Hat er nun die Ab­sicht, ei­ne Mau­er zu bau­en?

tz - - TRUMP – NEUER US-PRÄSIDENT -

In Se­rie ver­brei­te­te der 70-jäh­ri­ge Mil­li­ar­där im Wahl­kampf ras­sis­ti­sche Feind­se­lig­kei­ten über Me­xi­ka­ner und be­schimpf­te die­se als Ver­ge­wal­ti­ger, Dro­gen­dea­ler und Kri­mi­nel­le. Jen­seits der Gren­ze gin­gen vie­ler­orts Trum­pPup­pen in Flam­men auf. Auf der­art ver­brann­tem Ter­rain muss nun ein Neu­an­fang ge­lin­gen.

Nur we­ni­ge St­un­den nach dem Wah­l­er­folg des Po­pu­lis­ten streck­te Me­xi­kos Prä­si­dent En­ri­que Pe­ña Nieto zu­nächst ein­mal die Hand aus: Er sei zur Zu­sam­men­ar­beit mit Trump be­reit, denn bei­de Län­der sei­en „Freun­de, Part­ner und Ver­bün­de­te“, er­klär­te er über den On­li­ne­dienst Twit­ter. Vie­le in Me­xi­ko se­hen da al­ler­dings we­nig Chan­cen.

Trump hat drei Bot­schaf­ten für den süd­li­chen Nach­barn, die Me- xi­ko bis ins Mark tref­fen: An der Gren­ze will er ei­ne Mau­er bau­en las­sen, um il­le­ga­le Mi­gra­ti­on zu un­ter­bin­den - und Me­xi­ko auch noch da­für be­zah­len las­sen. Mil­lio­nen Me­xi­ka­ner oh­ne gül­ti­ge Pa­pie­re, un­ent­behr­li­che Ar­beits­kräf­te für die US-Wirt­schaft, will er ab­schie­ben. Und er will das vor gut 20 Jah­ren zwi­schen den USA, Ka­na­da und Me­xi­ko ver­ein­bar­te Nafta-Han­dels­ab­kom­men neu ver­han­deln.

Nach­dem sich die Be­fürch­tun­gen an­ge­sichts ei­nes mög­li­chen Wahl­sie­ges Trumps in Me­xi­ko be­wahr­hei­tet hat­ten, üb­te sich die Re­gie­rung in Me­xi­ko-Stadt in Zweck­op­ti­mis­mus. Die bi­la­te­ra­len Be­zie­hun­gen wür­den sich zwar än­dern, sag­te Au­ßen­mi­nis­te­rin Clau­dia Ruíz Mas­sieu. „Aber wir star­ten nicht bei null.“ Für ei­ne mög­li­che Mas­sen­rück­kehr von Lands­leu­ten sei Me­xi­ko ge­wapp­net - und für ei­ne Grenz­mau­er wer­de es ganz si­cher nicht zah­len.

Deut­lich pes­si­mis­ti­scher re­agier­ten die Fi­nanz­märk­te des Lan­des auf Trumps Sieg. Der me­xi­ka­ni­sche Pe­so fiel ge­gen­über dem Dol­lar auf ein his­to­ri­sches Tief, die Bör­se öff­ne­te im Mi­nus. Der Wirt­schafts­ex­per­te Jo­na­than He­ath ver­mu­tet, dass die Tal­fahrt erst ein­mal an­hal­ten wird. Für be­son­ders pro­ble­ma­tisch hält der Öko­nom die mög­li­che Neu­ver­hand­lung des Nafta-Ab­kom­mens, das Trump zu vor­teil­haft für den süd­li­chen Nach­barn fin­det. „Me­xi­ko ist das Land, das auf in­ter­na­tio­na­ler Ebe­ne am meis­ten zu ver­lie­ren hat“, sagt er.

F.: ac­tion press Foto: AFP

Trum­pMas­ken. Prä­si­dent mit vie­len Ge­sich­tern? Face­book-Chef Mark Zu­cker­berg warn­te im Wahl­kampf vor Do­nald Trump

Foto: dpa

Laut­hals sin­gen die­se bei­den Ma­ri­a­chi-Mu­si­kan­ten ih­ren Är­ger über Do­nald Trump her­aus

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