„Er ist ge­nug ge­straft“

tz - - MÜNCHEN+REGION - MAR­KUS CHRISTANDL

Die über­le­ben­den Op­fer des schlim­men Un­glücks von Bad Ai­b­ling ha­ben das Ge­ständ­nis des An­ge­klag­ten un­ter­schied­lich auf­ge­nom­men. Tho­mas Stau­din­ger (23), der ei­nen Na­sen­bein­bruch und Prel­lun­gen er­litt, sag­te der tz: „Ich fand die Er­klä­rung des Fahr­dienst­lei­ters als vom Her­zen kom­mend. Sehr emo­tio­nal, man hat ge­merkt, dass es ihm sehr na­he geht.“Vom Un­fall hat er nur die Not­brem­sung und den Auf­prall mit­be­kom­men, dann hat­te er ei­nen Film­riss. „Ich konn­te mich nicht be­we­gen“, er­in­nert er sich an den Mo­ment, als er wie­der zu sich kam. Ei­ne Wo­che lag er im Kran­ken­haus, ei­ne Na­sen­ope­ra­ti­on folg­te. Zug fah­ren konn­te der täg­lich zur Ar­beit nach Mün­chen pen­deln­de La­bo­rant aus Bad Ai­b­ling erst wie­der nach ei­nem hal­ben Jahr. Der An­ge­klag­te tut ihm leid. „Ich glau­be, es geht ihm nicht- Dun­ge­on Hun­ter 5 auf sei­nem Han­dy

gut“, sagt der 23-Jäh­ri­ge, der auf ein ge­rech­tes Ur­teil hofft: „Der Mann ist ge­nug ge­straft.“

Da­ge­gen mein­te Rechts­an­walt Fried­rich Schwei­kert, der meh­re­re Hin­ter­blie­be­ne ver­tritt, er sei ent­täuscht. Das Wort Ent­schul­di­gung selbst hät­ten die An­ge­hö­ri­gen nicht ge­hört. Ei­ne glaub­haf­te Ent­schul­di­gung fehlt auch des­sen Kol­le­ge Pe­ter Dürr. Auch dass sich der An­ge­klag­te nicht auf den Punkt Ablen­kung durch das Han­dy­spiel ein­ließ. „Ein Punkt, der noch ei­ne ganz we­sent­li­che Be­deu­tung ha­ben wird.“Micha­el E., des­sen Sohn schwer ver­letzt wur­de und kör­per­lich wie see­lisch lei­det, ist eben­falls ent­täuscht: „Ich bin wü­tend we­gen die­ser Rück­sichts­lo­sig­keit, was er ge­tan hat.“

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