Ach­tung!

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Dass Deutsch­land nach den 90 Mi­nu­ten in San Ma­ri­no drei wei­te­re Punk­te auf dem Qua­li­fi­ka­ti­ons­kon­to ha­ben wür­de, war klar. Auch da­mit, dass Jo­gi Löw nun mit 95 Sie­gen (bei 142 Län­der­spie­len) al­lei­ni­ger Re­kord-Bun­des­trai­ner vor Sepp Her­ber­ger (94) ist, muss­te man vor­her rech­nen. Die of­fe­ne Fra­ge war: Ge­lingt dem DFB ein noch grö­ße­res Tor­fes­ti­val als bei der 13:0-Ga­la vor zehn Jah­ren? Die An­wort: Nein!DieMann­schaft­des30.000-See­len-Lan­des wehr­te sich tap­fer und kas­sier­te „nur“ei­ne 0:8-Plei­te. Tor­hü­ter Al­do Si­mon­ci­ni (30) kam glimpf­li­cher da­von als 2006.

RTL-Ex­per­te Jens Leh­mann warn­te vor An­pfiff nur vor ei­ner Sa­che: „Prin­zi­pi­ell muss man mit 100 oder 110 Pro­zent Ein­stel­lung in so ein Spiel ge­hen, sonst be­steht die Ge­fahr sich zu ver­let­zen, weil man nicht rich­tig in die Zwei­kämp­fe geht.“Löw lob­te da­nach: „Die Mann­schaft hat ver­sucht, To­re zu er­zie­len, das war ab­so­lut in Ord­nung. Ser­ge Gn­ab­ry hat das an­ge­deu­tet, die To­re hat er gut ge­macht. Wir woll­ten den Geg­ner viel lau­fen las­sen, dann fal­len die To­re zwangs­läu­fig.“

Dass der Bun­des­trai­ner den­noch dick ein­ge­packt und et­was grim­mig auf der Bank drein­blick­te, lag mehr am kal­ten, reg­ne­ri­schen Wet­ter na­he dem Ge­frier­punkt und nicht an der Leis­tung sei­ner Mann­schaft, in der Ben­ja

min Hen­richs als Rechts­ver­tei­di­ger und Ser­ge Gn­ab­ry auf dem lin­ken Flü­gel, ihr A-Elf-De­büt fei­er­ten. „Ich freue mich, dass ich der Mann­schaft hel­fen konn­te. Die letz­ten zwei Jah­re wa­ren sehr schwer, jetzt ha­be ich ei­nen gu­ten Lauf, ich hof­fe, es geht so wei­ter“, sag­te Drei­fach­tor­schüt­ze Gn­ab­ry.

San Ma­ri­nos Stür­mer Mat­tia Ste­fa­nel­li, der beim letz­ten Qua­li­fak­ti­ons­Spiel in Nor­we­gen noch ein sen­sa­tio­nal­les Aus­wärts­tor er­ziel­te, und sei­ne Kol­le­gen lie­fen nur hin­ter­her. Nach den bei­den frü­hen Ge­gen­tref­fern durch Sa­mi Khe­di­ra (7.) und Gn­ab­ry (9.) schwan­te ei­nem Bö­ses, mehr als Jo­nas Hec­tors (32.) zwei­tes Tor im DFB-Dress er­eig­ne­te sich in der ers­ten Halb­zeit in Serravalle aber nicht mehr – auch weil Schieds­rich­ter Ar­tyom Ku­ch­in (Ka­sachs­tan) Ma­rio Go­mez zwei Tref­fer we­gen Ab­seits ab­er­kann­te. Ei­nes zu Recht, das an­de­re zu Un­recht. Als Wie­der­gut­ma­chung über­sah Ku­ch­in Gn­ab­rys Ab­seits­stel­lung bei des­sen zwei­ten Tref­fer zum 4:0 (58.).

Die wei­te­ren Tref­fer er­ziel­ten Hec­tor (65.), Gn­ab­ry (76.), Ke­vin Vol­land (85.) und Ste­fa­nel­li per Ei­gen­tor (82.). Hec­tors Ana­ly­se: „Es war nicht ein­fach, der Platz war tief und rut­schig, da war es gut, dass wir schnell zwei To­re ge­macht ha­ben. Mit dem 8:0 kön­nen wir le­ben. Über den Dop­pel­pack freue ich mich, im Pro­fi­be­reich ist mir das noch nicht ge­lun­gen.“

Löw kann zu­frie­den sein, nach vier Spie­len führt Deutsch­land die Grup­pe C sou­ve­rän mit vol­ler Punkt­zahl und oh­ne Ge­gen­tref­fer an. Und San Ma­ri­no? Ver­lor das 135. Län­der­spiel im 139. Ver­such und steht mitt­ler­wei­le bei 599 Ge­gen­tref­fern. Der ein­zi­ge Sieg bleibt ein 1:0-Test­spie­l­er­folg 2004 ge­gen Liech­ten­stein. Ge­är­gert wer­den sich die San Ma­ri­ne­sen aber nicht ha­ben. Sie ze­le­brie­ren das Ver­lie­ren, auch ges­tern, und freu­en sich auf ih­re Rei­se am 10. Ju­ni nach Deutsch­land zum Rück­spiel. Dass sie auch da ei­ne ähn­lich ho­he Nie­der­la­ge kas­sie­ren wer­den, ist jetzt schon klar.

Fo­tos: MiS, Schatz, Reuters, Get­ty

La­chen, Jo­gi! Selbst die To­re von Sa­mi Khe­di­ra (ganz o.), Ser­ge Gn­ab­ry (li.) und Jo­nas Hec­tor (o.) konn­ten die Stim­mung des Bun­des­trai­ners nicht auf­hei­tern

Nass­kal­te Pflicht­sie­ger: Mül­ler & Co. in San Ma­ri­no

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