Asy­l­an­ge­bot für Er­do­gan-Kri­ti­ker

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An­ge­sichts der Ver­haf­tun­gen von Jour­na­lis­ten und Op­po­si­ti­ons­ab­ge­ord­ne­ten in der Tür­kei wach­sen die Span­nun­gen zwi­schen Ber­lin und An­ka­ra. Au­ßen­staats­mi­nis­ter Micha­el Roth (SPD) wies „kri­ti­sche Geis­ter in der Tür­kei“in ei­nem In­ter­view mit der Welt aus­drück­lich dar­auf hin, dass po­li­tisch Ver­folg­te in Deutsch­land Asyl be­an­tra­gen könn­ten. „Was der­zeit in der Tür­kei ge­schieht, hat mit un­se­rem Ver­ständ­nis von eu­ro­päi­schen Wer­ten, Rechts­staat­lich­keit, De­mo­kra­tie und Me­di­en­frei­heit nichts zu tun.“Prä­si­dent Er­do­gans Au­ßen­mi­nis­ter Mev­lüt Ca­vu­sog­lu gif­tet um­ge­hend zu­rück, die Bun­des­re­pu­blik sei das Land, das „Ter­ro­ris­ten aus der Tür­kei“am stärks­ten un­ter­stüt­ze.

Die EU-Au­ßen­be­auf­trag­te Fe­de­ri­ca Mo­g­her­i­ni fin­det die Ent- wick­lun­gen in der Tür­kei zwar auch „äu­ßerst be­sorg­nis­er­re­gend“, den­noch wol­le die Ge­mein­schaft die Bei­tritts­ver­hand­lun­gen vor­erst wei­ter­füh­ren. CSU-Lan­des­grup­pen­che­fin Ger­da Has­sel­feldt wür­de die­se Ge­sprä­che in die­ser Si­tua­ti­on „zu­min­dest un­ter­bre­chen“, aber am Flücht­lings­pakt mit An­ka­ra eben­so fest­hal­ten wie an der Sta­tio­nie­rung deut­scher Sol­da­ten in In­cir­lik.

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