Das En­de der Vor­herr­schaft?

FCB lässt er­neut Punk­te lie­gen und macht die Li­ga span­nend

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PR-Ter­mi­ne sind ja in der Re­gel ei­ne läs­ti­ge Be­gleit­erschei­nung im Le­ben ei­nes Fuß­bal­lers, am Sams­tag kam den Ki­ckern des FCB just ein sol­cher aber ganz ge­le­gen. Nur 1:1 ge­gen Hof­fen­heim, das drit­te Mal die­se Sai­son Punk­te lie­gen las­sen – und das gan­ze Übel nun auch den Jour­na­lis­ten er­klä­ren? Nein, dan­ke. „Wir müs­sen zu ei­nem Wer­be­ter­min“, lau­te­te die Ant­wort der meis­ten Münch­ner auf die An­fra­gen der Pres­se­ver­tre­ter. „Ehr­lich.“Zwei, drei Spie­ler fan­den sich am En­de aber doch, die den Jour­na­lis­ten zwi­schen Du­sche und PR ei­nen Fünf-Mi­nu­ten-Slot ein­räum­ten und das kom­men­tier­ten, was nach dem er­neu­ten Stol­pe­rer des FCB The­ma war: das En­de der Do­mi­nanz!

Nur am Ran­de sei er­wähnt, dass der Auf­stei­ger aus Leip­zig ges­tern mit dem Meis­ter gleich­ge­zo­gen ist. Die­ses mög­li­che Sze­na­rio, das nun al­so ein­ge­trof­fen ist, „in­ter­es­sier­te“Je­ro­me Boateng nach dem Hof­fen­heim-Spiel aber nicht. Der Ver­tei­di­ger ha­der­te viel­mehr mit der ers­ten Halb­zeit sei­ner Mann­schaft ge­gen ei­nen Geg­ner, der in der Al­li­anz Are­na – bis vor we­ni­gen Mo­na­ten noch un­denk­bar – nicht auf Scha­dens­be­gren­zung aus war, son­dern von Be­ginn an auf Sieg spiel­te. „Wir ha­ben zu­letzt bes­ser ge­spielt, heu­te aber wie­der ei­nen Rück­schritt ge­macht“, mein­te der Welt­meis­ter. „Wir sind kei­ne Ma­schi­nen, aber wir müs­sen kri­tisch mit un­se­rer Leis­tung um­ge­hen.“

Sehr so­gar. Denn es ist nicht das ers­te Spiel in die­ser Spiel­zeit, bei dem der FCB über wei­te Tei­le der Par­tie un­in­spi­riert wirkt. Ein­falls­los. Bis­wei­len so­gar fah­rig und „lät­schern“, wie Mat­thi­as Sam­mer wohl ge­sagt hät­te. Was das zur Fol­ge hat? Dass die Ta­bel­len­spit­ze nach zehn Spiel­ta­gen nach wie vor span­nend ist und sich die Geg­ner mitt­ler­wei­le so­gar et­was aus­rech­nen, wenn sie ih­ren Weg nach Frött­ma­ning an­tre­ten. Hof­fen­heims Ru­dy: „Wir wuss­ten von An­fang an, dass wir nicht her­fah­ren und uns ei­ne Nie­der­la­ge ab­ho­len. Wir woll­ten hier mit­spie­len. Und man hat ge­se­hen, dass wir hät­ten ge­win­nen kön­nen.“

Sah auch Karl-Heinz Rum­me­nig­ge so, der der Par­tie hin­ter­her so­gar das At­tri­but „Spit­zen­spiel“ver­lieh. Der Vor­stands­boss der Münch­ner wei­ter: „Es ist viel­leicht mit et­was Pech für uns aus­ge­gan­gen mit den zwei Schüs­sen an den Pfos­ten, aber es ist nicht leis­tungs­un­ge­recht.“

Auch Ro­bert Le­wan­dow­ski re­de­te nicht lan­ge um den hei­ßen Brei her­um und at­tes­tier­te sei­ner Mann­schaft „kein per­fek- tes Spiel, das wir schnell ver­ges­sen müs­sen“. Der Po­le wei­ter: „Viel­leicht ist es bes­ser, dass wir un­ent­schie­den ge­spielt ha­ben. Hät­ten wir ge­won­nen, hät­ten wir wo­mög­lich ge­dacht: Al­les ist okay.“War es nicht, auch wenn Rum­me­nig­ge noch­mals dar­an er­in­ner­te, dass die TSG am Mitt­woch „auf dem So­fa“lag, als der FCB in Eind­ho­ven um die Punk­te in der Cham­pi­ons Le­ague kämpf­te. Stimmt. Ge­nau­so wie der Fakt, dass man so et­was an der Sä­be­ner Stra­ße lan­ge nicht mehr als Ent­schul­di­gung an­ge­führt hat­te.

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Dio mio: Car­lo An­ce­lot­ti war sicht­lich un­zu­frie­den Be­dient: Thia­go, Xa­bi Alon­so, Ra­fin­ha und Cos­ta nach dem Re­mis ge­gen Hof­fen­heim Von J. Car­los Men­zel López

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