Elek­tro­nik eher un­be­liebt

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on den Tas­ten der Fern­be­die­nung nut­zen sie ge­ra­de ein­mal die Hälf­te, ein Fo­to ha­ben sie mit ih­rem Han­dy noch nie ge­macht und beim Ein­stel­len der Wasch­ma­schi­ne müs­sen die En­kel hel­fen: Vie­le äl­te­re Men­schen ver­zwei­feln an den Seg­nun­gen mo­der­ner Tech­nik. Ob Fern­se­her, Haus­ge­rät oder Te­le­fon – es gibt kaum Ge­rä­te, die auf Se­nio­ren zu­ge­schnit­ten sind. Die In­dus­trie müht sich we­nig um die wach­sen­de und zah­lungs­kräf­ti­ge Kund­schaft. Muss sie auch nicht, denn die Se­nio­ren kau­fen ih­re Pro­duk­te auch so.

Man be­ob­ach­tet es im E l e k t r o n i k - Di s c o u n t e r, manch­mal auch im Fach­han­del: Rentner, die mit der Welt von Smart­pho­nes und Flatscreens ih­re Mü­he ha­ben. Be­ra­ter pa­la­vern von Wid­gets und Apps, von HDTV, IPTV, CI+ und HDMI, bis dem Kun­den der Kopf raucht. Er will nur die wich­tigs­ten Funk­tio­nen und ei­ne ein­fach Be­die­nung. Auf der Funk­aus­stel­lung in Ber­lin for­der­te selbst die erst 56 Jah­re al­te Bun­des­kanz­le- rin be­die­ner­freund­li­che­re Ge­rä­te. Ein gu­tes Bei­spiel sind Se­nio­ren­han­dys. Vor zwei Jah­ren noch spot­te­te die Stif­tung Wa­ren­test über den “Mi­cky-Maus-Look“der klo­bi­gen Ge­rä­te. Neue­re Mo­del­le se­hen trotz gro­ßer Tas­ten und An­zei­gen halb­wegs pas­sa­bel aus. Schnick­schnack gibt es nicht: Te­le­fo­nie­ren, SMS, ei­ne di­cke, ro­te No­t­ruf­tas- te, das ist al­les. An­sons­ten ist das Elek­tro­nik-An­ge­bot für er­grau­te Kund­schaft schmal. Wenn ei­ne Mar­ke Äl­te­re an­spricht, gilt sie nicht mehr als se­xy. Das meint zu­min­dest Ma­ria Stahl, die wis­sen­schaft­li­che Lei­te­rin der Se­ni­or Re­se­arch Group. „Man will sich nicht un­at­trak­tiv ma­chen für an­de­re Ziel­grup­pen.“

Fo­to: dpa

Elek­tro­nik für Se­nio­ren – ein schwie­ri­ges Ter­rain.

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