Le­wis ist bes­ser, Ni­co ist här­ter…

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Sei­te 36 Aus emo­tio­na­len Grün­den wür­de ich Ni­co Ros­berg ger­ne als Welt­meis­ter se­hen, weil er so ei­ne klei­ne, har­te Nuss ist und von Le­wis Ha­mil­ton im­mer fer­tig­ge­macht wur­de. Es wä­re auch nur ge­recht, wenn Ha­mil­ton nach den bei­den Welt­meis­ter­schaf­ten 2014 und 2015 in die­sem Jahr Ros­berg den Vor­tritt lässt. Aber so läuft das Le­ben nicht. Le­wis ist der bes­se­re Fah­rer. Er ist et­was schnel­ler als Ni­co. Da­für ist Ros­berg ex­trem hart­nä­ckig. Da­mit kom­pen­siert er sei­ne klei­ne Schwä­chen. Ni­co weiß si­cher, dass er Ha­mil­ton an ei­nem nor­ma­len Tag wohl nicht be­sie­gen kann. Er wür­de das si­cher­lich ab­strei­ten, wenn ich mit ihm dar­über re­den wür­de – aber das ist mei­ne Wahr­neh­mung. Aber Ni­co fin­det auch an­ders ei­nen Weg, wie er ge­win­nen kann. Ni­co holt ein we­nig mehr aus dem Au­to und dem Team her­aus und ver­bringt mehr Zeit da­mit, in den Da­ten zu le­sen. Er ist in sei­nem Kopf da­von über­zeugt, dass er es schaf­fen kann. Dar­um ist Ros­berg auch ein ver­dien­ter Meis­ter, soll­te er den Ti­tel ge­win­nen. Tech­nik­pech las­se ich nicht gel­ten. Zu­ver­läs­sig­keit kommt und geht bei je­dem Fah­rer. Auch Le­wis muss ak­zep­tie­ren, dass es ein Teil des Ge­schäfts ist. Aber: Wenn das Au­to dich im Stich lässt, dann musst du mehr Punk­te gut­ma­chen und fährst ein we­nig an­ders. Wenn du ei­nen Vor­sprung hast, dann fährst du kon­ser­va­ti­ver. Fest steht: Bei­de hät­ten den Ti­tel ver­dient. Es wird dar­auf an­kom­men, wer sich in den nächs­ten bei­den Ren­nen durch­set­zen kann. Zu mei­ner Zu­sam­men­ar­beit mit Li­ber­ty Me­dia, dem neu­en Ei­g­ner der Kö­nigs­klas­se, kann ich sa­gen: Ich be­ra­te sie ein we­nig, da­mit sie die For­mel 1 bes­ser ver­ste­hen. Ge­rüch­te, dass ich die Nach­fol­ge von Ber­nie Eccles­to­ne als Chef-Pro­mo­ter ein­neh­men wer­de, kann ich nicht be­stä­ti­gen. Li­ber ty ist noch gar nicht so weit ge­kom­men, ir­gend­wel­che Zu­sa­gen zu ma­chen. Al­les hängt da­von ab, was Eccles­to­ne in Zu­kunft macht.

Von Ross Brawn, Ex-Di­rek­tor Fer­ra­ri und Be­net­ton

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