Wie gut sind die Jun­gen wirk­lich?

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Mor­gen zur Qua­li nach San Ma­ri­no, am Di­ens­tag zum Test­kick nach Ita­li­en. Gibt es ei­ne bes­se­re Ge­le­gen­heit für Joa­chim Löw, um wei­ter am Ge­ne­ra­ti­ons­wech­sel des Welt­meis­ters zu bas­teln? Nach Max Mey­er, Ju­li­an Brandt und Ni­k­las Sü­le dür­fen nun Ser­ge Gn­ab­ry, Ben­ja­min Hen­richs und Yan­nick Ger­hardt zei­gen, was sie kön­nen. Die tz hat mit je­man­dem ge­spro­chen, der das schon weiß: Horst Hru­besch, bis zum Som­mer U 21-Na­tio­nal­trai­ner und Sil­ber­me­dail­len-Ge­win­ner von Rio. Das In­ter­view:

Herr Hru­besch, freut es Sie, dass die jun­gen Wil­den auch bei Joa­chim Löw im­mer mehr an Ge­wicht ge­win­nen?

Hru­besch: Na­tür­lich. Ent­schei­dend ist, dass wir nach 2000 vie­les rich­tig ge­macht ha­ben. Selbst bei den ganz Klei­nen ver­su­chen wir, den gan­zen Ma­mas, Pa­pas, Tan­ten, On­keln und Übungs­lei­tern bei kind­ge­rech­tem Trai­ning an die Hand zu ge­hen. Dann wä­ren da noch un­se­re DFB-Stütz­punk­te, die Lan­des­ver­bän­de, die Leis­tungs­zen­tren und die Ju­gen­dNa­tio­nal­mann­schaf­ten – al­les zu­sam­men er­gibt ei­nen schlüs­si­gen Aus­bil­dungs­weg. Aber wir müs­sen dran­blei­ben. Das Ein­zi­ge, was wir nicht tun soll­ten, ist, uns auf ir­gend­et­was aus­zu­ru­hen.

Sie ha­ben die Aus­bil­dungs­mög­lich­kei­ten an­ge­spro­chen, aber in­wie­weit ist auch das Ta­lent der Em­por­kömm­lin­ge ent­schei­dend für den ak­tu­el­len Youngs­ter-Boom?

Hru­besch: Ta­lent war schon im­mer da, nur kam es bis zum Bos­mann-Ur­teil (1995, die Re­dak­ti

on) nie recht zur Gel­tung. Da- mals ha­ben sich hier in der Bun­des­li­ga genau­so vie­le Deut­sche ge­tum­melt wie Aus­län­der. Je­den Aus­län­der, der für bil­li­ges Geld zu krie­gen war, ha­ben wir ge­kauft und die Jun­gen rechts und links lie­gen las­sen. Ich ha­be es ja da­mals schon im­mer wie­der an­ge­pran­gert: Mei­ne jun­gen Wil­den sind bes­ser als die bil­li­gen Aus­län­der, die wir da­mals ge­kauft ha­ben. Mit dem Lauf der Jah­re hat man ihr Ta­lent schließ­lich er­kannt. Das bes­te Bei­spiel habt ihr ja vor eu­rer Tür. Sie mei­nen Jos­hua Kim­mich? Hru­besch: Na­tür­lich. Das Ein­zi­ge, was der nicht spie­len kann, ist Tor­hü­ter. Und wie oft bin ich in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ge­fragt wor­den, ob der FC Bay­ern der rich­ti­ge Weg ist für Josh? Soll­te er nicht doch lie­ber hier oder dort blei­ben, wo er spielt? Nein! Wenn man den Jungs das Ver­trau­en schenkt, zah­len sie es ei­nem zu­rück. Er ist das bes­te Bei­spiel über­haupt, aber man sieht es ja auch an den Ju­gend-Na­tio­nal­mann­schaf­ten: Mit al­len wa­ren wir im EM-Fi­na­le, das hat es auch noch nie ge­ge­ben. Und ich bin mir si­cher, dass man auch jetzt nicht die Fü­ße still­hal­ten wird. Wir müs­sen eben zu­se­hen, wo wir uns noch wei­ter ver­bes­sern kön­nen. Dass die Jungs aber mit dem Ta­lent ar­bei­ten kön­nen, das sie ge­schenkt be­kom­men ha­ben, dürf­te ja nor­mal sein.

Hru­besch über den Auf­stieg sei­ner

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