Sex­mord an Ca­ro

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In En­din­gen ste­hen die Men­schen un­ter Schock. Nie­mand in der 9100-See­len-Ge­mein­de in Ba­den-Würt­tem­berg will glau­ben, dass die im Ort so be­lieb­te Ca­ro Gru­ber tot sein soll. Ver­ge­wal­tigt. Er­mor­det. Am ver­gan­ge­nen Sonn­tag­nach­mit­tag war die 27-Jäh­ri­ge zum Jog­gen durch die na­he lie­gen­den Wein­ber­ge auf­ge­bro­chen – und muss da­bei ih­rem Mör­der be­geg­net sein.

„Wir ha­ben ei­nen En­gel los­ge­schickt, der über dich wacht. RIP Ca­ro“ha­ben Freun­de und Be­kann­te auf ei­nen Zet­tel ge­schrie­ben und ihn ge­mein­sam mit Ker­zen und Blu­men am Markt­platz von En­din­gen auf­ge­stellt. In­zwi­schen sind vie­le Lich­ter und En­gels­fi­gu­ren hin­zu­ge­kom­men. Im Bür­ger­haus da­ne­ben prä­sen­tier­te die Po­li­zei am Frei­tag ers­te Er­mitt­lungs­er­geb­nis­se:

Ca­ro, die ei­gent­lich Ca­ro­lin heißt, brach dem­nach am Sonn­tag um 15 Uhr al­lein zum Jog­gen auf, kehr­te aber nicht zu­rück. Am Abend gab die Fa­mi­lie ei­ne Ver­miss­ten­an­zei­ge bei der Po­li­zei auf. Fünf Ta­ge such­ten Ein­satz­kräf­te nach der jun­gen Frau – ver­ge­bens. Am Mitt­woch dann ein wich­ti­ger Tipp ei­nes Zeu­gen, der Ca­ro auf ih­rer Jog­gin­grun­de an den Wein­ber­gen süd­lich von En­din­gen in Rich­tung des Nach­bar­orts Bah­lin­gen ge­se­hen hat­te. Als die Po­li­zei tags dar­auf dort mit Lei­chen­spür­hun­den such­te, wur­de der Leich­nam der 27-Jäh­ri­gen in ei­nem klei­nen Wald­stück schnell ge­fun­den. Ob er ver­steckt war, woll­te die Po­li­zei nicht mit­tei­len. Auch nicht, wie Ca­ro starb. Fest steht al­ler­dings, dass die 27-Jäh­ri­ge vor ih­rem ge­walt­sa­men Tod ver­ge­wal­tigt wur­de. DNA-Spu­ren sei­en si­cher­ge­stellt wor­den. Ei­ner der Che­f­er­mitt­ler, Richard Ker­ber sag­te: „Al­le ge­si­cher­ten Spu­ren sind be­reits beim LKA Ba­den-Würt­tem­berg. Für den Trans­port wa­ren Hub­schrau­ber im Ein­satz. Die Spu­ren­su­che am Fund­ort ist noch im Gan­ge.“Aus er­mitt­lungs­tak­ti­schen Grün­den hält die Po­li­zei der­zeit noch In­for­ma­tio­nen zum Han­dy der Jog­ge­rin zu­rück. Ca­ro hat­te es da­bei, al­ler- dings konn­te es nicht ge­or­tet wer­den. War­um nicht? Hat es ihr Mör­der aus­ge­schal­tet? In­zwi­schen wur­de ei­ne 20-köp­fi­ge Son­der­kom­mis­si­on Er­le ge­grün­det.

Sie ar­bei­tet eng mit ei­ner an­de­ren So­ko zu­sam­men. Auch dort sind die Be­am­ten mit ei­nem Sex­mord be­fasst. Die 19-jäh­ri­ge Stu­den­tin Ma­ria L. war vor knapp ei­nem Mo­nat, am 16. Ok­to­ber, im rund 30 Ki­lo­me­ter ent­fern­ten Freiburg von ei­nem noch un­be­kann­ten Tä­ter miss­braucht und ge­tö­tet wor­den. Ih­re Lei­che lag im Fluss Drei­sam, nach dem auch die zu­stän­di­ge So­ko be­nannt ist. Auch hier konn­ten männ­li­che DNA-Spu­ren si­cher­ge­stellt wer­den. Sie be­fan­den sich zu­dem auf dem Fahr­rad, mit dem die jun­ge Frau von ei­ner Stu­den­ten­par­ty nach Hau­se ra­del­te.

Die ent­setz­li­che Fra­ge lau­tet nun: Traf Ca­ro wo­mög­lich auf den Mann, der auch Ma­ria tö­te­te? Die Er­mitt­ler, die Par­al­le­len der­zeit in­ten­siv prü­fen, muss­ten am Frei­tag zu­ge­ben: Die Men­schen der Region sind ver­un­si­chert. Sie ha­ben Angst.

Fo­to: Po­li­zei

So ge­klei­det brach Ca­ro­lin Gru­ber am ver­gan­ge­nen Sonn­tag zum Jog­gen in die Wein­ber­ge auf. Dort muss sie ih­rem Mör­der be­geg­net sein

Fo­tos: dpa

Be­trof­fen­heit in En­din­gen (ganz rechts) und bei den Er­mitt­lern – hier der Lei­ten­de Ober­staats­an­walt Die­ter In­ho­fer. Die Lei­che der 27-Jäh­ri­gen wur­de am Don­ners­tag in ei­nem Wald­stück na­he der Wein­ber­ge von En­din­gen ge­fun­den (re.). Nur 30 Ki­lo­me­ter ent­fernt fiel kürz­lich eben­falls ei­ne jun­ge Frau ei­nem un­be­kann­ten Sex­tä­ter zum Op­fer

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