An­dy Mur­ray Num­mer eins der Ten­nis­welt

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Den Sprung an die Spit­ze der Ten­nis-Welt­rang­lis­te hat­te sich An­dy Mur­ray an­ders vor­ge­stellt. Am Abend vor sei­nem Halb­fi­na­le beim Mas­ters-Event in Pa­ris hat­te der Bri­te, der das Fi­na­le 6:3, 6:7 (4:7), 6:4 ge­gen den Ame­ri­ka­ner John Is­ner ge­wann, in sei­nem Ho­tel­zim­mer ge­ses­sen und sich aus­ge­malt, wie es wohl sein wür­de, nach ei­nem Sieg ge­gen Mi­los Rao­nic end­lich auf Platz eins des Ran­kings zu ste­hen. Doch dann muss­te der Ka­na­di­er we­gen ei­ner Ver­let­zung ab­sa­gen. Kampf­los be­stieg Mur­ray den Thron.

„Es war schon ko­misch. Man wuss­te gar nicht, wie man re­agie­ren soll­te“, er­zähl­te Mur­ray. Doch auch wenn der 29-Jäh­ri­ge ger­ne sport­lich den letz­ten Schritt ge­gan­gen wä­re, um No- vak Djo­ko­vic nach 122 Wo­chen an der Spit­ze ab­zu­lö­sen, die Tat­sa­che, von heu­te an als bes­ter Ten­nis­spie­ler der Welt ge­führt zu wer­den, mach­te den Schot­ten sehr stolz. „Es geht um ein gan­zes Jahr“, sag­te Mur­ray. „Es war har­te Ar­beit. No­vak hat in der ers­ten Hälf­te des Jah­res noch un­glaub­lich ge­spielt, ich muss­te da­her sehr, sehr vie­le Spie­le ge­win­nen.“

In der Tat war Platz eins für den drei­ma­li­gen Grand-SlamCham­pi­on zur Jah­res­mit­te noch mei­len­weit ent­fernt. Nach sei­nem Sieg bei den French Open im Fi­na­le ge­gen Mur­ray hat­te Djo­ko­vic im Ran­king mehr als 8000 Punk­te Vor­sprung. Nie­mand konn­te sich ei­nen Macht­wech­sel in nä­he­rer Zu­kunft vor­stel­len. Doch dann fiel Djo­ko­vic in ein men­ta­les Tief, wäh- rend Mur­ray auf kon­stant ho­hem Ni­veau wei­ter­spiel­te. Zu­dem hol­te der Olym­pia­sie­ger von 2012 Ivan Lendl als Coach zu­rück, der ihn erst zu ei­nem Spie­ler von Welt­klas­se­for­mat ge­formt hat­te. Mur­ray: „Es ist schon schwie­rig, der Bes­te in ei­nem Tur­nier über zwei Wo­chen zu sein. Aber nach zwölf Mo­na­ten ganz oben zu ste­hen, ist noch ein­mal et­was an­de­res.“

Fo­to: AFP

Ge­schafft: Mur­ray löst Djo­ko­vic an der Spit­ze ab

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