Rich­ter: „Er han­del­te mit Ver­nich­tungs­wil­len“

tz - - MÜNCHEN+REGION - J. HEI­NIN­GER

Micha­el P. (30), der Mör­der von Ali­ne K. (†30), muss le­bens­lang ins Ge­fäng­nis! Das Land­ge­richt München hat ges­tern in An­we­sen­heit von Ali­nes Fa­mi­lie das Ur­teil ge­spro­chen. Sei­ne Ver­tei­di­ger hat­ten auf Tot­schlag in ei­nem min­der­schwe­ren Fall plä­diert.

„Das Pro­jekt ist ge­schei­tert, ich ha­be jetzt et­was Bes­se­res“, wa­ren ih­re letz­ten Wor­te, die Ali­ne K. mit dem Le­ben be­zahl­te. Micha­el P. leg­te „aus Wut und Ver­zweif­lung“, wie Rich­ter Micha­el Höh­ne er­klär­te, sei­ne Hän­de um ih­ren Hals und drück­te mi­nu­ten­lang zu. So sehr, dass dem Wach­mann auch Ta­ge da­nach noch bei­de Dau­men und Un­ter­ar­me schmerz­ten.

Der 103 Ki­lo schwe­re P. setz­te sich in der ge­mein­sa­men Woh­nung in Neu­per­lach mit sei­nem ge­sam­ten Kör­per­ge­wicht auf sei­ne wehr­lo­se Freun­din. Zu­vor hat­te er die Ge­wiss­heit be­kom­men, dass Ali­ne ei­nen an­de­ren Mann liebt. Höh­ne: „Der An­ge­klag­te han­del­te mit ab­so­lu­tem Ver­nich­tungs­wil­len.“

Für die Straf­kam­mer ist auch des­halb das Mord­merk­mal der Heim­tü­cke er­füllt. P. trans­por­tier­te die Lei­che nach der Tat am Abend des 8. Ok­to­ber 2015 in den Münch­ner Wes­ten, leg­te sie dort in ei­ner Kel­ler­rui­ne in Loch­hau­sen ab. Erst nach wo­chen­lan­ger Su­che und ei­nem Zeu­gen­hin­weis stie­ßen die Er­mitt­ler auf das düs­te­re Gr­ab von Ali­ne K. Im Ge­richts­saal bat er die An­ge­hö­ri­gen sei­ner Ex-Freun­din um Ver­zei­hung: „Mir ist be­wusst, dass ich ei­nen Men­schen ge­tö­tet ha­be und dass ich das nicht mehr gut­ma­chen kann.“

Beim Ur­teils­spruch zeig­te Micha­el P. kei­ne Re­gung. Die Zeit in der Un­ter­su­chungs­haft hat ihn see­lisch und kör­per­lich ge­zeich­net.

F: Jantz

Micha­el P. (30) hat Ali­ne K. ( 30) er­würgt

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