Die Zeit ist zu knapp

tz - - BUNT GEMISCHT - ANONYM

Ich ha­be mei­ner Mut­ter im­mer beim Plat­zerl-Ba­cken ge­hol­fen. Sie ist jetzt über 75, ei­gent­lich ha­be ich die meis­te Ar­beit ge­macht. Aber sie hat sich vom Pa­pa im­mer ex­tra in die Stadt fah­ren las­sen, um Oran­ge­at und Zi­tro­nat für die Leb­ku­chen zu kau­fen und Nüs­se, die sie leicht rös­tet und dann mahlt. In­zwi­schen woh­ne ich weit weg und weiß nicht, wo mir der Kopf steht. Sie war­tet schon, dass ich sa­ge, an wel­chem No­vem­berWo­che­n­en­de ich kom­me. Ich weiß nicht, wie das ge­hen soll. Was soll ich ma­chen?

Ich weiß noch, wie’s in der Kü­che mei­ner Ma­ma im­mer nach Plat­zerl ge­ro­chen hat (und wie wir im­mer vom Teig sti­bitzt ha­ben). Auch für Ih­re Mut­ter ist das mehr als ein schö­ner Brauch. Denn: Sie freut sich auch, Sie zu se­hen – und sie freut sich wo­mög­lich, ih­re selbst ge­mach­ten Leb­ku­chen und Plätz­chen dann zu ver­schen­ken. Wenn al­le sa­gen, wie gut die sind ... Gibt’s viel­leicht ei­ne Mög­lich­keit, dass Ih­re Ma­ma für ein oder zwei Back-Ta­ge heuer zu Ih­nen kommt? Zum Bei­spiel mit der Bahn. Oder Opa könn­te fah­ren. Sie räu­men dann auch al­les auf. Das könn­te für Ih­re Mut­ter so­gar ei­ne Ent­las­tung sein – und Sie ha­ben mehr Zeit für die Ma­ma und sind nicht so ge­hetzt.

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