„Kein Platz für is­rae­li­sche Kü­che“

tz - - MÜNCHEN+REGION -

Im Sep­tem­ber hat er sein is­rae­li­sches Kult­lo­kal Schmock in der Au­gus­ten­stra­ße nach 16 Jah­ren dicht­ge­macht. Die an­ti­se­mi­ti­sche Stim­mung sei seit dem Gaz­akrieg 2014 im­mer hef­ti­ger ge­wor­den, sagt Chef Flo­ri­an Gleibs (45). Ju­den­hass kom­me hier­zu­lan­de da­bei vor al­lem un­ter dem Denk­man­tel der Is­ra­el­kri­tik da­her, denn ge­gen die Ju­den „kön­ne man ja nichts sa­gen“. Auf die­se Dis­kus­sio­nen ha­be er kei­ne Lust mehr, so Gleibs.

Als Op­fer sieht er sich nicht. Auch wenn Un­be­kann­te auf sein Au­to schon mal ei­nen Da­vid-Stern kleb­ten und es zer­kratz­ten oder er bö­se An- ru­fe be­kam. „Be­schimp­fun­gen gibt es im­mer.“Statt Schmock heißt es bald Vu Tang – Gleibs wird dann lao­ti­sche Kü­che ser­vie­ren.

In Mün­chen sieht Gleibs kei­nen Platz mehr für is­rae­li­sche Kü­che. Ne­ben dem lao­ti­schen Lo­kal (Er­öff­nung in cir­ca zwei Wo­chen) be­treibt der Gas­tro­nom noch das Me­schug­ge ne­ben dem Volks­thea­ter und die Bar He­le­ne in der Oc­cam­stra­ße. In bei­den Lo­ka­len gibt’s üb­ri­gens den glei­chen Vor­spei­sen­tel­ler wie im Schmock. Nur hei­ße er nicht is­rae­li­scher Vor­spei­sen­tel­ler, son­dern ara­bi­scher, so Gleibs. „Und sie­he da, kein Schwein regt sich auf.“

Fo­to: Gül­land

Schmock war ein­mal: Gas­tro­nom Flo­ri­an Gleibs

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