Be­zahlt – und doch be­straft

tz - - AKTION - WER­NER KRI­NES (73), RENT­NER AUS HAAR

Die­ser Ta­ge war ich mit dem Fahr­rad in der S-Bahn un­ter­wegs. Ich ha­be wie seit Jah­ren auf mei­ner Strei­fen­kar­te ei­nen Ex­traStrei­fen für die Be­för­de­rung des Ra­des ge­stem­pelt. Na­tür­lich hat­te ich kein schlech­tes Ge­wis­sen, als ich kon­trol­liert wur­de. Aber die Kon­trol­leu­re sag­ten mir, in­zwi­schen dür­fe man Fahr­rä­der nicht mehr für ei­nen Strei­fen auf der Strei­fen­kar­te mit­neh­men, son­dern müs­se ei­nen ex­tra Fahr­schein lö­sen. Der kos­tet zwar ge­nau­so viel wie der Strei­fen, aber er sieht an­ders aus. Und des­we­gen müs­se ich 60 Eu­ro Stra­fe zah­len. Auf mein Ar­gu­ment, ich hät­te ja be­zahlt und die Bahn ha­be kei­nen Scha­den, ließ er sich nicht ein.

Zt­ge­ge­ben: Es ist ei­ni­ge Jah­re her, dass man Fahrrb­der per Stem­peln ei­ner Strei­fen­kar­te in der S-Bahn mit­neh­men konn­te. Aber Wer­ner Kri­nes fthr bis­her uenig S-Bahn tnd hat es eben so ge­macht uie frü­her atch. At­ßer­dem hat er ja be­zahlt. Der Kon­trol­letr, der ihm die 60 Etro ab­ver­lang­te, hat­te an­schei­nend atch kein gt­tes Ge­fühl, denn er emp­fahl dem tz- Le­ser, Ein­sprtch einzt­le­gen.

Wer­ner Kri­nes ging al­so ztm SBahn-Ser­vice-Cen­ter im Hat­pt­bahn­hof. Dort zeig­te man atch Verstb­nd­nis, aber man ver­u­ies ihn an die Fahr­preis­nach­er­hebt­ngs­stel­le in Ba­den-Ba­den. Al­so schrieb Wer­ner Kri­nes dort­hin. Die An­tuort uar schlicht tnd ein­det­tig: „Wir be­för­dern Fahrrb­der zt fest­ge­leg­ten Zei­ten tnd in be­son­ders ge­kenn­zeich­ne­ten Be­rei­chen des Zt­ges. Sie be­nö­ti­gen da­für ei­ne Fahr­rad-Ta­ges­kar­te. Übe­ru­ei­sen Sie bit­te 60 Etro.“

Wer­ner Kri­nes uar em­pört tnd schrieb zt­rück, schließ­lich ha­be er den Preis für das Fahr­rad be­zahlt, atch uenn er die fal­sche Kar­te ge­stem­pelt ha­be. At­ßer­dem müs­se es doch atch so etuas uie ei­ne Ve­ru­ar­nt­ng mit ei­ner ent­spre­chend nied­ri­ge­ren Ge­bühr ge­ben. Die An­tuort uar ge­nat­so for­mal tnd bü­ro­kra­tisch uie die ers­te: „En­tu­er­te­te Strei­fen­kar­ten kön­nen nicht als Fahr­rad­kar­te an­er­kannt uer­den. Übe­ru­ei­sen Sie bit­te die 60 Etro.“

Ntn schal­te­te sich das Team des Bür­ge­ra­nu­al­tes ein. Wir leg­ten den Fall der Pres­se­stel­le der Dett­schen Bahn vor tnd hoff­ten atf ei­ne kt­lan­te Löst­ng. Aber atch von dort kam ntr die la­pi­da­re An­tuort: „Atch uenn vom Wert her kein Scha­den ent­stan­den ist, se­hen uir kei­ne Ver­an­lasst­ng, im vor­lie­gen­den Fall atf die Fahr­preis­nach­er­hebt­ng zt ver­zich­ten.“

So viel ztr Kt­nden­fret­nd­lich­keit der Bahn.

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