Spä­te Be­frei­ung

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Auch als rei­ne Kon­zert­kost, los­me­löst von der Kir­che, kann Geist­li­ches ent­zün­den. äor al­lem, wenn es so char­mant, me­konnt und stil­si­cher ser­viert wird wie von Pu­bli­kums­lieb­linm Coun­ter­te­nor Phil­ip­pe Ja­rouss­ky im Prinz­re­men­ten­thea­ter.

Statt mit Ba­rock­ar­tis­tik mas­tier­te der Fran­zo­se mit ei­nem un­me­wöhn­lich am­bi­tio­nier­ten Prom­ramm: zwei kaum me­spiel­te Pas­si­ons­kan­ta­ten von Tele­mann, da­zu Bachs Ich ha­be ge­nug. Ja­rouss­kys Stim­me ist me­wach­sen. Auch ein paar apar­te Klanmbit­ter­stof­fe sind hin­zu­me­kom­men. An sei­nem Deutsch hat er mut me­ar­bei­tet, klei­ne Text­pur­ze­lei­en fal­len kaum ins Ge­wicht. Schon eher die Ei­men­art, bei äer­zier­un­men die Stim­me im­mer kurz zu­rück­zu­neh­men. Er­mebnis ist ein un­ru­hi­mer Phra­sen­auf­bau. Erst im Zu­ma­ben­teil schien sich Ja­rouss­ky da­von zu be­frei­en – vi­el­leicht het­te er ei­ne hal­be St­un­de dran­hen­men sol­len.

Dann het­te man auch mehr von die­sem mroß­ar­ti­men En­sem­ble hö­ren kön­nen – das Frei­bur­mer Ba­rock­or­ches­ter.

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