Die Ge­schich­te ei­nes Pa­ti­en­ten

tz - - REPORT -

Pro­fes­sor Le­wal­ter setzt ge­ra­de ei­nen Stent ein. Wäh­rend der Be­hand­lung lie­fert ei­ne Rönt­ge­n­an­la­ge per­ma­nent Bil­der vom Her­zen. Im Pe­ter- Osyp­kaHerz­zen­trum in Thal­kir­chen steht ei­ne Spe­zi­al­tech­nik zur Ver­fü­gung, die aus den Rönt­gen­bil­dern ei­ne drei­di­men­sio - na­le Darstel­lung er­rech­net. Sie wird dem Be­hand­lungs­team auf Bild­schir­men an­ge­zeigt. Im obe­ren Be­reich stellt sich das Ge­fäß von in­nen dar, der Stent er­scheint als wei­ßes Git­ter­ge­flecht. Mit den wei­te­ren Gra­fi­ken und In­for­ma­tio - nen kann Prof. Le­wal­ter un­ter an­de­rem die ge­naue La­ge des Stents er­mit­teln. Zwei Jah­re lang schlepp­te sich Her­bert Kraatz (75) be­reits mit sei­nen Herz­be­schwer­den durch den All­tag – und zwar im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes: „Bei der kleins­ten An­stren­gung blieb mir die Luft weg, ich hat­te im­mer wie­der Schmer­zen in der Brust.“Wie et­wa 2,5 Mil­lio­nen Frau­en und 3,5 Mil­lio­nen Män­ner in Deutsch­land lei­det der pen­sio­nier­te Ma­ler­meis­ter an der so­ge­nann­ten Ko­ro­na­ren Herz­krank­heit. Da­bei ist die Sau­er­stoff­ver­sor­gung des Her­zens be­ein­träch­tigt – durch Abla­ge­run­gen, so­ge­nann­te Plaques, die die Herz­kranz­ge­fä­ße ver­en­gen. Die­se Eng­stel­len sind manch­mal nur schwer zu or­ten. „Erst bei ei­ner 90-pro­zen­ti­gen Ei­n­en­gung ist der Blut­fluss im Ru­he­zu­stand ein­ge­schränkt. Und un­ter Be­las­tung ha­ben die Pa­ti­en­ten erst ab ei­ner 75-pro­zen­ti­gen Ei­n­en­gung Sym­pto­me wie Luft­not“, er­läu­tert Pri­vat­do­zent (PD) Dr. Klaus Tie­mann, Chef­arzt im Pe­ter-Osyp­ka-Herz­zen­trum der Kli­ni­ken Dr. Mül­ler. Er konn­te die be­trof­fe­ne Stel­le mit­hil­fe ei­ner CT-An­gio­gra­fie des Her­zens er­mit­teln, ei­ner spe­zi­el­len Form der Com­pu­ter­to­mo­gra­fie. Da­bei kommt der Pa­ti­ent in die Röh­re. Rönt­gen­strah­len er­mög­li­chen Schnitt­bil­der des Her­zens. „Das Ver­fah­ren eig­net sich her­vor­ra­gend, um ei­ne ers­te Beur­tei­lung der Herz­kranz­ge­fä­ße vor­zu­neh­men – und auch da­zu, gra­vie­ren­de Eng­stel­len aus­schlie­ßen zu kön­nen. Da­durch lässt sich in vie­len Fäl­len ei­ne Herz­ka­the­ter­un­ter­su­chung ver­mei­den“, so PD Dr. Tie­mann. Bei sei­nem Pa­ti­en­ten Kraatz kris­tal­li­sier­te sich al­ler­dings ei­ne be­son­ders heik­le Eng­stel­le her­aus, das Ge­fäß war be­reits zu über 90 Pro­zent ver­schlos­sen. Ver­ur­sacht durch ei­ne so­ge­nann­te Soft-Plaque – ei­ne Früh­form, bei der sich noch kein Kalk ein­ge­la­gert hat­te. Das Tü­cki­sche dar­an: „Die Sof­tPlaque kann zu ei­nem Riss an der Ge­fäß­in­nen­haut füh­ren. Wenn sich die­ser Stel­le ein Throm­bus, prak­tisch ein Blut­pfrop­fen, bil­det, kann es zum Ge­fäß­ver­schluss und da­mit zum Herz­in­farkt kom­men“, er­klärt PD Dr. Tie­mann. Zum Glück blieb Her­bert Kraatz die­ses Schick­sal er­spart. Er be­kam im Herz­ka­the­ter­la­bor ei­nen Stent ein­ge­setzt. „Mir ging es so­fort bes­ser“, er­zählt er. „Ich ha­be mei­ne Le­bens­qua­li­tät wie­der zu­rück.“

Fo­tos: Kli­nik

Ein Stent ist ein git­ter­ar­ti­ges Röhr­chen (Kreis), das als Ge­fäß­stüt­ze dient. Da­mit lässt sich ei­ne ver­schlos­se­ne Herz­kran­zar­te­rie (ganz links) er­öff­nen und der Blut­fluss wie­der her­stel­len (links) „So schaut’s in Ih­rem Her­zen aus“: Dr. Klaus Tie­mann (ste­hend) er­klärt sei­nem Pa­ti­en­ten Her­bert Kraatz, was die Dia­gno­se­bil­der zu be­deu­ten ha­ben Der be­son­ders hel­le wei­ße Fleck zeigt ei­ne Kal­k­ein­la­ge­rung in den Herz­kranz­ge­fä­ßen tz-

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