Pla­ce­bo rockt in der Olym­pia­hal­le

20 Jah­re Me­lan­cho­lie – Pla­ce­bo-Ju­bi­lä­um in der Olym­pia­hal­le

tz - - ERSTE SEITE - KATH­RIN BRACK

Eh klar: Zu ei­nem Ge­burts­tag ge­hört ei­ne an­ge­mes­se­ne Fei­er. Wie ma­chen das Me­lan­cho­li­ker? Noch da­zu, wenn sie sich selbst als „su­pre­me me­lan­cho­lists“be­zeich­nen, als Vor­zei­ge-Trau­er­klö­ße? Sie la­den zur Par­ty. Sie hei­ßen die Gäs­te will­kom­men. Und dann ro­cken sie die Hal­le, bis al­les springt, schreit und singt.

Es ist er­staun­lich, wie viel Ener­gie so ein Me­lan­cho­li­ker auf die Büh­ne zu brin­gen ver­mag. Je­den­falls wenn er Bri­an Mol­ko heißt und zu­sam­men mit Ste­fan Ols­dal so­wie fünf Tour­mu­si­kern die Band Pla­ce­bo bil­det. 20 Jah­re Band­ge­schich­te, zwölf Mil­lio­nen ver­kauf­te Al­ben: Die Bri­ten ha- ben zur Ju­bi­lä­ums­welt­tour­nee ge­ru­fen, und 8500 Gäs­te sind in die Olym­pia­hal­le ge­kom­men, um zu se­hen, wie Pla­ce­bo ihr Werk in zwei St­un­den zu­sam­men­fas­sen.

Dem Weck­ruf von Pu­re Morning folgt die eu­pho­ri­sche Be­grü­ßung in gut ein­stu­dier­tem Deutsch: „Herz­lich will­kom­men zu un­se­rer Ge­burts­tags­par­ty!“Mol­ko und Ols­dal tre­ten tat­säch­lich mit dem fes­ten Vor­satz an, ihr Ju­bi­lä­um im Ju­bel zu ze­le­brie­ren. Da­für tei­len sie ihr Pro­gramm, be­gin­nend mit dem ob­li­ga­to­ri­schen me­lan­cho­li­schen Part, der nach Songs wie Je­sus’ Son sei­nen Hö­he­punkt in Wi­thout You I’m Not­hing fin­det. Doch Pla­ce­bo sind, das sieht man trotz des Welt­schmer­zes vom ers­ten Mo­ment an, aufs Fei­ern aus. Dar­um ist das, was folgt, pu­rer Rock. No Spaß wi­thout dan­cing, schreit Mol­ko ins Pu­bli­kum. Und er lie­fert den pas­sen­den Sound da­zu. Wer könn­te bei For What It’s Worth schon still­hal­ten?

Nun hat je­de Par­ty trau­ri­ger­wei­se ein En­de. Doch auch nach The Bit­ter End las­sen sich die Her­ren noch zwei­mal bit­ten, mehr da­von, Zu­ga­be! Sie ge­ben sie ger­ne.

Licht­ef­fek­te und Vi­deo­wand: Pla­ce­bo spiel­ten mit den Stim­mun­gen

Fo­tos: M. Han­gen (2)

Rund 8500 Fans wa­ren zum Pla­ce­boKon­zert ge­kom­men

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