Was Trump will

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Noch­blei­benDo­nal­dTrumps Plä­ne va­ge – aber der künf­ti­ge US-Prä­si­dent hat am Frei­tag um­ris­sen, was er als Ers­tes an­pa­cken will, wenn er am 20. Ja­nu­ar 2017 ins Wei­ße Haus ein­zieht. ■ Ge­sund­heit: Trump er­klär­te, die Ge­sund­heits­re­form ste­he ganz oben auf sei­ner Prio­ri­tä­ten­lis­te. Trump will Oba­mas gro­ße Ge­sund­heits­re­form, die rund 20 Mil­lio­nen Men­schen ei­ne Kran­ken­ver­si­che­rung ver­schafft hat, rasch rück­gän­gig ma­chen. Er braucht da­für al­ler­dings 60 Stim­men im Se­nat – so vie­le Sit­ze ha- ben die Re­pu­bli­ka­ner dort nicht. Be­kommt die­se Mehr­heit nicht zu­sam­men, kann er „Oba­ma­ca­re“je­doch per Ein­stel­lung der Staats­zu­schüs­se un­ter­mi­nie­ren. ■ Mus­li­me: Trump er­klär­te die Grenz­si­che­rung zum wei­te­ren Schwer­punkt sei­ner ers­ten 100 Ta­ge. Auf die Fra­ge, ob er mit dem Kon­gress an ei­nem Ein­rei­se­bann für Mus­li­me ar­bei­ten wer­de, ant­wor­te­te Trump nicht. Die For­de­rung war Be­stand­teil sei­nes Wahl­kamp­fes. Auf sei­ner Home­page stand bis zu­letzt ei­ne Pres­se­mit­tei­lung, in der er das Ein­rei­se­ver­bot for­der­te. Nach Trumps Wahl­sieg ver­schwand die­se je­doch von der Sei­te. ■ Au­ßen­po­li­tik: Erst­mals hat der künf­ti­ge Prä­si­dent mit Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel te­le­fo­niert. Sie ha­be Trump gra­tu­liert und ihm mit­ge­teilt, dass sie sich dar­auf freue, ihn spä­tes­tens zum G20Gip­fel An­fang Ju­li in Ham­burg be­grü­ßen zu kön­nen. Über kon­kre­te In­hal­te des Te­le­fo­nats wur­de nichts mit­ge­teilt. ■ Han­del: Im Wahl­kampf hat­te Trump an­ge­kün­digt, die Ver­hand­lun­gen über das Frei­han­dels­ab­kom­men TTIP so­fort zu stop­pen. Falls er die Dro­hung nicht wahr macht, dürf­ten die wei­te­ren Ver­hand­lun­gen mit der EU auf je­den Fall noch schwie­ri­ger wer­den. Auch das Naft­aF­rei­han­dels­ab­kom­men mit Ka- Deutsch­land US-Wa­ren im Wert von knapp 60 Mil­li­ar­den Eu­ro. Laut ifoPrä­si­dent Cle­mens Fu­est hän­gen 1,5 Mil­lio­nen Ar­beits­plätz vom US-Ge­schäft ab: „Wenn Trump die Han­dels­schran­ken durch­set­zen könn­te, die er an­ge­kün­digt hat, wä­re der Scha­den groß.“■ Si­cher­heits­po­li­tisch: Un­ter dem Ein­druck der ers­ten so­wje­ti­schen Atom­bom­be und der Ber­lin-Blo­cka­de schlos­sen sich die west­li­chen Sie­ger­mäch­te und ei­ni­ge eu­ro­päi­sche Staa­ten 1949 zum Si­cher­heits­bünd­nis Na­to zu­sam­men – Deutsch­land trat 1955 bei. Seit­her sind die USA die mi­li­tä­ri- na­da und Me­xi­ko von 1994 will Trump neu ver­han­deln. ■ Steu­ern: Trump will un­ver­züg­lich mit der Um­set­zung sei­ner gi­gan­ti­schen Steu­er­sen­kungs­plä­ne be­gin­nen. Er will die Un­ter­neh­mens­steu­er von 35 auf 15 Pro­zent sen­ken, aber auch die Mit­tel­schicht ent­las­ten. Ex­per­ten zwei­feln an der Taug­lich­keit die­ser Plä­ne. Sie schät­zen, dass die US-Staats­schuld in Hö­he von der­zeit rund 12,8 Bil­lio­nen Eu­ro durch Steu­er­aus­fäl­le um wei­te­re Bil­lio­nen an­schwel­len wür­de. Dies wür­de Trumps Hand­lungs­spiel­raum in an­de­ren Be­rei­chen, vor al­lem bei der von ihm an­ge­kün­dig­ten Stär­kung des Mi­li­tärs, mas­siv ein­schrän­ken. sche Schutz­macht Eu­ro­pas. Trump hat im Wahl­kampf die Na­to in­fra­ge ge­stellt. „Trump will die Al­li­ier­ten da­zu nö­ti­gen, mehr Geld für die ei­ge­ne Si­cher­heit in die Hand zu neh­men. Ame­ri­ka wird hier mas­si­ven Druck auf­bau­en“, meint da­zu Jo­sef Braml von der Deut­schen Ge­sell­schaft für Aus­wär­ti­ge Po­li­tik. Fakt ist: Die Na­to-Mit­glied­staa­ten ha­ben sich un­ter­ein­an­der zu­ge­si­chert, dass sie min­des­tens zwei Pro­zent ih­res Brut­to­in­lands­pro­duk­tes für Ver­tei­di­gungs­aus­ga­ben ver­wen­den, um die je­wei­li­gen Ar­me­en schlag­kräf­tig zu hal­ten. Tat­säch­lich blei­ben meh­re­re Na­to-Län­der seit Jah­ren un­ter die­ser Gren­ze, dar­un­ter Deutsch­land (1,19 Pro­zent 2015) und Frank­reich. Hier wird Trump Druck ma­chen. ■ Um­welt­po­li­tisch: Die USA sind nach Chi­na der größ­te Emit­tent von Kli­ma­ga­sen – und ha­ben da­mit ei­ne Schlüs­sel­rol­le beim Kli­ma­schutz. Trump setzt je­doch un­ver­hoh­len auf Koh­le, Öl und Gas – wei­ße Berg­ar­bei­ter in Wes­tVir­gi­nia ge­hö­ren zu sei­nen treu­es­ten An­hän­gern. Der künf­ti­ge US-Prä­si­dent be­zeich­ne­te den Kli­ma­wan­del als „Schwin­del“und als ei­ne Er­fin­dung der Chi­ne­sen, die da­mit die US-ame­ri­ka­ni­sche Wirt­schaft schwä­chen woll­ten. Bun­des­um­welt­mi­nis­te­rin Bar­ba­ra Hend­ricks mahn­te Trump des­halb vor der UN-Kli­ma­kon­fe­renz ab Mon­tag in Ma­rok­ko zur Ver­trags­treue beim Kli­ma­schutz. Denn Oba­ma ha­be das Pa­ri­ser Kli­ma­schutz­ab­kom­men be­reits ab­schlie­ßend un­ter­zeich­net.

Das US-BMW-Werk in Spartan­burg

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