Düm­mer geht’s wirk­lich nim­mer

tz - - ERSTE SEITE - MC, UK.

Schön lang­sam kann man sie nicht mehr ernst neh­men, die Lö­wen. Un­glaub­li­che Ab­wehr­feh­ler im Slap­stick­be­reich sorg­ten da­für, dass der TSV 1860 am Sonn­tag trotz 2:1-Füh­rung am En­de mit ei­ner 2:3-Plei­te aus Sand­hau­sen heim­fah­ren muss­te. Das Zwi­schen­hoch mit dem Po­kal­er­folg in Würz­burg und dem 6:2-Sieg ge­gen Aue wur­de schnell wie­der von dunk­len Wol­ken ver­drängt. Vor al­lem für Trai­ner Kos­ta Run- jaic könn­te es lang­sam fins­ter wer­den. Die tz weiß, dass er bei ei­ner Nie­der­la­ge ge­gen Aue, mög­li­cher­wei­se so­gar bei ei­nem Un­ent­schie­den, ge­hen hät­te müs­sen. Wel­che Aus­wir­kun­gen der Auf­tritt in Sand­hau­sen hat, bleibt ab­zu­war­ten. Auf­fäl­lig war auf al­le Fäl­le, dass In­ves­tor Ha­san Is­ma­ik, der sich der­zeit in Ka­li­for­ni­en auf­hält. schon den ho­hen Sieg ge­gen Aue al­les an­de­re als eu­pho­risch kom­men­tiert hat­te, der Auf­tritt in Sand­hau­sen dürf­te sei­ne Lau­ne nicht ver­bes­sert ha­ben.

Al­lein, wie das Spiel schon los­ging… Die Lö­wen hat­ten An­stoß, aber Sand­hau­sen führ­te nach hand­ge­stopp­ten 14,8 Se­kun­den mit 1:0. La- ca­zet­te hat­te den Ball ver­lo­ren, Woo­ten mach­te Dampf auf der lin­ken Sei­te und Der­stroff knall­te die Ku­gel am ver­dutz­ten Tor­hü­ter Jan Zim­mer­mann vor­bei ins Tor.

Ein Schock, von dem sich die Lö­wen, bei de­nen Sascha Möl­der erst­mals die Ka­pi­täns­bin­de trug, aber re­la­tiv schnell er­hol­ten. Nach zwölf Mi­nu­ten traf Ivica Olic mit sei­nem ers­ten Sai­son­tor zum 1:1. Nach ei­ner Ecke von Li­endl hat­te La­ca­zet­te den Kroa­ten in Schuss­po­si­ti­on ge­bracht. Und Olic hät­te sei­ne Quo­te so­gar ver­dop­peln kön­nen, aber er traf nach ei­ner hal­ben St­un­de freis­te- hend am Tor vor­bei. Die Lö­wen be­ka­men das Spiel bes­ser in den Griff und zwei Mi­nu­ten vor der Halb­zeit klapp­te es dann doch noch. Nach ei­ner Ecke von Li­endl ver­län­ger­te Möl­ders den Ball per Kopf vors Tor, wo Uduok­hai gold­rich­tig stand und den Ball aus ei­nem Me­ter ins Tor drosch.

Es wird aber ein Mys­te­ri­um blei­ben, war­um der TSV 1860 mit die­ser Füh­rung nach der Pau­se über­haupt nichts an­zu­fan­gen wuss­te. Auch für Kos­ta Run­jaic. „Wir hat­ten doch den psy­cho­lo­gi­schen Vor­teil mit der Füh­rung in der zwei­ten Halb­zeit, aber wenn die Spie­ler nicht das tun, was be­spro­chen wur­de, dann braucht man sich nicht zu wun­dern, wenn das Spiel ver­lo­ren geht.“

Un­glaub­li­che Pas­si­vi­tät im Spiel der Blau­en, die be­straft wur­de – mit lach­haf­ten To­ren. Erst leg­te Wit­tek Gor­don den Ball zum Aus­gleich auf (64.), als er ei­gent­lich auf der Li­nie ret­ten woll­te. Und beim Sieg­tref­fer von Sand­hau­sen leg­te Wit­tek den Ball für Woo­ten auf (73). Es war nicht zu glau­ben. „Es ist wirk­lich schwer, die rich­ti­gen Wor­te zu fin­den“, sag­te Möl­ders, „al­le wa­ren wir in der zwei­ten Halb­zeit schlecht.“Und Micha­el Li­endl mein­te: „Wir ha­ben nicht mehr nach vorn atta­kiert und wa­ren am Ball viel zu hek­tisch.“

Die Lö­wen hat­ten nur ei­ne Chan­ce nach der Pau­se. Aber Tor­hü­ter Knal­ler pa­rier­te den Schuss von Neu­haus groß­ar­tig (69.). Mehr war nicht. Und für Run­jaic könn­te es zu we­nig ge­we­sen sein.

Fo­tos: MiS, Hüb­ner

Zu früh ge­freut: Olic er­ziel­te den Aus­gleich zum 1:1 (un­ten), Sand­hau­sens Woo­ten das Tor zum 3:2

Fo­tos: MiS, dpa

Kann sich Run­jaic hal­ten? Die Trai­ner­fra­ge rückt nach der Plei­te in Sand­hau­sen wie­der in den Blick­punkt

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.