Flot­ter Drei­er oh­ne Pu­bli­kum

tz - - KULTUR + TV - RU­DOLF OGIERMANN

heute ihm als Au­tor „im Kopf her­um­ge­spukt“, sagt Puf­paff. Na­tür­lich kön­ne man nicht ak­tu­el­le Er­eig­nis­se in ein Dreh­buch hin­ein­schrei­ben – „wir ha­ben seit Ja­nu­ar pro­du­ziert, und seit­dem ist ja wahn­sin­nig viel pas­siert“. Den­noch sei­en ge­sell­schaft­li­che Trends na­tür­lich ein The­ma. „Was pas­siert bei­spiels­wei­se, wenn wir über­le­gen, ei­nen Flücht­ling auf­zu­neh­men? Da kann Han­nes fra­gen: ,Wo schläft der?‘ – ,Im Gäs­te­zim­mer!’ – ,Aber da schla­fe ja ich!’ – ,Dann müsst Ihr Euch eben ar­ran­gie­ren!‘“

Für Mai­ke Kühl spie­gelt Drit­ter Stock links nicht die Po­li­tik wi­der wie das klas­si­sche Ka­ba­rett, viel­mehr spie­le die Pro­duk­ti­on „mit den Tem­pe­ra­tu­ren, die um uns her­um herr­schen“. Es ge­he um „den all­täg­li­chen Ras­sis­mus, den all­täg­li­chen Se­xis­mus zu Hau­se – al­les, was man sich öf­fent­lich nicht zu sa­gen traut“. Nicht nur sie schwärmt von Puf­paffs Fä­hig­kei­ten als Au­tor, auch Ringl­stet­ter ist voll des Lo­bes für den Kol­le­gen. „Se­bas­ti­an hat ge­schafft, was to­tal schwie­rig ist, näm­lich für je­den von uns ei­ne ei­ge­ne Spra­che zu fin­den.“

Und – un­ter­schied­li­che Po­si­tio­nen, die nicht automatisch da­zu füh­ren müs­sen, dass der La­den aus­ein­an­der­fliegt. „Wir Deut­sche ha­ben so ei­ne Lust be­kom­men, die Ge­sell­schaft zu spal­ten“, sagt Ringl­stet­ter. „Wir fin­den das geil, dass wir die Welt in gut und bö­se ein­tei­len kön­nen.“In der Fern­seh-WG sei das an­ders. „Es gibt ver­schie­de­ne Mei­nun­gen, die ne­ben­ein­an­der exis­tie­ren dür­fen, wie in ei­ner funk­tio­nie­ren­den De­mo­kra­tie. Wir blei­ben zu­sam­men, weil wir ein­an­der brau­chen. Das ist doch ei­ne schö­ne Bot­schaft, oder?“

Fo­to: Breu­el

Mai­ke Kühl, Han­nes Ringl­stet­ter und Se­bas­ti­an Puf­paff (von li.)

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