Jungs, lasst die Ho­sen run­ter!

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Sei­te 44 Die Pres­ti­ge-Sla­lom-Ren­nen fol­gen erst im De­zem­ber und Ja­nu­ar, aber ei­nes ist klar: Levi an die­sem Wo­che­n­en­de ist der öf­fent­li­che Schlag­ab­tausch der Stan­gen­ar­tis­ten und des­halb in­ter­es­sant für al­le Zu­schau­er und wich­tig für die Fah­rer. Al­le Süd­ame­ri­ka-Ren­nen oder Trai­nings­er­geb­nis­se zäh­len nicht mehr, die Jungs müs­sen die Ho­sen run­ter­las­sen und die Kar­ten auf den Tisch le­gen. Ne­ben Mar­cel Hir­scher, der im­mer zu den Fa­vo­ri­ten ge­hört, ha­be ich vor al­lem Fe­lix Neu­reu­ther und Al­exis Pin­tur­ault auf der Rech­nung. Der Fran­zo­se stand in Söl­den auf dem Ski wie sonst kei­ner. Wenn er die­se Rie­sen­form auch im Sla­lom hat, ist er nicht zu schla­gen und ein gro­ßer Kan­di­dat für den Ge­samt­welt­cup. Auch weil der Jun­ge ab­so­lut geil aufs Ski­fah­ren ist und fast al­le Ren­nen fährt. Fe­lix kon­zen­triert sich wei­ter­hin nur auf die Tech­nik­wett­be­wer­be, aber auch bei ihm ha­be ich bei der Be­sich­ti­gung in Söl­den das Blit­zen in den Au­gen ge­se­hen, ich glau­be, er ist rich­tig heiß aufs Ski­fah­ren. Da­mit er er­folg­reich ist, muss bei ihm nur auch die Kom­po­nen­te Ge­sund­heit pas­sen. Aber so wie es aus­sieht, läuft auch das im Mo­ment gut. Und dann ist Fe­lix al­les zu­zu­trau­en. Er ist ein Ge­fühls­fah­rer, ähn­lich wie Bo­de Mil­ler. Auch Hen­rik Kristof­fer­sen ge­hört ei­gent­lich zum Kreis der Top­fa­vo­ri­ten, aber in Levi wird er nicht ge­win­nen. Weil er nicht star­tet. Er strei­tet sich mit dem nor­we­gi­schen Ver­band, we­gen ei­nes pri­va­ten Spon­sors, den er ger­ne auf sei­nem Helm tra­gen wür­de. Der Ver­band ver­bie­tet dies, weil al­le Ath­le­ten den Ver­bands­spon­sor prä­sen­tie­ren sol­len. Sport­lich ist sein Aus­fall ei­ne Ka­ta­stro­phe, auch wenn Fe­lix da­von pro­fi­tie­ren könn­te, beim Streit kann ich bei­de Sei­ten ver­ste­hen. In­ter­es­sant ist in die­ser Hin­sicht je­den­falls, dass vie­le nor­we­gi­schen Stim­men be­rich­ten, dass Kristof­fer­sen un­nah­bar ist und sein ei­ge­nes Ding macht. Er ist nicht wirk­lich in die Mann­schaft in­te­griert.

Von Gui­do Heu­ber, Kom­men­ta­tor bei Eu­ro­spor t

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