri­mie­rend klang. Ei­ne Se­rie über schwer kran­ke Kin­der in ei­nem Kran­ken­haus soll­te Club der ro­ten Bän­der sein. Aber wer sieht schon ger­ne den Jüngs­ten beim Lei­den zu? Es kam dann doch an­ders, und die ers­te selbst ge­mach­te Se­rie des Köl­ner Sen­ders ent­pupp­te sich als Hit des letz­ten Herbs­tes. Jetzt geht Club der ro­ten Bän­der

in ei­ne zwei­te Run­de: Vox zeigt zehn neue Epi­so­den in Dop­pel­fol­gen.

Der Mut der Ver­ant­wort­li­chen wur­de mehr­fach be­lohnt: Nicht nur die Kri­ti- ker fei­er­ten die Pro­duk­ti­on, die mit dem Deut­schen Fern­seh­preis und dem Grim­me-Preis aus­ge­zeich­net wur­de. Auch das Pu­bli­kum schal­te­te ein. Durch­schnitt­lich 2,54 Mil­lio­nen Men­schen ver­folg­ten das Kran­ken­haus- aben­teu­er, von den weib­li­chen Zu­schau­ern zwi­schen 14 und 29 war gar je­de Drit­te da­bei. Dass bei die­sem Er­folg ei­ne zwei­te Staf­fel nicht lan­ge auf sich war­ten ließ, war klar. Das Kon­zept der Se­rie ging auf: Der Club der ro­ten Bän­der er­zähl­te zu­tiefst be­we­gen­de Ge­schich­ten, die von wohl­do­sier­ten Hu­mor auf­ge­fan­gen wur­den. Oft ging es hart zur Sa­che. Es wa­ren die her­aus­ra­gen­den Jung­dar­stel­ler, die die­se TV-Pro­duk­ti­on zum Er­leb­nis mach­ten. Neu war au­ßer­dem, dass in ei­ner Kran­ken­haus­se­rie ein­mal nicht die Ärz­te und Schwes­tern im Fo­kus stan­den, son­dern die Pa­ti­en­ten. Der Club der ro­ten Bän­der ba­siert auf ei­ner wah­ren Ge­schich­te: Der Ka­ta­la­ne Al­bert Espi­no­sa ver­ar­bei­te­te sei­ne Er­fah­run­gen als jun­ger Krebs­pa­ti­ent in ei­nem Best­sel­ler, der spä­ter vom spa­ni­schen Fern­se­hen ver­filmt wur­de. Die ers­te Staf­fel der deut­schen Ad­ap­ti­on en­de­te mit ei­nem Schick­sals­schlag für die jun­gen Kran­ken­haus­be­woh­ner, die sich im Club der ro­ten Bän­der zu­sam­men­ge­schlos­sen ha­ben: Alex (Ti­mur Bar­tels) über­leb­te sei­ne Herz-Ope­ra­ti­on nicht.

In den Mit­tel­punkt der neu­en Fol­gen rückt nun Hu­go (Nick Ju­li­us Schuck). Das jüngs­te Mit­glied des „Clubs“lag nach ei­nem Un­fall zwei Jah­re lang im Ko­ma, am En­de der ers­ten Staf­fel wach­te der Jun­ge über­ra­schend auf. Nun muss er ler­nen, zu­rück ins Le­ben zu fin­den. Die an­de­ren Club­mit­glie­der, die ih­re ro­ten OP-Bänd­chen wie Tro­phä­en am Arm tra­gen, wol­len ihn un­ter­stüt­zen, wer­den je­doch von ih­ren ei­ge­nen Sor­gen ge­plagt. Leo (Tim Oli­ver Schultz) will nach ei­ner er­neu­ten Che­mo­the­ra­pie das Kran­ken­haus ver­las­sen, für Jo­nas (Da­mi­an Har­dung), Em­ma (Lui­se Be­fort) und To­ni (Ivo Kort­lang) steht die­ser Schritt un­mit­tel­bar be­vor.

In den USA wur­den die Er­leb­nis­se von Al­bert Espi­no­sa auch ver­filmt. Red Band So­cie­ty wur­de al­ler­dings nach nur ei­ner Staf­fel ab­ge­setzt, die Quo­ten stimm­ten nicht. Manch­mal kann es das deut­sche Fern­se­hen eben bes­ser.

Ge­mein­sam ist man we­ni­ger al­lein: die Mit­glie­der des „Club der ro­ten Bän­der“hal­ten fest zu­sam­men Leo (Tim Oli­ver Schultz, re.) und Jo­nas (Da­mi­an Har­dung) un­ter­stüt­zen sich in har­ten Zei­ten

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