Deut­sche Groß­el­tern

tz - - TRUMP – NEUER US-PRÄSIDENT - DL

Do­nald Trump ist US-Ame­ri­ka­ner. Sonst dürf­te er auch gar nicht Prä­si­dent wer­den. Aber der 70-Jäh­ri­ge hat deut­sche Wur­zeln. Und zwar in Rhein­land-Pfalz, ge­nau­er in dem klei­nen Städt­chen Kall­stadt. Bis 1939 ge­hör­te es zum Kö­nig­reich Bay­ern. 1200 Ein­woh­ner, be­kannt für gu­ten Wein. Die Groß­el­tern Fried­rich und Eli­sa­beth wan­der­ten da­mals aus Deutsch­land aus, emi­grier­ten in die USA. Fried­rich Trump mach­te ein Ver­mö­gen mit Re­stau­rants.

Noch heu­te ste­hen auf dem Fried­hof von Kall­stadt Gr­ab­stei­ne, die den Na­men Trump tra­gen (Foto re.). Das ehe­ma­li­ge Haus der Groß­el­tern des de­si­gnier­ten Prä­si­den­ten steht ak­tu­ell so­gar zum Ver­kauf (Foto o.). Der Stamm­baum der Trumps geht zu­rück bis in den 30-jäh­ri­gen Krieg. Da­mals noch un­ter dem Na­men Drumpf ließ sich die Fa­mi­lie im Jahr 1608 in Kall­stadt nie­der. Im Lau­fe des Micha­el D’An­to­nio im tz- Ge­spräch. „Kil­ler“meint in die­sem Zu­sam­men­hang je­ne Leu­te, die Er­folg über al­les stel­len und da­mit auch er­folg­reich sind. Die­se Men­ta­li­tät nahm der klei­ne Do­nald früh in sich auf. Ei­gent­lich soll­te der äl­tes­te Trump-Spröss­ling Fred Jr. das Un­ter­neh­men des Va­ters über­neh­men. Die­ser je­doch konn­te mit je­ner Men­ta­li­tät nicht um­ge­hen und wur­de statt­des­sen Pi­lot. Do­nald rück­te 17. Jahr­hun­derts, so die Auf­zeich­nun­gen, än­der­te sich der Na­me von Drumpf in Trump. Die Fa­mi­lie ist zu­dem auch mit ei­nem wei­te­ren Un­ter- auf. Re­gel­mä­ßig nahm ihn der Va­ter mit auf die Bau­stel­len. Fred war ar­beits­wü­tig. Vol­ler Ehr­geiz und Er­folgs­wil­len. Und die Ar­beits­mo­ral des Se­ni­ors saug­te der jun­ge Do­nald früh auf. ■ Die Kind­heit: Die Trumps leb­ten in ei­nem no­blen Vier­tel im New Yor­ker Stadt­teil Queens. Den Groß­teil sei­ner Kind­heit ver­brach­te Do­nald in ei­nem herr­schaft­li­chen An­we­sen. 23 Zimmer, Chauf­feur, Per­so­nal. Lu­xus pur. „Sie ha­ben sich im­mer als sehr pri­vi­le­giert an­ge­se­hen, fast schon mit roya­lem Cha­rak­ter“, sagt D’An­to­nio. Der klei­ne Do­nald sei aber kein Ein­zel­gän­ger ge­we­sen, be­tont Trum­pBio­gra­fin Gwen­da Blair: „Er war we­der son­der­lich be­liebt, noch ein ein­sa­mer Wolf. Aber auch ein An­ge­ber, der früh als taf­fer Jun­ge an­ge­se­hen wer­den woll­te.“ neh­merim­pe­ri­um ver­wandt. Fried­richs Tan­te war die Groß­mut­ter des Un­ter­neh­mers Hen­ry John Heinz, der in den USA eben­falls reich wur­de. Mit Ketch­up. ■ Die Grund­schu­le: Trump ging auf ei­ne Pri­vat­schu­le. Die Kew-Fo­rest-School liegt mit­ten in Queens, an ei­ner be­fah­re­nen Haupt­stra­ße, wo sich Las­ter an Las­ter reiht und es nach Ab­ga­sen stinkt. Doch die 1918 er­öff­ne­te Schu­le gleicht ei­ner En­kla­ve für pri­vi­le­gier­te Kin­der. Es dau­er­te nicht lan­ge und in der Schu­le häuf­ten sich Be­schwer­den über Trump. Er selbst schrieb in sei­nem Buch The Art of the De­al, dass er auf ei­nen Mu­sik­leh­rer los­ge­gan­gen sei. D’An­to­nio er­gänzt: „Die Leh­rer rie­fen bei den Trumps an, da Do­nald oft stör­te, un­ge­hor­sam war und an­de­re schi­ka­nier­te“. Trump ha­be ihm eben­falls ein­mal ge­sagt, dass er sich seit der Grund­schu­le vom Tem­pe­ra­ment her nicht ver­än­dert ha­be, so der Bio­graf. ■ Die Mi­li­tär­schu­le: Als Re­ak­ti­on auf das Ver­hal­ten des Soh­nes schick­te ihn der Va­ter im Al­ter von 13 Jah­ren auf ei­ne Ka­det­ten­schu­le. Die New York Mi­li­ta­ry Aca­de­my, ei­ne der här­tes­ten Mi­li­tär­schu­len der USA. Ge­grün­det 1889 von Charles Jef­fer­son Wright, ei­nem Ve­te­ra­nen des US-Bür­ger­krie­ges (1860-1865). Statt Lu­xus hieß es nun Stramm­ste­hen. Trump muss­te sich zwangs­wei­se un­ter­ord­nen. Das Um­feld an der Aka­de­mie war ab­wei­send. „Ge­win­nen ist nicht al­les, es ist das Ein­zi­ge.“Ein Satz des er­folg­rei­chen Base­ball-Trai­ners Vin­ce Lom­bar­di, der von ei­nem Leh­rer dort über­nom­men wur­de. Sol­che Sprü­che be­ka­men die Jun­gen ein­ge­impft. „Wir wa­ren zu hun­dert Pro­zent mo­ti­viert und kon­zen­triert. Um nicht zu ver­sa­gen. Sie brach­ten uns bei, dass man im­mer vor­ne mar­schie­ren muss­te“, er­klärt Ted Le­vi­ne, Trumps zwi­schen­zeit­li­cher Zim­mer­ge­nos­se. Das nutz­te Trump vor al­lem im Sport. Base­ball, Foot­ball, Bas­ket­ball. Nur ei­ni­ge der Dis­zi­pli­nen. Zu Bio­graf D’An­to­nio sag­te Trump einst: „Ich war im­mer der bes­te Spie­ler. Nicht nur im Base­ball. In je­dem Sport.“Trump schloss die Mi­li­tär­schu­le 1964 ab und be­gann ein Wirt­schafts­stu­di­um. Zu­nächst in New York, spä­ter in Phil­adel­phia. Nach dem Stu­di­um stieg er in das Un­ter­neh­men des Va­ters ein, das er 1971 als CEO dann auch über­nahm. ■ Nor­man Vin­cent Pea­le: Pea­le war ein in den USA be­kann­ter Pfar­rer aus New York. Er pre­dig­te in der Marb­le Col­le­gia­te Church in Man­hat­tan. Be­kannt­heit er­lang­te er aber mit ei­nem Buch, das den Ti­tel Die Kraft des po­si­ti­ven Den­kens trug. Es ver­kauf­te sich über zwei Mil­lio­nen Mal. In der Kir­che ga­ben sich Po­li­tik- und Wirt­schafts­grö­ßen die Hand. Auch Richard Ni­xon wur­de dort des Öf­te­ren ge­sich­tet. Und auch Fred und Do­nald Trump wa­ren ste­ti­ge Gäs­te in der Kir­che Pea­les. Wie Do­nald es schon sein gan­zes Le­ben ein­ge­haucht be­kam, pre­dig­te Pea­le, das Er­folg im Sin­ne Got­tes ist. Die Kraft des po­si­ti­ven Den­kens oder: Wenn du an dei­nen Er­folg glaubst, dann wird er sich auch ein­stel­len. Es wur­de zu ei­nem Weg­wei­ser für Trump. Sei­ne Denk­mus­ter er­klärt der ehe­ma­li- ger Schul­ka­me­rad Sand McIn­tosh im tz- Ge­spräch: „Er mach­te den Ein­druck, dass er kei­ne Em­pa­thie für an­de­re zei­gen konn­te. Oder woll­te. Er hat zum Bei­spiel nie über Wit­ze an­de­rer ge­lacht. Nur über sei­ne ei­ge­nen. Er ver­stand sich mit fast al­len, aber wirk­li­che Freun­de hat­te er nicht. Nie­man­den, mit dem er in­ten­si­ve Ge­sprä­che hät­te füh­ren kön­nen. Statt Em­pa­thie steck­te hin­ter sei­nem Han­deln im­mer Stra­te­gie.“Nie­der­la­gen ge­stand sich Trump in sei­ner Kar­rie­re nie ein, auch wenn sie auf der Hand la­gen. Und auch an ei­ne Nie­der­la­ge im Prä­si­dent­schafts­wahl­kampf woll­te Trump nie glau­ben. Von ei­nem Sieg war er im­mer über­zeugt. Ganz im Sin­ne Pea­les.

Fo­tos: Las­ka, NYMA/McIn­tosh, Paul Onish, afp, Getty

Trumps El­tern Fred und Mary im Jahr 1989

Schon von klein auf un­ver­kenn­bar: Der jun­ge Do­nald Trump Die Trump-Ge­schwis­ter: Do­nald, Fred jr., Eliz­a­beth, Ma­ryan­ne und Robert (von links nach rechts) In die­sem Haus mit 23 Zim­mern im New Yor­ker Stadt­teil Queens leb­te die Fa­mi­lie Trump Die Kew-Fo­rest-Schu­le in Queens. Auf die­ser Pri­vat­schu­le ver­brach­te Do­nald Trump sei­ne ers­ten Schul­jah­re, bis er mit 13 Jah­ren zur Mi­li­tär­aka­de­mie muss­te Trump (r.) mit Mit­schü­lern bei ei­ner Schul­ver­an­stal­tung Trump (r.) als Ka­dett mit sei­nen El­tern Fred und Mary Der New Yor­ker Pfar­rer Nor­man Vin­cent Pea­le

F.: epd, dpa

Die Groß­el­tern Eli­sa­beth und Fried­rich Trump (o.) stam­men aus Kall­stadt in Rhein­land-Pfalz

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