Die meis­ten Stim­men und ver­lo­ren

tz - - TRUMP – NEUER US-PRÄSIDENT - BW.

Ei­gent­lich ver­kör­pert Newt Ging­rich (73) ge­nau das, was Trump in sei­nem Wahl­kampf lei­den­schaft­lich be­kämpft hat: die Wa­shing­to­ner Po­lit-Eli­te. Er ist ein ech­ter Po­li­tik­ve­te­ran, war in den 90er-Jah­ren der knall­har­te Spre­cher der Re­pu­bli­ka­ner im Re­prä­sen­tan­ten­haus und da­mals der schärfs­te Wi­der­sa­cher Bill Cl­in­tons. Der ul­tra­rech­te Re­pu­bli­ka­ner hat­te sich früh auf Trumps Sei­te ge­schla­gen – an­ders als der Groß­teil der Par­tei-Eli­te. Er gilt als ähn­lich im­pul­siv wie Trump – die bei­den könn­ten als au­ßen­po­li­ti­sches Duo In­fer­na­le auf­tre­ten.

Do­nald Trump darf sich seit dem Wahl­abend „Pre­si­dent elect“nen­nen, aber wirk­lich ge­wählt ist der 70-Jäh­ri­ge noch nicht. Erst am 19. De­zem­ber wer­den die Wahl­män­ner der ein­zel­nen Bun­des­staa­ten of­fi­zi­ell über den Re­gie­rungs­chef ab­stim­men. Die­se Wahl ist rei­ne Form­sa­che, denn die Wahl­män­ner und -frau­en müs­sen sich nach dem Er­geb­nis in ih­ren Staa­ten rich­ten. Trump hat 289 Stim­men in dem ins­ge­samt 538-köp­fi­gen Gre­mi­um si­cher – so­gar 19 mehr als er­for­der­lich. Bei den Wäh­lern hat Wahl­ver­schreibt die Pro­blem­la­ge und lie­re­rin Hil­la­ry Cl­in­ton da­ge­die Ak­ti­vi­tä­ten, die da­ge­gen un­gen mehr Stim­men ein­ge­fah­ren: ■ ter­nom­men wer­den. 47,7 Pro­zent ge­gen­über Trumps s ■ Ha­ben al­le 50 US-Staa­ten das 47,5 Pro­zent. Die­se Un­ge­rechMehr­heits­wahl­recht? tig­keit treibt De­mo­kra­ten und In fast al­len heißt es: „Der al­le, die das ih­rer Mei­nung nach Ge­win­ner be­kommt al­les (The an­ti­quier­te Wahl­sys­tem ab­leh­win­ner ta­kes it all)“. Nur Mai­ne nen, auf die Pal­me. Die tz be- und Ne­bras­ka tei­len sie nach ■ e den tat­säch­li­chen Stim­men­ver­hält­nis­sen auf.

Ist ein Fall wie der ak­tu­el­le chon ein­mal vor­ge­kom­men?

Schon öf­ter. In Er­in­ne­rung bleibt der Wahl­aus­gang 2000, als der Re­pu­bli­ka­ner Ge­or­ge W. Bush mit 271 zu 266 Wahl­män­nern der 43. US-Prä­si­dent wird – nach Wo­chen des ju­ris­ti­schen Tau­zie­hens um den ent­schei­den­den Bun­des­staat Flo­ri­da. Rund 540 000 mehr Wäh­ler­stim­men er­hält al­ler­dings der De­mo­krat Al Go­re. Die vor­he­ri­gen vier Fäl­le er­eig­ne­ten sich bei Wah­len im 19. Jahr­hun­dert.

Könn­ten Wahl­män­ner auch in­fach aus­sche­ren?

Das ist schon vor­ge­kom­men. Noch nie wur­de aber durch ei­ne ab­wei­chen­de Wahl­mann-Stim­me das Er­geb­nis ver­än­dert. ■ Wie vie­le Stim­men ha­ben die Bun­des­staa­ten?

Das be­misst sich nach der Zahl der Se­na­to­ren und Kon­gress­ab­ge­ord­ne­ten des Staa­tes, min­des­tens drei. Ka­li­for­ni­en hat mit 55 die meis­ten. ■ Wer un­ter­nimmt et­was ge­gen die mög­li­che Un­ge­rech­tig­keit?

Ak­tu­ell läuft ei­ne Un­ter­schrif­ten­ak­ti­on, um ein für al­le Mal Schluss mit dem Elec­to­ral Col­le­ge zu ma­chen. Seit Län­ge­rem läuft ein Vor­stoß von elf Bun­des­staa­ten (in­ge­samt 165 Wahl­män­ner), den Prä­si­den­ten ge­mäß dem Stim­men­an­teil zu wäh­len. ■ Was ist der Be­weg­grund da­für?

Staa­ten, in de­nen das Er­geb­nis vor­her­seh­bar ist – das sind die meis­ten –, wer­den von den Prä­si­dent­schafts­kan­di­da­ten im Wahl­kampf igno­riert. Be­son­ders um­kämpf­te „batt­le­ground states“er­hal­ten auch sonst Vor­zugs­be­hand­lung, z. B. bei Bun­des­zu­schüs­sen. ■ Was sagt die US-Ver­fas­sung zum Thema?

Sie lässt den Staa­ten freie Hand. Bei der Wahl von Ge­or­ge Wa­shing­ton 1789 nutz­ten nur drei Staa­ten das ge­gen­wär­ti­ge Sys­tem.

Hil­la­ry Cl­in­ton hat mehr Stim­men, aber zu we­ni­ge Wahl­män­ner

Foto: dpa

Wahl­ka­bi­ne in ei­ner Schu­le von Asto­ria, New York

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