„We­der sin­gen noch strip­pen“

Re­kord-Tor­schüt­ze Mi­ros­lav Klo­se über sei­ne Rück­kehr zum DFB als Trai­ner

tz - - SPORT - JOSÉ CAR­LOS MEN­ZEL LÓPEZ

T3 Hec­tor ra­di­tio­nen gilt es ein­zu­hal­ten. Stößt ein neu­er Spie­ler zur Na­tio­nal­elf, muss die­ser in der Re­gel ein Ständ­chen vor ver­sam­mel­ter Trup­pe zum Bes­ten ge­ben, bei Mi­ros­lav Klo­se ha­ben die DFB-Ki­cker Gna­de wal­ten las­sen. Noch. „Ich muss­te we­der sin­gen noch strip­pen“, sag­te der Ex-Knip­ser des Welt­meis­ters, der nun als Trai­ne­ra­zu­bi zum DFB zu­rück­ge­kehrt ist. „Ich bin ge­spannt, was da auf mich zu­kommt.“

Vor al­lem ei­nes: Lehr­stun­den! Der er­folg­reichs­te Tor­schüt­ze der WM-Ge­schich­te (16 To­re) will nun auf der Trai­ner­bank ei­ne min­des­tens ge­nau­so er­folg­rei­che Kar­rie­re ein­schla­gen – und geht da­für in die Aus­bil­dung bei Löw & Co. „Ich bin sehr glück­lich, wie­der Teil die­ser gro­ßen Fa­mi­lie hier 22 ter Ste­gen bei der Na­tio­nal­mann­schaft zu sein und die­se Mög­lich­keit be­kom­men zu ha­ben“, sag­te der Ex-Stür­mer, der sei­ne Schu­he bei La­zio Rom an den Na­gel ge­hängt hat. „Ich ha­be mich ent­schlos­sen, auch die an­de­re Sei­te zu se­hen und die Trai­ner­kar­rie­re ein­zu­schla­gen. Für die Mög­lich­keit, bei ei­nem Welt­meis­ter­trai­ner ein­zu­stei­gen, bin ich sehr dank­bar. Die be­kommt sonst nie­mand, des­halb wer­de ich al­les auf­sau­gen.“

Doch auch Löw pro­fi­tiert von der Er­fah­rung des 38-Jäh­ri­gen, der für den Bun­des­trai­ner spe­zi­ell in der po­si­ti­ons­ori­en­tier­ten Trai­nings­ge­stal­tung Gold wert ist. „Für die Mann­schaft ist Mi­ro ein gro­ßes Vor­bild, wir kön­nen viel von ihm pro­fi­tie­ren“, er­klär­te der Bun­des­trai­ner. „Im Fuß­ball spielt die Spe­zia­li­sie­rung von Po­si­tio­nen ei­ne wich­ti­ge Rol­le, und dort hat Mi­ro ja viel Er­fah­rung. In den nächs­ten Mo­na­ten wer­den wir ihn ein­ar­bei­ten, dann wird er sich um die Of­fen­siv­ar­beit küm­mern.“

Ge­ra­de bei den Spie­lern ge­nießt der Ex-Bay­er gro­ßen Re­spekt. Wer sel­ber Top-Leis­tun­gen ge­bracht hat, wird spe­zi­ell von jün­ge­ren Spie­lern mit an­de­ren Au­gen ge­se­hen. Fin­det auch Sa­mi Khe­di- ra. „Ge­ra­de für die Jun­gen wird er ein Ge­winn sein“, mein­te der Juve-Ak­teur, der die Mann­schaft heu­te auf­grund des Aus­falls von Ma­nu­el Neu­er wo­mög­lich mit der Ka­pi­täns­bin­de an­führt. „Er war ein Welt­klas­se­stür­mer, der sich be­reits wäh­rend der Kar­rie­re enorm vie­le Ge­dan­ken über den Fuß­ball ge­macht hat.“Noch be­fin­det sich Klo­se am An­fang. Die Li­zenz muss er noch er­wer­ben, auch den Um­gang mit sei­nen Spie­lern – vor al­lem dann, wenn es mal nicht so gut läuft. Wo­mit sich die Fra­ge stellt: Kann der be­son­ne­ne und ru­hi­ge Mi­ros­lav Klo­se über­haupt laut wer­den? Durch­aus, meint zu­min­dest Klo­se selbst: „Ich kann auch laut, das ist so.“Und wenn nicht? Dann kann es sich Jo­gi ja noch mal über­le­gen und ihm heu­te in San Ma­ri­no wie­der sein al­tes Tri­kot in die Hän­de drü­cken. Löw: „Mi­ro ist noch spiel­be­rech­tigt.“Und heiß. Ganz be­stimmt.

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