Pi­xel im Test: teu­res Mit­tel­maß

tz - - GELD+MARKT - MARC KNIEPKAMP

Goog­le bläst zum An­griff auf das Ar­ma­tu­ren­brett! Der Such­ma­schi­nen-Gi­gant bringt sein Sys­tem An­dro­id Au­to auf al­le Smart­pho­nes – bis­her war es nur bei et­wa 200 Neu­wa­gen-Mo­del­len un­ter­stützt wor­den. Die tz klärt die wich­tigs­ten Fra­gen:

■ Was kann die App? Es han­delt sich um ei­ne ver­ein­fach­te Ver­si­on des gän­gi­gen Be­triebs­sys­tems An­dro­id. Es hält grund­le­gen­de Smart­pho­ne-Funk­tio­nen be­reit und wird per Sprach­be­die­nung ge­steu­ert. Die re­du­zier­te Darstel­lung soll da­für sor­gen, dass der Fah­rer nicht ab­ge­lenkt wird. ■ Wie vie­le Au­tos ha­ben das Sys­tem bis­her un­ter­stützt? Bis­lang funk­tio­nier­te die­ser Goo­gleDi­enst nur in Au­tos mit kom­pa­ti­blem En­ter­tain­ment-Sys­tem und ei­ge­nem Dis­play. Das Smart­pho­ne war da­bei nur Zu­spie­ler via USB-Ka­bel. Laut Goog­le un­ter­stüt­zen der­zeit 200 Au­to­mo­del­le von 50 Her­stel­lern das Sys­tem.

■ Wer kann die neue Ver­si­on nut­zen? Je­der Au­to­fah­rer, der ein An­dro­id-Han­dy mit der Ver­si­on 5.0 (Lol­li­pop) oder hö­her be­sitzt. An­dro­id Au­to läuft künf­tig auch di­rekt auf dem Han­dy­dis­play – und da­mit in je­dem be­lie­bi­gen Wa­gen. Im Ok­to­ber hat Goog­le sei­ne Smart­pho­nes Pi­xel und Pi­xel XL vor­ge­stellt – die ers­ten Ge­rä­te, die Goog­le kom­plett un­ter ei­ge­ner Flag­ge ver­mark­tet. Die Stif­tung Wa­ren­test hat die Ge­rä­te ei­nem Schnell­test un­ter­zo­gen, um her­aus­zu­fin­den, ob der stol­ze Preis von 750 bis über 1000 Eu­ro ge­recht­fer­tigt ist. Das Fa­zit der Tes­ter: Die Han­dys ge­ben sich kei­ne Blö­ße, es han­delt sich um „so­li­de An­dro­id-Smart­pho­nes“. An­de­rer­seits konn­ten die Tes­ter aber auch kei­ne be­son­de­ren Stär­ken aus­ma­chen. Der größ­te Vor­teil ist das im­mer ak­tu­el­le Be­triebs­sys­tem. Mit den Flagg­schif­fen von Samsung, App­le und Co. kön­ne das Pi­xel-Pho­ne aber nicht mit­hal­ten, so die Tes­ter.

Wel­che Vor­tei­le will das Sys­tem bie­ten? An­dro­id Au­to bie­tet un­ter an­de­rem Funk­tio­nen rund um Kar­ten, Na­vi­ga­ti­on, das Ab­spie­len von Mu­sik (über die Di­ens­te Spo­ti­fy und Goog­le Play Mu­sik), das Frei­spre­chen beim Te­le­fo­nie­ren, die Sprach­ein­ga­be für Nach­rich­ten und ei­ne all­ge­mei­ne Sprach­be­die­nung für die ver­schie­de­nen Funk­tio­nen, da­mit man die Hän­de nicht vom Steu­er neh­men muss. Ist ein Smart­pho­ne per Blue­tooth mit dem Au­to ge­kop­pelt, star­tet An­dro­id Au­to automatisch beim Ein­stei­gen.

■ War­um bringt Goog­le sein Sys­tem jetzt auf’s Smart­pho­ne? Der In­ter­ne­trie­se macht sich da­mit von den Au­to­her­stel­lern un­ab­hän­gig. Die Ver­brei­tung von An­dro­id Au­to ging bis­her nur schlep­pend vor­an, auch weil ■ sich die Men­schen nicht al­le zwei Jah­re ein neu­es Au­to kau­fen. Jetzt ist Goog­le nicht mehr dar­auf an­ge­wie­sen, von den Au­to­her­stel­lern ei­nen Platz im Cop­ck­pit zu­ge­wie­sen zu be­kom­men.

An­dro­id Au­to funk­tio­niert nun auf je­dem Smart­pho­ne

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.