„Trump muss zu mir in die Leh­re“

tz - - KULTUR + TV - AUF­GE­ZEICH­NET VON MATTHIAS BIE­BER

Ein Wort zur An­spra­che der Kanz­le­rin?

FJS: Da ist mit ihr wie­der mal die pro­tes­tan­ti­sche Pas­to­ren- ie es bei welt­be­we­gen­den Er­eig­nis­sen so Brauch ist, mel­den sich et­li­che (ver­meint­li­che) Ex­per­ten zu Wort. Doch ei­ner der Wich­tigs­ten wird oft ver­ges­sen – die hat ihn ex­klu­siv: Franz Jo­sef Strauß, un­ser un­sterb­li­cher Lan­des­va­ter, ord­net die dem­nächst neu­en Ver­hält­nis­se in den USA und der Welt für uns ein – über sein Sprach­rohr Helmut Schleich. Strauß mahnt zur Ge­las­sen­heit und pro­gnos­ti­ziert als Trump-Nach­fol­ger ei­nen Sioux-In­dia­ner. War­um, ver­rät er in sei­ner mes­ser­schar­fen Ana­ly­se: toch­ter durch­ge­gan­gen. Sie hat ge­sagt: Wir wer­den mit Trump zu­sam­men­ar­bei­ten, wenn er sich an un­se­re Wer­te hält. Sie hät­te den Satz fort­set­zen müs­sen: Und wenn er sich nicht an un­se­re Wer­te hält, wer­den wir trotz­dem zu­sam­men­ar­bei­ten. Wenn wir’s nicht tä­ten, wür­de Trump si­cher nicht nach Ber­lin zur Mut­ti beich­ten kom­men, son­dern mit Pu­tin, Er­do­gan und Kon­sor­ten die Welt an uns und un­se­ren Wer­ten vor­bei­re­gie­ren …

Gibt es ei­nen Aus­spruch Trumps, der Ih­nen ge­fällt?

FJS: Ja. Er hat ge­sagt: Wer kei­ne Gren­zen hat, hat auch kein Land. Mög­li­cher­wei­se hat er mit die­ser Gren­zen­lo­sig­keit sich selbst ge­meint.

Wür­den Sie mit ihm ein Bier trin­ken ge­hen? FJS: Der trinkt ja nix, der Trot­tel. Er hasst Al­ko­hol und Zi­ga­ret­ten. So hat sein Hass ja an­ge­fan­gen. Er hat Angst, dass er sich un­ter Al­ko­hol fremd wer­den wür­de – oder noch schlim­mer: dass er sich ken­nen­ler­nen wür­de. Was kommt nach Trump? FJS: Wenn das so wei­ter­geht, dass die Ame­ri­ka­ner ei­ne Min­der­heit nach der an­de­ren wäh­len – erst ei­nen Schwar­zen, dann ei­nen Mil­li­ar­där –, dann wird es in vier Jah­ren ei­nen Sioux-In­dia­ner ge­ben. Ich freue mich jetzt schon auf das Ge­jau­le der Jour­nail­le, wenn der In­dia­ner im Wig­wam vor dem Wei­ßen Haus sitzt und mit Pu­tin die Frie

dens­pfei­fe raucht.

„Zu­sam­men ein Bier trin­ken? Er trinkt ja nicht, der Trot­tel!“

Fo­tos: afp, fkn, dpa

Do­nald Trump (l.) nach dem Wah­l­er­folg im New York Hil­ton im Krei­se sei­ner Fa­mi­lie. Im wei­ßen Ge­wand sei­ne Gat­tin Me­la­nia. Franz Jo­sef Strauß in Gestalt von Helmut Schleich sagt im tz-In­ter­view: „Das Ein­bin­den der Fa­mi­lie qua­si als Clan könn­te Do­nald Trump von mir über­nom­men ha­ben“

Gött­li­che Ein­ge­bun­gen hat Do­nald Trump (r.) nö­tig – FJS ali­as Helmut Schleich hilft ihm

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