Das Op­fer kommt aus Ot­to­brunn

tz - - MÜNCHEN+REGION - DORITA PLANGE

Ei­ni­ge Me­ter wei­ter links – und sein Kör­per wä­re wohl nie wie­der ge­fun­den wor­den: Vier Ta­ge nach dem Fund ei­nes er­mor­de­ten Man­nes an der ös­ter­rei­chi­schen Ei­berg-Bun­des­stra­ße 173 in die Ti­ro­ler Ski­ge­bie­te (tz be­rich­te­te) steht nun sei­ne Iden­ti­tät fest: Nach In­for­ma­tio­nen des Baye­ri­schen Rund­funks han­delt sich um ei­nen 28-jäh­ri­gen Grie­chen aus Ot­to­brunn (Land­kreis München). Er wur­de of­fen­bar auf dem Park­platz er­schos­sen. Der Tat­ort liegt nur 15 Fahr­mi­nu­ten vom Grenz­über­gang Kiefersfelden ent­fernt. Die viel­be­fah­re­ne Bun­des­stra­ße führt in die Ski­ge­bie­te nach Söll, Schef­fau, Ell­mau und Kitz­bü­hel. Ein Lk­wFah­rer ent­deck­te die Lei­che Mitt­woch­früh jen­seits der Leit­plan­ke. Bäu­me hat­ten den frei­en Fall der Lei­che in die 150 Me­ter tie­fe Ei­berg­klamm auf­ge­hal­ten. Che­f­er­mitt­ler Wal­ter Pupp vom Lan­des­kri­mi­nal­amt Inns­bruck be­stä­tig­te: „Im Win­ter ist die Klamm nicht be­geh­bar. Im Früh­ling kommt das Hoch­was­ser. Un­ter die­sen Um­stän­den hät­ten wir ihn wahr­schein- lich nicht mehr ge­fun­den.“Über die Iden­ti­tät des To­ten herrsch­te ta­ge­lang Rät­sel­ra­ten: „In ganz Ös­ter­reich pass­te kein Ver­miss­ten­fall. Wir dach­ten uns schon, dass er aus Deutsch­land stam­men könn­te.“Wie er letzt­lich iden­ti­fi­ziert wur­de und wer er war – dar­über schwei­gen die Er­mitt­ler noch.

Ei­ne wich­ti­ge Rol­le könn­te ein Au­to spie­len, dass in der Nä­he ge­fun­den wur­de. Fuhr der Grie­che da­mit zu dem Park­platz? Mit wem war er dort ver­ab­re­det? Und war­um? Zu all die­sen Fra­gen hül­len sich die Er­mitt­ler der­zeit noch in Schwei- gen: „Wir wol­len nicht vor­grei­fen, denn all das ist Tä­ter­wis­sen.“

Der 28-jäh­ri­ge wur­de von meh­re­ren Schüs­sen ge­trof­fen – ei­ne Sze­na­rio, das wie ei­ne ge­plan­te und eis­kalt durch­ge­zo­ge­ne Hin­rich­tung wirkt. Das Op­fer trug auch kei­ner­lei Pa­pie­re mehr bei sich. Da­nach ver­such­ten der oder die Tä­ter, den Leich­nam über die Leit­plan­ke in die Tie­fe zu sto­ßen – was glück­li­cher­wei­se miss­lang. Über die Leit­plan­ke zu klet­tern und noch­mal nach­zu­hel­fen, wä­re le­bens­ge­fähr­lich ge­we­sen. Wei­te­re Er­mitt­lungs­er­geb­nis­se gibt es frü­hes­tens am Mon­tag.

Fo­tos: zoom-ti­rol

Tat­ort: Der Park­platz Stei­ner­ne Stie­ge. Po­li­zis­ten ber­gen die Lei­che

Der Che­f­er­mitt­ler Wal­ter Pupp

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