Der Münch­ner Preis­ham­mer

tz - - MÜNCHEN+REGION - V. PFAU

Für die­ses Geld gibt es be­reits ei­nen – zu­ge­ge­ben nicht ganz tau­fri­schen – Ge­braucht­wa­gen: 2066 Eu­ro. Da­bei han­delt es sich bei die­ser Sum­me nur um den Un­ter­schied zwi­schen der teu­ers­ten und der güns­tigs­ten Kfz-Ver­si­che­rung im Groß­raum Mün­chen. Das hat ei­ne Markt­stu­die zur Preis­si­tua­ti­on im deut­schen Kfz-Ver­si­che­rungs­markt er­ge­ben, die im Auf­trag der Di­rect Li­ne Ver­si­che­rung er­stellt wur­de.

Pro­fes­sor Dr. Tho­mas Köh­ne von der Hoch­schu­le für Wirt­schaft und Recht, Ber­lin, hat die Stu­die im Auf­trag des Di­rekt­ver­si­che­rers durch­ge­führt. Be­wusst wur­de da­bei auf die Nen­nung ein­zel­ner Un­ter­neh­men ver­zich­tet, ent­schei­dend sind die nack­ten Zah­len. Um rea­lis­ti­sche Aus­sa­gen tref­fen zu kön­nen, wur­den zehn Mus­ter­kun­den ge­wählt (sie­he Gra­fik un­ten). Er­mit­telt wur­den zu­dem nicht nur die Ex­trem­wer­te, son­dern auch der Durch­schnitts­wert der An­ge­bo­te. Ver­gleicht man nun sei­ne ei­ge­ne Ver­si­che­rungs­prä­mie mit die­sem Wert, sieht man rea­lis­ti­scher, ob man zu viel be­zahlt oder ob man be­reits ei­ne güns­ti­ge Ver­si­che­rung hat. Auch da­bei geht’s um hun­der­te Eu­ro (die 2066 sind für den Ex­trem­fall ge­rech­net).

„Wir wol­len die Kun­den sen­si­bi­li­sie­ren, dass sie ver­glei­chen“, heißt nes bei Di­rect Li­ne. Im Ge­spräch mit der tz er­läu­tert Köh­ne die Stu­die. Es ge­he vor al­lem dar­um, die Leis­tun­gen und den Bei­trag der ei­ge­nen Kfz-Ver­si­che­rung mit dem ak­tu­el­len An­ge­bot zu ver­glei­chen. „Da sind ein paar Hun­dert Eu­ro Un­ter­schied mög­lich“, so der 47-Jäh­ri­ge. Sinn­voll sei ein Ver­gleich vor al­lem dann, wenn der letz­te Fi­nanz­check schon lan­ge zu­rück­liegt.

Be­ach­ten sol­le man, dass et­li­che der Ver­gleich­spor­ta­le im In­ter­net nicht un­be­dingt neu­tral sind und nicht im­mer al­le Ver­si­che­rungs­ta­ri­fe be­rück­sich­ti­gen. Für die Stu­die wur­de das Er­mitt­lungs­tool NAFI ver­wen­det ( www. na­fi­au­to.de). Die Ein­ga­be dau­ert et­wa ei­ne Vier­tel­stun­de. „Das be­deu­tet ein biss­chen Auf­wand“, so Pro­fes­sor Tho­mas Köh­ne, aber der kön­ne sich ja auch loh­nen.

Wer deut­lich zu viel be­zahlt, kann sei­nen Ver­trag noch bis zum 30. No­vem­ber kün­di­gen und dann zum 1. Ja­nu­ar 2017 die Kfz-Ver­si­che­rung wech­seln. Auf kei­nen Fall sol­le man aber nur auf den Preis schau­en, so Pro­fes­sor Tho­mas Köh­ne. Die bil­ligs­te Ver­si­che­rung sei nicht automatisch die bes­te. Denn: Bei den Ver­glei­chen müs­se man die ei­ge­ne Si­tua­ti­on be­rück­sich­ti­gen und mit ein­kal­ku­lie­ren, wel­che Ri­si­ken man ver­si­chert ha­ben will. Da­mit nicht am En­de doch noch der Preis­ham­mer kommt.

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