An­rüh­rend und lus­tig

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Noch ein Jahr zu le­ben, län­ger nicht – was für ei­ne Dia­gno­se! Je­der wür­de da­mit wohl an­ders um­ge­hen: Der ei­ne ver­sinkt in Tr­üb­sal, die an­de­re tritt viel­leicht noch ein­mal ei­ne Welt­rei­se an. Die Ärz­tin Ka­rin (Ma­rie­le Mil­lo­witsch) wählt ei­nen drit­ten Weg: Sie zieht bei ih­rer Toch­ter St­ef­fi (Mi­na Tan­der) und ih­rer Fa­mi­lie ein. Seit Jah­ren hat­ten sie kei­nen Kon­takt mehr. Schnell wird klar: „Ma­ma geht nicht mehr“! Wel­che Fol­gen das hat und wie sich vie­les den­noch zum Gu­ten wen­det, er­zählt der ZDF-Film (Re­gie: Vi­vi­an Nae­fe) auf an­rüh­ren­de, auf­wüh­len­de – und so­gar lus­ti­ge Art und Wei­se. Die­ser Spa­gat ge­lingt vor al­lem dank Haupt­dar­stel­le­rin Ma­rie­le Mil­lo­witsch, die ih­rer Fi­gur ei­ne wür­de­vol­le Ge­las­sen­heit und prak­ti­sche Hemds­är­me­lig­keit mit auf den Weg gibt.

„Ich konn­te die Fi­gur an­fangs nicht lei­den“, gibt die Köl­ne­rin of­fen zu. „Ich ha­be nur ge­dacht: Was für ei­ne Zi­cke! Das fand ich reiz­voll.“Sie selbst be­schäf­ti­ge sich üb­ri­gens nicht be­son­ders mit dem The­ma ei­ge­ne Sterb­lich­keit. „Ich le­be eher von Tag zu Tag“, sagt Mil­lo­witsch. Nicht um­sonst sei ihr Lieb­lings­spruch der von Os­car Wil­de: „Wie bringst du den lie­ben Gott zum La­chen? Er­zäh­le ihm dei­ne Plä­ne.“Lan­ge Pla­nun­gen hät­ten oh­ne­hin kei­nen Zweck. „Lie­ber soll­te man es sich je­den Tag schön ma­chen und schau­en, was kommt“, so Mil­lo­witsch.

CSU-Po­li­ti­ke­rin Ger­da Has­sel­feldt

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