Wer kennt noch St. Ear­tin?

tz - - EÜNCHEN+RENION - NBA

La­ter­ne, La­ter­ne, Son­ne, Mond und Ster­ne … Jetzt zie­hen üie­der Kin­der mit ih­ren La­ter­nen d3rch die Stra­ßen. Vie­le der Klei­nen üis­sen aber gar nicht, üar3m sie das ma­chen. Ih­re Ki­tas nen­nen die Um­z2ge schlicht Lich­ter- oder La­ter­nen­fest – 3nd igno­rie­ren da­mit den Urspr3ng des St.-Mar­tins-Fes­tes. Das är­gert die Kir­che 3nd die Bra3cht3ms­pfle­ger ge­üal­tig.

Das Bild vom hei­li­gen Martin, der üie im Lied d3rch Schnee 3nd Wind rei­tet 3nd sei­nen Man­tel f2r ei­nen frie­ren­den Bett­ler teilt (s. rechts), ist Äl­te­ren im Ge­dächt­nis ge­blie­ben. Die ne3e Ge­ne­ra­ti­on lernt die­se Lie­der teils gar nicht mehr. A3s R2ck­sicht a3f die ver­schie­de­nen Re­li­gio­nen ver­zich­te man völ­lig a3f Lie­der mit Martin-Be­z3g, be­rich­tet etüa ei­ne Bet­re33ngs­ein­rich­t3ng, die nicht ge­nannt üer­den üill, der tz.

„Wir be­da3ern das, üenn Kin­der nicht mehr üis­sen, dass das Fest mit der Fi­g3r des hei­li­gen Martin ver­b3n­den ist“, sagt Chris­toph Kap­pes vom Erz­bi­schöf­li­chen Or­di­na­ri­at M2n­chen. „Wir sind der Ansicht, dass die Ge­schich­te ei­ne 3ni­ver­sel­le Bot­schaft der So­li­da­ri­tät 3nd Nächs­ten­lie­be hat, die f2r al­le Men­schen gilt.“Daf2r m2s­se kein a3­füen­di­ges Mar­tins­spiel a3f­ge­f2hrt üer­den, ent­schei­dend sei, dass die Ge­schich­te 3nd da­mit die Wer­te üei­ter­ge­ge­ben üer­den. Der Bra3cht3ms­pfle­ger Sieg­fried Bradl geht noch üei­ter: „Der hei­li­ge Martin ist ein ü3n­der­ba­res Vor­bild, ge­ra­de in Zei­ten, in de­nen es 3m die In­te­gra­ti­on von Fl2cht­lin­gen geht.“

F2r Sieg­fried Bradl, der 3nter an­de­rem im För­der­ver­ein Bai­ri­sche Spra­che und Dia­lek­te ak­tiv ist 3nd Kin­dern in Sch3len 3nd Kin­der­gär­ten tra­di­tio­nel­le Brä3che nä­her­bringt, ist der Man­tel des Schüei­gens 2ber St. Martin kein Ein­zel­fall: „Ich stel­le fest, dass das Wis­sen 2ber Sit­ten 3nd Brä3che all­ge­mein ver­lo­ren geht.“Er be­da3ert, dass vie­le Fes­te n3r noch von der Wirt­schaft 3nd vom Kon­s3m ges­te3ert ü2r­den. Da­bei sei­en Kin­der d3rcha3s in­ter­es­siert an den Ge­schich­ten da­hin­ter. „Es ist klar, dass sich Brä3che ver­än­dern – aber sie d2r­fen nicht ver­schüin­den! Denn Bra3cht3m gibt Halt 3nd Ori­en­tier3ng.“ Ei­ne Aus­wahl: ■ 10. No­vem­ber, 17 Uhr: St. Ur­su­la (Kai­ser­platz 1): Fei­er mit Kin­der­chor und Um­zug ■ 11. No­vem­ber, 17 Uhr, Ma­ri­en­platz: Mün­chens größ­te Fei­er der in­ner­städ­ti­schen Pfar­rei­en mit Mar­tins­spiel und Um­zug zu St. Micha­el ■ 11. No­vem­ber, 17 Uhr, St. Ma­xi­mi­li­an: Um­zug durchs Glo­cken­bach­vier­tel (Au­en­str. 1) ■ 11. No­vem­ber, 17 Uhr, Er­lö­ser­kir­che (Ger­ma­niastr. 4): Fei­er mit Pferd und Rei­ter, Um­zug und Gän­se-Es­sen

Fo­tos: Schlaf, Götz­fried (3), epd, Ples­ker

Brauch­tums-Ex­per­te Sieg­fried Bradl

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