Was hat Trump vor?

tz - - TRUMP – NEUER US-PRÄSIDENT - DO­MI­NIK LASKA DO­MI­NIK LASKA

Trump ver­sprach im Wahl­kampf neue Ar­beits­plät­ze. Der wich­tigs­te Sek­tor soll die In­dus­trie sein – der Berg­bau soll wie­der Koh­le för­dern, US-Un­ter­neh­men sol­len den Weg zu­rück in die hei­mi­sche Pro­duk­ti­ons­stät­ten fin­den. Trump for­dert die Ver­la­ge­rung vom Aus­land zu­rück ins In­land. Tat­sa­che ist, dass vie­le Un­ter­neh­men ge­nau das schon ge­tan ha­ben. Al­ler­dings sind auf­grund der fort­schrei­ten­den Di­gi­ta­li­sie­rung knapp ein Drit­tel der Ar­beits­plät­ze ver­lo­ren ge­gan­gen. Ein Pro­zess, den auch Trump nicht auf­hal­ten kann. Eben­so wird es ihm un­mög­lich sein, ge­gen den Trend der Glo­ba­li­sie­rung an­zu­ge­hen. Die Pro­duk­ti­on im Aus­land fin­det wei­ter statt. ■ Steu­er­po­li­tik: Die Un­ter­neh­mens­steu­er will Trump von 35 auf 15 Pro­zent sen­ken. Das soll die Fir­men da­von ab­hal­ten ab­zu­wan­dern. Im Blick hat er auch das Steu­er­sys­tem: Die sie­ben Steu­er­klas­sen will er auf vier re­du­zie­ren –

Trump und die Na­to: Soll­te er sei­ne Dro­hun­gen wahr ma­chen, wer­den die Kräf­te­ver­hält­nis­se in­ner­halb der Na­to auf ei­ne schwe­re Pro­be ge­stellt wer­den. Trump for­dert, dass die Mit­glied­staa­ten nicht mehr als „Tritt­brett­fah­rer“von den US-Ame­ri­ka­nern und de­ren Schutz pro­fi­tie­ren sol­len. Statt­des­sen will er aus dem Ver­bund ein pro­fi­ta­bles Ge­schäft ma­chen. Staa­ten, wie Deutsch­land oder Ja­pan, sol­len für den Schutz zah­len, den die USA in­ner­halb der Na­to ge­währ­leis­ten kann. Ob Trump das durch­set­zen kann, ist frag­lich. Au­ßen­po­li­tisch bleibt er ein Buch mit sie­ben Sie­geln. Für tz- Ex­per­te Prof. Ja­mes Da­vis ist ei­nes si­cher: „Die Eu­ro­pä­er wer­den nicht auf ein­mal an­fan­gen, für ih­re Ver­tei­di­gung an die USA Geld ab­zu­ge­ben, nur weil Herr Trump das ver­langt“. Die Fol­ge: Das di­plo­ma­ti­sche Ver­hält­nis 0, 10, 20 und 25 Pro­zent Ein­kom­mens­steu­er. Wer Sing­le ist und we­ni­ger als 25 000 US-Dol­lar im Jahr ver­dient, wird von der Steu­er­lis­te ge­stri­chen. Eben­so Ver­hei­ra­te­te, die we­ni­ger als 50 000 Dol­lar ver­die­nen. Al­ler­dings wird auch der Spit­zen­steu­er­satz von der­zeit 40 Pro­zent dras­tisch ge­senkt. Am En­de spa­ren die Rei­chen mehr Steu­ern als die Ärms­ten. Das größ­te Pro­blem wird die Fi­nan­zie­rung. Bil­lio­nen Dol­lar wür­de ei­ne sol­che Sys­tem­re­vo­lu­ti­on kos­ten, ein Re­fi­nan­zie­rungs­plan wur­de von Trump bis­her nicht vor­ge­legt. Die Ra­ting­agen­tur Moo­dys warnt: Die Staats­ver­schul­dung kann ex­plo­die­ren, die Ver­brau­cher­prei­se wür­den stei­gen. ■ Ge­sund­heits- und Sozialpolitik: „Oba­ma­ca­re“ist ei­nes der Hass­ob­jek­te Trumps. Er will die von sei­nem Vor­gän­ger ein­ge­führ­te Kran­ken­ver­si­che­rung am liebs­ten so­fort ab­schaf­fen und durch ein neu­es Sys­tem er­set­zen. Die­ses von Trump’schen Ide­en durch­setz­te Sys­tem sol­le vor al­lem durch den frei­en Markt re­gu­liert wer­den – Kran­ken­ver­si­che­rung als Wett­be­werb. Er wird, wenn er sei­ne Dro­hung wahr­ma­chen will, mit ei­ner Ge­set­zes­än­de­rung vor den Kon­gress tre­ten müs­sen, des­sen Zu­stim­mung er braucht. Dann ist der Weg zur Ver­nich­tung von „Oba­ma­ca­re“frei. Zu­dem ist Trump ein ra­di­ka­ler Geg­ner der Ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on „Pl­an­ned Pa­rent­hood“, die Ab­trei­bungs­kli­ni­ken be­treibt. Ihr will er die zwi­schen Eu­ro­pa und den USA droht Scha­den zu neh­men. ■ Russ­land und Pu­tin: Die Äu­ße­run­gen zu Russ­land und Wla­di­mir Pu­tin sind ge­spal­ten. Ei­ner­seits hegt Trump ei­ne ge­wis­se Be­wun­de­rung für den rus­si­schen Prä­si­den­ten, an­de­rer­seits mach­te er im Wahl­kampf des Öf­te­ren klar, dass er nicht da­vor zu­rück- ie Wahl Do­nald Trumps zum 45. Prä­si­den­ten der Ver­ei­nig­ten Staa­ten ist, an­ders kann man es nicht nen­nen, ei­ne Sen­sa­ti­on. Die­se Ent­schei­dung des ame­ri­ka­ni­schen Vol­kes rüt­telt am Ge­fü­ge der gan­zen Welt. Was hat Trump vor? Was kann er um­set­zen? Und wel­che Vor­ha­ben sind nur Träu­me­rei­en? Die be­ant­wor­tet die wich­tigs­ten Fra­gen: Mit­tel kom­plett strei­chen. Auch könn­te die Ab­trei­bung ge­ne­rell wie­der un­ter Stra­fe ge­stellt wer­den. Al­ler­dings ar­bei­ten der Kon­gress und auch die Ge­rich­te sehr lang­sam. Ei­ne schnel­le Um­set­zung ist un­rea­lis­tisch. ■ Obers­ter Ge­richts­hof: Nach dem Tod von Bun­des­rich­ter An­to­nin Sca­la ist ein Platz am Obers­ten Ge­richts­hof frei. Trump wird ihn mit ei­nem kon­ser­va­ti­ven Rich­ter be­set­zen, der der Grand Old Par­ty na­he­steht. Da­durch wer­den die Re­pu­bli­ka­ner nicht nur im Kon­gress, son­dern auch im Obers­ten Ge­richts­hof die Mehr­heit ha­ben. Trumps Ent­schei­dung wird weit­rei­chen­de Kon­se­quen­zen ha­ben, da die Rich­ter am Su­pre­me Court auf Le­bens­zeit be­nannt wer­den. Hin­zu kommt, dass zwei wei­te­re Rich­ter be­reits über 80 Jah­re alt sind. Vor­ha­ben wie ei­ne Re­vo­lu­ti­on von „Oba­ma­ca­re“, die Il­le­ga­li­sie­rung der Ab­trei­bung und auch der Ho­mo-Ehe könn­ten da­durch um­ge­setzt wer­den. schre­cken wür­de,■■ rus­si­sche Kampf­jets s ab­schie­ßen zu las­sen, soll­ten sich die­se dem ame­ri­ka­ni­schen Mi­li­tär zu na­he kom­men. Zu Russ­lands Ein­satz in der Ukrai­ne, sag­te Trump das sei ein eu­ro­päi­sches Pro­blem. Im Ukrai­neKon­flikt könn­ten in Zu­kunft al­so Deutsch­land und die EU auf sich al­lei­ne ge­stellt sein. Den­noch be­ton­te Trump, en­ger mit Russ­land und Pu­tin zu­sam­men­ar­bei­ten zu wol­len. Vor al­lem im Kampf ge­gen den Is­la­mi­schen Staat (IS). Dass Russ­land aber, ge­mein­sam mit Sy­ri­ens Staats­prä­si­dent Ba­schar al-As­sad, auf Re­bel­len feu­ert, scheint Trump noch nicht rea­li­siert zu ha­ben. Ein US-ame­ri­ka­ni­scher Schul­ter­schluss mit Pu­tin wird die Zu­sam­men­ar­beit zwi­schen der EU und den USA vor ei­ne gro­ße Her­aus­for­de­rung stel­len. ■ Waf­fen­ge­set­ze: Trump wur­de im Wahl­kampf von der Waf­fen­lob­by NRA un­ter­stützt, er steht für ei­ne stär­ke­re Be­waff­nung der Bür­ger. Ei­ne Ein­schrän­kung der Waf­fen­ge­set­ze ist un­rea­lis­tisch. Trump glaubt: Wenn al­le be­waff­net sind, kön­nen sich auch al­le bes­ser vor Amok­läu­fen und An­schlä­gen schüt­zen. ■ Ein­wan­de­rungs­po­li­tik: Trump ver­folgt ei­ne Null-To­le­ranz-Po­li­tik. Nach­dem er zu Be­ginn sei­nes ■ Wahl­kamp­fes an­ge­kün­digt hat­te, al­le il­le­gal Ein­ge­reis­ten de­por­tie­ren zu las­sen, sag­te er kürz­lich, er wol­le sich zu­nächst auf die­je­ni­gen kon­zen­trie­ren, die kri­mi­nell auf­fäl­lig wa­ren. Das wä­ren rund zwei Mil­lio­nen. Ob, wann und wie sein Vor­ha­ben zu rea­li­sie­ren ist, ist frag­lich. Der bü­ro­kra­ti­sche und lo­gis­ti­sche Auf­wand wä­re im­mens. Zu­dem wür­de ein sol­ches Vor­ha­ben Mil­li­ar­den US-Dol­lar ver­schlin­gen. ■ Grenz­mau­er zu Me­xi­ko: Glei­ches gilt für den von Trump pro­kla­mier­ten Mau­er­bau an der Gren­ze zu Me­xi­ko. Wei­te­re Pro­ble­me: Das Grenz­ge­biet ist zu größ­ten Tei­len in Pri­vat­be­sitz – dort kann nicht ein­fach ei­ne Mau­er er­rich­tet wer­den. Zum an­de­ren wird auch die­ses Pro­jekt Kos­ten im zwei­stel­li­gen Mil­li­ar­den­be­reich ver­schlin­gen. Ob ein Plan für bei­des ge­neh­migt wer­den wür­de – trotz ei­nes re­pu­bli­ka­ni­schen Kon­gres­ses – ist mehr als frag­lich.

Kampf ge­gen den Is­la­mi- chen Staat: Trump stell­te in sei­nem Pro­gramm zwei Kern­punk­te vor. Er will den IS sei­ner Geld­quel­len be­rau­ben, in­dem er Öl­fel­der bom­ba­diert. An­der­seits will er die Ter­ror­mi­liz mit US-Bo­den­trup­pen be­kämp­fen. Fest steht: Ein Prä­si­dent kann nicht ein­fach ei­nen Krieg er­klä­ren. Das kann nur der Kon­gress. Er kann sehr wohl Kampf­trup­pen in frem­de Län­der ent­sen­den, aber auch hier muss er den Kon­gress spä­tes­tens nach 90 Ta­gen um Zu­stim­mung bit­ten. Für ei­ne Bo­den­of­fen­si­ve wird er sie wohl nicht be­kom­men. Au­ßer­dem lieb­äu­gelt er im Kampf ge­gen den IS mit ei­ner Zu­sam­men­ar­beit mit Russ­land. Auch das wür­de ein Ver­kom­pli­zie­rung der Be­zie­hun­gen zur EU und zu Deutsch­land be­deu­ten.

Trump und die Atom­waf­fen: Ei­ne von Trumps wich­tigs­ten au­ßen­po­li­ti­schen For­de­run­gen ist die Auf­lö­sung des Iran-Ab­kom­mens. Es sei „de­sas­trös“. Nach der Wahl for­der­te der Iran den de­si­gnier­ten Prä­si­den­ten hin­ge­gen da­zu auf, sich an das Ab­kom­men zu hal­ten. Ei­nes hat Trump in den letz­ten Mo­na­ten durch­bli­cken las­sen. Mit dem The­ma Atom­waf­fen geht er lo­cker um. Zwar be­ton­te er im­mer wie­der, dass er der Letz­te sei, der sie ein­set­zen wol­le, aber vom Tisch sei das The­ma nicht. Si­cher ist ei­nes: Der Prä­si­dent ist der Ein­zi­ge, der den Ein­satz von Atom­waf­fen an­ord­nen kann und auch über die Co­des da­für ver­fügt. Aber auch Trump wird nicht ein­fach aus ei­ner Lau­ne her­aus an den ato­ma­ren Knöp­fen her­um­spie­len.

tz

Teil­wei­se gibt es schon Grenz­zäu­ne (li.). Trump will die Mau­er

Trump deu­te­te an, dass er en­ger mit Pu­tin zu­sam­men­ar­bei­ten will

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.