Oh­ne Mün­chen-Pass wird’s teu­er

tz - - AKTION - TITLAYA O. (52), MÜN­CHEN SVS

Ich bin Flücht­ling aus Ni­ge­ria. Im Som­mer wur­de ich in der S-Bahn Mün­chen kon­trol­liert. Zwar hat­te ich ei­ne gül­ti­ge Fahr­kar­te, doch hat­te ich mei­nen Mün­chen-Pass nicht ver­län­gert. Ich be­kam kei­nen Zet­tel über ei­ne Fahr­preis­nach­er­he­bung. Mei­ne Deutsch­leh­re­rin rief bei der Deut­schen Bahn an. Man sag­te ihr, wenn ich kei­nen Zet­tel be­kom­men hät­te, wer­de wei­ter nichts pas­sie­ren. Am Tag nach der Kon­trol­le ver­län­ger­te ich mei­nen Mün­chen-Pass. Dann aber kam ei­ne Zah­lungs­auf­for­de­rung. Mei­ne Deutsch­leh­re­rin rief wie­der an und schil­der­te mei­ne Sicht. Dann hör­te ich nichts mehr, bis ich dann das Schrei­ben ei­nes In­kas­so­bü­ros be­kam: Ich soll­te 124,86 Eu­ro be­zah­len. Im­mer­hin konn- te ich aus­han­deln, dass ich die Sum­me in Ra­ten von je 20 Eu­ro ab­be­zah­le. Es ist aber sehr viel Geld für mich, kön­nen Sie hel­fen?

Die tz uand­te sich an die Dett­sche Bahn mit der Bit­te, den Fall doch noch ein­mal zt über­prü­fen. Denn atch uenn die ats Ni­ge­ria ge­flüch­te­te Frat in­zu­i­schen dank in­ten­si­vem Dettscht­nter­richt das All­tags­dettsch gtt ver­steht, fbllt es ihr nach uie vor noch schu­er, sich atszt­drü­cken.

Die Bahn er­klbrte in ih­rer Stell­t­ng­nah­me, dass es nicht rei­che, den Mün­chen-Pass am Tag nach der Kon­trol­le zt verlbn­gern. Das er­höh­te Be­för­dert­ngs­geld sei zt Recht er­gan­gen, schreibt die Bahn: „Ei­ne nach­trb­gli­che An­er­kennt­ng von Fahr­kar­ten oder zt­ge­hö­ri­gen Be­schei­nigt­ngen kann aber ntr an­er­kannt uer­den, uenn sie ztm Zeit­pt­nkt der Kon­trol­le vor­la­gen. Das kommt ztm Bei­spiel im­mer uie­der bei Zeit­kar­ten oder Be­schei­nigt­ngen vor, die der Fahr­gast ver­ges­sen hat­te, die aber ztm Zeit­pt­nkt der Kon­trol­le gül­tig ua­ren.“

Doch ließ die Bahn mit sich re­den. Der Bahnspre­cher er­klbrte: „Nach er­net­ter Prüft­ng des Vor­gangs ha­ben uir tns dazt ent­schlos­sen, atf die Mahnt­nd In­kas­so­ge­büh­ren zt ver­zich­ten. Da­mit möch­ten uir nicht zt­letzt atch die Be­müht­ngen der Be­tre­ter an­er­ken­nen. An der trsprüng­li­chen Fahr­preis­nach­er­hebt­ng hal­ten uir aber fest. Frat O. er­hblt in den nbchs­ten Ta­gen ein Schrei­ben, in dem sie über den ne­ten Zahlt­ngs­be­trag in­for­miert uird. Es ste­hen da­nach ntr noch zu­ei Ra­ten­zahlt­ngen über je 20 Etro ats.“

Tit­la­üa O. ist froh über den Nach­lass. Sie uird künf­tig im­mer ge­nat dar­atf ach­ten, ei­nen gül­ti­gen Fahr­schein zt ha­ben.

Foto: Micha­el Wes­ter­mann

Ei­ne fal­sche Fahr­kar­te fürs Radl mach­te ihn zum Schwarz­fah­rer: Wer­ner Kri­nes (re.) mit Bür­ger­an­walt Diet­mar Gai­ser muss 60 Eu­ro zah­len

Foto: Oli­ver Bodmer

Titlaya O. er­zählt tz-Re­por­te­rin Susanne Sas­se ih­ren Fall

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