Po­li­zei-Raz­zia im Lan­des­kri­mi­nal­amt

tz - - MÜNCHEN+REGION -

Hier steht jetzt Är­ger ins Haus! Ges­tern ha­ben Po­li­zei und Staats­an­walt­schaft die Räu­me des Lan­des­kri­mi­nal­am­tes an der Bar­ba­ra­stra­ße durch­sucht! Grund: Er­mitt­lun­gen ge­gen sechs Be­am­te we­gen des Ver­dachts der Straf­ver­ei­te­lung im Amt, Ur­kun­den­un­ter­drü­ckung, Be­trug, Da­ten­ver­än­de­rung und Fal­sch­aus­sa­gen vor Ge­richt. Und: Die Raz­zia fand just in den Räu­men der Be­hör­de statt, in de­nen be­son­ders bri­san­te Fäl­le be­han­delt wer­den – im De­zer­nat 62. Die Ab­tei­lung ist für „Or­ga­ni­sier­te Kri­mi­na­li­tät“und „be­son­de­re De­liktsfor­men“zu­stän­dig. Und aus­ge­rech­net dort sol­len sechs Be­am­te schwe­re Straf­ta­ten be­gan­gen ha­ben.

Wie die Süd­deut­sche Zei­tung wei­ter be­rich­tet sind zwei der Be­schul­dig­ten ho­he Füh­rungs­kräf­te. Als Kri­mi­nal­di­rek­to­ren be­ar­bei­ten sie fe­der­füh­rend sen­si­ble Fäl­le. Die Stim­mung im Haus ist da­her ent­spre­chend schlecht. Vor al­lem un­ter den Be­am­ten, die wei­ter­hin un­ter den Be­schul­dig­ten ar­bei­ten müs­sen. „Die­se Ab­tei­lung ist nicht mehr in­te­ger“, sag­te ein Po­li­zist der Süd­deut­schen Zei­tung. Fer­ner lei­de die Mo­ti­va­ti­on je­ner Kol­le­gen, die als Zeu­gen ge­gen ih­re Vor­ge­setz­ten aus­sa­gen muss­ten. Es blei­be Ar­beit lie­gen. „Das kann man nicht brin­gen, auch wenn die Un­schulds­ver­mu­tung gilt“, so der Be­am­te wei­ter.

Wie die Staats­an­walt­schaft Nürnberg ge­gen­über der Süd­deut­schen Zei­tung be­stä­tigt, war die Durch­su­chung nicht der ers­te un­an­ge­mel­de­te Be­such im Lan­des­kri­mi­nal­amt. Be­reits 2014 und An­fang 2015 gab es Raz­zi­en. Da­bei wur­den wohl nicht nur Bü­ros, son­dern auch Pri­vat­woh­nun­gen der Füh­rungs­kräf­te und an­de­rer Be­am­ter in Mün­chen, Nürnberg und Augsburg durch­stö­bert.

Je­de ein­zel­ne der drei Durch­su­chun­gen wur­de von ei­nem Rich­ter ab­ge­seg­net. Be­vor die­ser un­ter­schreibt, muss er prü­fen, ob der Vor­wurf schwer ge­nug und be­grün­det ist, um ei­ne der­ar­ti­ge Ak­ti­on zu recht­fer­ti­gen.

Der Ein­satz im LKA ist nicht nur des­halb spek­ta­ku­lär. Un­ge­wöhn­lich ist der Fall auch, weil sich je­der In­ter­es­sier­te zu­vor ein Bild hät­te ma­chen kön­nen, wie schwer die Vor­wür­fe ge­gen die Be­am­ten des Lan­des­kri­mi­nal­am­tes wie­gen. Und letzt­lich auch dar­über, wie be­las­tend die Be­weis­la­ge für die Er­mitt­ler tat­säch­lich ist. Ei­ni­ge der Be­schul­dig­ten muss­ten seit De­zem­ber 2015 als Zeu­gen im Würz­bur­ger VMann-Pro­zess öf­fent­lich aus­sa­gen.

F: fkn

Im Lan­des­kri­mi­nal­amt an der Bar­ba­ra­stra­ße hat die Po­li­zei Räu­me durch­sucht

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