Brö­ckelt die Bay­ern-Do­mi­nanz?

tz - - SPORT - MA­NU­EL BONKE

Zehn Bun­des­li­ga-Spiel­ta­ge sind vor­bei. Ein Blick auf die Ta­bel­le zeigt: Der FC Bay­ern steht mit 24 Punk­ten un­ge­schla­gen an der Spit­ze. Die glei­che Punk­te­zahl hat­ten die Bay­ern im zwei­ten Jahr un­ter Pep Guar­dio­la zum glei­chen Zeit­punkt. Ei­gent­lich al­les wie im­mer. Ei­gent­lich… Die Auf­trit­te der Mann­schaft von Car­lo An­ce­lot­ti wir­ken nicht so sou­ve­rän, wie das in den ver­gan­ge­nen Spiel­zei- ten un­ter Guar­dio­la der Fall war. Mann­schaf­ten wie Köln oder Hof­fen­heim rech­nen sich auch bei Spie­len in Mün­chen Punk­te aus – und wer­den für ihr Selbst­be­wusst­sein be­lohnt. Brö­ckelt da­durch die ewi­ge Bay­ern-Do­mi­nanz? Die tz hat sich bei ehe­ma­li­gen FCB-Spie­lern um­ge­hört! Klaus Au­gen­tha­ler: „Das ist nur ei­ne Mo­ment­auf­nah­me. Ich war ge­gen Hof­fen­heim selbst im Sta­di­on. Wenn je­der Spie­ler wie­der zehn Pro­zent mehr Leis­tungs­be­reit­schaft zeigt, dann ist auch die ge­wohn­te Do­mi­nanz wie­der da. Es hin­ken ja al­le Cham­pi­ons­Le­ague-Aspi­ran­ten hin­ter­her, wie die Bei­spie­le aus Le­ver­ku­sen oder Wolfs­burg zei­gen. Hof­fen­heim und Leip­zig ha­ben bis jetzt gu­te Leis­tun­gen ge­zeigt, aber das wird sich im Lau­fe der Sai­son wie­der re­la­ti­vie­ren.“Tho­mas Strunz: „Der FC Bay­ern ist Ta­bel­len­füh­rer, in der Cham­pi­ons Le­ague früh­zei­tig ei­ne Run­de wei­ter und im­mer noch un­ge

schla­gen: Wo soll da bit­te die Do­mi­nanz brö­ckeln? Vi­el­leicht sind die Ver­fol­ger ein­fach bes­ser ge­wor­den. Es ist doch kein Wun­der, dass ge­ra­de die Hof­fen­hei­mer und vor­her auch die Köl­ner so selbst­be­wusst beim FCB auf­ge­tre­ten sind. Sie wa­ren zu dem Zeit­punkt un­ge­schla­gen und dem­ent­spre­chend groß ist das Selbst­ver­trau­en. Das hat nichts mit der Leis­tung des FCB zu tun. Wenn Geg­ner wie der HSV oder In­gol­stadt nach Mün­chen fah­ren, tun sie das be­stimmt nicht mit brei­ter Brust.“Franz „Bul­le“Roth: „So häu­fig, wie wir in den ver­gan­ge­nen Spie­len den Pfos­ten ge­trof­fen ha­ben, ist das ein­fach Pech. Von schwin­den­der Do­mi­nanz zu spre­chen, ist ein ab­so­lu­ter Schmarrn! Man soll­te die Mann­schaft ein­fach in Ru­he spie­len las­sen. Es dau­ert be­stimmt noch ein we­nig, bis das Sys­tem von An­ce­lot­ti per­fekt funk­tio­niert. Wir sind trotz­dem Ers­ter, ob­wohl es noch nicht zu 100 Pro­zent rund läuft. Die an­de­ren Mann­schaf­ten sol­len froh sein, dass nicht so­fort al­les klappt. Dann wä­ren wir näm­lich schon wie­der un­ein­hol­bar vor­ne.“Jür­gen Koh­ler: „Ob die Do­mi­nanz brö­ckelt? Das kann man nach zehn Spiel­ta­gen doch noch nicht sa­gen! Der FC Bay­ern spielt an­ders, das ist deut­lich zu se­hen. Ob das in Sa­chen Li­ga-Do­mi­nanz gut oder schlecht ist, wird sich zei­gen. Mit Guar­dio­la hat­te man ei­nen Trai­ner­ty­pen, der ih­nen je­den Spiel­zug vor­ge­ge­ben hat. Car­lo lässt der Mann­schaft, wie in Ita­li­en üb­lich, viel mehr Frei­hei­ten auf dem Platz. So müs­sen die Spie­ler ei­ge­ne Ent­schei­dun­gen wäh­rend des Spiels tref­fen. Da­mit müs­sen sie jetzt erst klar­kom­men. Aber wich­tig ist, was das Team im Früh­jahr für Leis­tun­gen zeigt.“

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