Der Kon­trol­leur als Freund und Hel­fer

tz - - POLITIK -

Im Streit um die Frei­han­dels­ab­kom­men CE­TA und TTIP stand im­mer wie­der die Sor­ge im Mit­tel­punkt, deut­sche Stan­dards beim Ver­brau­cher­schutz stün­den auf dem Spiel. Von die­sen viel ge­rühm­ten Stan­dards kön­nen sich der­zeit die Kun­den des Volks­wa­gen-Kon­zerns über­zeu­gen, die mit ei­nem Au­to durch die Lan­de fah­ren, das mit der be­rüch­tig­ten VW-Schum­mel­soft­ware aus­ge­stat­tet ist. Sam­mel­kla­gen deut­scher Au­to­fah­rer ge­gen VW? Un­zu­läs­sig! Ein schnel­ler Rück­ruf? Ver­tagt! Und das Kraft­fahr­tbun­des­amt, das un­ter­su­chen soll, ob und wie VW und an­de­re Her­stel­ler ver­sucht ha­ben zu trick­sen? Spricht sich mit der In­dus­trie ab. Deutsch­land könn­te in die­sem Fall al­so noch viel ler­nen von den viel ge­schol­te­nen Ver­ei­nig­ten Staa­ten, in de­nen Au­to­fah­rer ei- ne fi­nan­zi­ell spür­ba­re Ent­schä­di­gung er­hal­ten und Her­stel­ler zum Han­deln ge­zwun­gen wer­den – von ei­ner kon­se­quent agie­ren­den Um­welt­be­hör­de. Im Kraft­fahr tbun­des­amt hin­ge­gen be­en­det der Di­rek­tor schon mal E-Mails mit der For­mel „Mit in­dus­triefreund­li­chen Grü­ßen“. Es wird höchs­te Zeit, die Un­ter­su­chung des Die­sel-Skan­dals dem Ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um zu ent­zie­hen. Das Um­welt­bun­des­amt wä­re bes­ser ge­eig­net – zu­mal durch die Schum­me­lei­en Um­welt­gif­te in viel zu ho­her Zahl in die Luft un­se­rer Städ­te ge­langt sind und wei­ter ge­lan­gen. Die Be­hör­den müs­sen end­lich da­mit an­fan­gen, den Ver­brau­cher und sei­ne Ge­sund­heit zu schüt­zen – und nicht die In­dus­trie! Marc Kniep­kamp

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