War­um wä­re die Stra­fe so hoch?

tz - - BAYERN -

Fast ei­ne Vier­tel­mil­li­on Eu­ro Stra­fe, wie ur­sprüng­lich ver­an­schlagt, geht das denn? Das Straf­recht soll ei­nen Mil­lio - när mit der­sel­ben Här­te be­lan­gen wie ei­nen Tel­ler­wä­scher. Kommt ei­ne Geld­stra­fe in Be­tracht, prüft das Ge­richt die Ein­kom­mens­ver­hält­nis­se des An­ge­klag­ten und teilt den mo­nat­li­chen Net­to­ver­dienst durch 30. Das Ein­kom­men ei­nes Ta­ges muss der Veur­teil­te für ei­ne be­stimm­te An­zahl von Ta­gen kom­plett an die Staats­kas­se ab­tre­ten, bei­spiels­wei­se bei Jens Leh­mann 60 Ta­ges­sät­ze mal 4000 Eu­ro macht 240 000 Eu­ro. An­de­res Bei­spiel: Ein Ma­na­ger mit 6000 Eu­ro net­to und ein Hilfs­ar­bei­ter mit 1200 Eu­ro net­to wer­den wie­der­holt beim Schwarz­fah­ren er­wischt. Bei­de wer­den zu fünf Ta­ges­sät­zen ver­ur­teilt. Der Ma­na­ger muss 1000 Eu­ro zah­len, der Ar­bei­ter 200 Eu­ro. Wie vie­le Ta­ges­sät­ze je­weils fäl­lig wer­den, hängt von der Schwe­re des Ver­ge­hens und der Schuld ab. Mi­ni­mal kön­nen fünf, ma­xi­mal 360 Ta­ges­sät­ze ver­hängt wer­den. Die Hö­he be­trägt zwi­schen ein Eu­ro und 30 000 Eu­ro. Kann der Tä­ter nicht zah­len, muss er die Stra­fe ab­sit­zen: Ein Tag Haft er­setzt ei­nen Ta­ges­satz.

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