Vil­ladan­gos, 8. No­vem­ber

tz - - TRUMP – NEUER US-PRÄSIDENT -

Ges­tern mel­det die Münch­ner Mord­kom­mis­si­on: Ro­land B. ist ge­fasst! Die tz weiß: Der 45-Jäh­ri­ge ist in Spa­ni­en ent­tarnt wor­den, als er ver­such­te, ein Zimmer in ei­ner Pil­ger­her­ber­ge auf dem Ja­kobs­weg zu bu­chen. Bei sei­ner An­mel­dung schlug die eu­ro­päi­sche Ver­bre­cher­da­ten­bank Alarm.

„Ge­sprä­chig war er nicht“, sagt Jor­ge Pe­na, Chef der Pil­ger­un­ter­kunft im klei­nen Ört­chen Vil­ladan­gos del Pa­ra­mo auf tzNach­fra­ge. „Der Mann woll­te ein Zimmer. Er war mü­de von sei­nem lan­gen Fuß­marsch“, er­zählt der Spa­nier. Ro­land B. flüch­te­te al­so of­fen­bar in den Sü­den und mach­te sich zu Fuß auf den lan­gen Weg zu ei­ner hei­li­gen Wan­de­rung. Such­te der Mann, der sei­ne Freun­din er­sto­chen ha­ben soll, et­wa Halt im Glau­ben?

Es spricht ei­ni­ges da­für: Schon kurz nach der Tat wur­de be­kannt, dass B. ger­ne reist. Am liebs­ten ist er in den Ber­gen un­ter­wegs. Der rund 800 Ki­lo­me­ter lan­ge Ja­kobs­weg zwi­schen Pam­plo­na und San­tia­go de Com­pos­te­la passt durch­aus ins Bild. In der Un­ter­kunft auf hal­ber Stre­cke tauch­te er am Di­ens­tag ge­gen Mit­ter­nacht al­lei­ne auf. Er trug ei­nen Ruck­sack auf den Schul­tern, sah ab­ge­kämpft aus. Als Jor­ge Pe­na die Da­ten von B.s Per­so­nal­aus­weis ins Sys­tem ein­speis­te, wur­de ihm sein Ho­tel­gast als eu­ro­pa­weit zur Fahn­dung aus­ge­schrie­be­ner Ver­bre­cher aus­ge­spuckt. So­fort rief der In­ha­ber der Her­ber­ge die zu­stän­di­ge Po­li­zei­dienst­stel­le in der Pro­vinz León an.

Doch wie schaff­te B. es über­haupt, un­er­kannt 2000 Ki­lo­me­ter quer durch Eu­ro­pa zu rei­sen? Fra­gen, die sich jetzt vor al­lem die Er­mitt­ler stel­len. „Wir ge­hen fest da­von aus, dass es sich um Ro­land B. han­delt“, sag­te ges­tern Her­bert Lin­der, Vi­ze-Chef der Münch­ner Mord­kom­mis­si­on. Da es von B. al­ler­dings kei­ne ver­wert­ba­ren Fin­ger­ab­drü­cke gibt, soll ei­ne DNA-Ana­ly­se in Deutsch­land die end­gül­ti­ge Ge­wiss­heit über sei­ne Iden­ti­tät brin­gen.

Die Staats­an­walt­schaft will schnellst­mög­lich B.s Aus­lie­fe­rung nach Mün­chen be­an­tra­gen. Nach Aus­kunft der spa­ni­schen Be­hör­den wur­de der mut­maß­li­che Stal­king-Mör­der in der Zwi­schen­zeit nach Ma­drid ge­bracht, wo er in U-Haft sitzt.

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