Bren­don ret­tet’s

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Ein bei­spiel­lo­ser künst­le­ri­scher Nie­der­gang: Auf ih­rem ori­gi­nel­len De­büt­al­bum A Fe­ver You Can’t Sweat Out er­frisch­te die US-Band Pa­nic! at the Dis­co vor zehn Jah­ren mit In­die-Fein­kost, doch auf dem neu­es­ten, fünf­ten Al­bum De­ath of a Ba­che­lor do­mi­niert aus­tausch­ba­re, auf Hit ge­trimm­te Bier­zelt-Mu­cke mit Stampf-Beats aus der Re­tor­te, Syn­thie-So­ße, ein­gän­gi­gen Re­frains und „Hey Hey“-Chö­ren zum Mit­grö­len. Trotz oder we­gen die­ses Aus­ver­kaufs war die Ton­hal­le kna­cke­voll.

Auf dem Pro­gramm des 70-mi­nü­ti­gen Kon­zert-Qui­ckies kam vie­les vom Band, doch im­mer­hin gab es drei ech­te Blä­ser als Ver­stär­kung. Und man muss zu­ge­ben: Wer sein Hirn an der Gar­de­ro­be ab­gab, konn­te mit den Rem­mi­dem­mi-Gas­sen­hau­ern viel Spaß ha­ben. Dass die­ser pom­pö­se Po­goPop li­ve so gut funk­tio­niert, liegt vor al­lem am ein­zi­gen ver­blie­be­nen Grün­dungs­mit­glied der Band: Bren­don Urie, Sän­ger und Mul­ti-In­stru­men­ta­list. Ei­ne ech­te Schau.

Er fegt über die Büh­ne wie ein Der­wisch, jon­gliert mit sei­nem gol­de­nen Mi­kro, ver­blüfft mit Rück­wärts­sal­ti und ani­miert die jun­gen Fans zu wah­ren Krei­sch­or­gi­en.

Wer die Eier hat, Queens Bo­he­mi­an Rh­ap­so­dy auf die Büh­ne zu wuch­ten, muss grö­ßen­wahn­sin­nig oder ver­dammt gut sein – oder bei­des, wie Bren­don Urie.

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