Pro­gno­se: Edel­me­tall auf län­ge­re Sicht sta­bil

tz - - SPORT - Frie­de­ri­ke Marx

old gilt als Kris e n wäh­rung in tur­bu­len­ten Zei­ten. Die Nach­fra­ge steigt seit Jah­res­an­fang und da­mit auch der Preis. Was steckt hin­ter dem Boom?

Die Not vie­ler An­le­ger ist groß: Klas­si­sche Spar­an­la­gen wer­fen we­gen der Zins­flau­te kaum noch et­was ab, bei Staats­an­lei­hen müs­sen In­ves­to­ren zum Teil so­gar drauf­le­gen. Gold steht da­her hoch im Kurs – auch weil das Edel­me­tall als si­che­rer Ha­fen in un­ru- hi­gen Zei­ten gilt. Das In­ter­es­se der In­ves­to­ren ist so groß wie nie zu­vor, das treibt den Preis in die Hö­he.

„Der Gold­preis ist ein Fie­ber­ther­mo­me­ter und die Tem­pe­ra­tur ist der­zeit hoch“, sagt Com­merz­bank-Ex­per­te Eu­gen Wein­berg. Aus sei­ner Sicht ist das Edel­me­tall bei In­ves­to­ren der­zeit vor al­lem als si­che­rer Ha­fen be­liebt. Sor­gen um die Kon­junk­tur­ent­wick­lung Chi­nas, das Br­ex­it-Vo­tum, die Prä­si­dent­schafts­wah­len in den USA, geo­po­li­ti­sche Kri­sen­her- de wie der Na­he Os­ten oder der Kon­flikt zwi­schen Chi­na und den Phil­ip­pi­nen im süd­chi­ne­si­schen Meer sorg­ten für Un­ru­he.

Wein­berg rech­net da­mit, dass der Gold­preis lang­fris­tig wei­ter steigt. Der­zeit müs­sen Käu­fer für ei­ne Fein­un­ze (31,1 Gramm) et­wa 1340 Dol­lar hin­blät­tern. Zu Jah­res­an­fang wa­ren es noch rund 1075 Dol­lar. Selbst der sonst in den Som­mer­mo­na­ten Ju­li bis Sep­tem­ber häu­fig ein­set­zen­de Preis­rück­gang ist bis­her aus­ge- blie­ben. „Schein­bar wird Gold wei­ter­hin un­ter an­de­rem aus Si­cher­heits­as­pek­ten nach­ge­fragt“, er­läu­tert Micha­el Blu­men­roth, Gold­markt­ex­per­te der Deut­schen Bank.

Das Edel­me­tall wirft zwar kei­ne Zin­sen ab, lockt aber mit dem Ver­spre­chen von Si­cher­heit und Wert­stei­ge­rung. An­le­ger ha­ben ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten: Sie kön­nen Mün­zen und Gold­bar­ren kau­fen, aber auch Wert­pa­pie­re, die die Ent­wick­lung des Gold­prei­ses nach­bil­den, zum Bei­spiel Zer­ti­fi­ka­te.

Die Deut­sche Bör­se ber i ch­tet von boo­men­der Nach­fra­ge nach so­ge­nann­ten Xe­tra-Gold-An­lei­hen, da­bei wird für je­den An­teil­schein ein Gramm des glän­zen­den Edel­me­talls hin­ter­legt. 90,67 Ton­nen Gold la­gern in­zwi­schen in den Tre­so­ren in Frank­furt – gut 50 Pro­zent mehr als zu Jah­res­be­ginn. „Das jüngs­te Wachs­tum ist vor al­lem auf die Nach­fra­ge von in­sti­tu­tio­nel­len In­ves­to­ren wie Ver­mö­gens­ver­wal- tern und Ver­sor­gungs­wer­ken zu­rück­zu­füh­ren, aber auch von Pri­vat­an­le­gern“, sagt Stef­fen Or­ben, Ge­schäfts­füh­rer der Deut­sche Bör­se Com­mo­di­ties Gm­bH.

Welt­weit kauf­ten In­ves­to­ren nach An­ga­ben des World Gold Coun­cil (WGC) im ers­ten Halb­jahr 1064 Ton­nen des Edel­me­talls – das ent­sprach knapp der Hälf­te der glo­ba­len Nach­fra­ge. Für den Rest ste­hen Schmuck­her­stel­ler und In­dus­trie. Der Gold­mi­nen­lob­by zu­fol­ge war die Nach­fra­ge der In­ves­to­ren so­gar um 16 Pro­zent hö­her als in der ers­ten Jah­res­hälf­te 2009. Nach dem Aus­bruch der Fi­nanz­kri­se wa­ren An­le­ger scha­ren­wei­se in Gold ge­flüch­tet.

Auch die Schmuck­bran­che in Deutsch­land pro­fi­tiert nach An­ga­ben des Bun­des­ver­ban­des der Ju­we­lie­re, Schmu­ckund Uh­ren­fach­ge­schäf­te (BVJ) von der Ent­wick­lung. „Wir stel­len ak­tu­ell ei­ne stei­gen­de Nach­fra­ge nach ech­tem Gold­und Pla­tin­schmuck fest“, sagt BVJ-Ge­schäfts­füh­rer Joa­chim Dün­kel­mann. „Die Wahr­neh­mung, dass Gold ei­ne si­che­re An­la­ge ist, kann die Bran­che be­flü­geln.“

Im Auf­wind: Gold hat in den letz­ten Mo­na­ten enorm an Wert zu­ge­legt.

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