Wem ge­hört ei­gent­lich das In­ter­net?

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Gu­te Nach­rich­ten für deut­sche WhatsAp­pNut­zer: Ih­re Da­ten wer­den – zu­min­dest vor­erst – nicht mehr an Face­book wei­ter­ge­ge­ben. Da­zu er­klär­te sich Face­book, der Be­sit­zer von WhatsApp, nach Pro­tes­ten von Da­ten­schüt­zern be­reit. Aber wie kommt es über­haupt zu so ei­nem Da­ten­aus­tausch? Wem ge­hört das Netz? Wie ist der „Pla­net In­ter­net“auf­ge­teilt?

Goog­le: Heißt ei­gent­lich gar nicht mehr Goog­le, son­dern Al­pha­bet. Un­ter dem Dach die­ser Fir­ma wur­den 2015 al­le Goog­le-Ak­ti­vi­tä­ten zu­sam­men­ge­fasst, die mit dem In­ter­net zu tun ha­ben. Und das sind über 70 Di­ens­te und Pro­gram­me – al­len vor­an die Goog­le-Su­che und YouTu­be, die bei­den meist­be­such­ten Web­sites der Welt. Aber auch die Smart­pho­ne-Soft­ware An­dro­id, der Chro­me-Brow­ser oder der E-Mail-Di­enst Gmail ge­hö­ren Goog­le. Der Me­ga-Kon­zern fasst al­le Da­ten, die er da­mit über sei­ne Nut­zer sam­melt, zu Pro­fi­len zu­sam­men. Al­pha­bet-Auf­sichts­rats­chef Eric Schmidt: „Wir wis­sen mehr oder we­ni­ger, woran Sie den­ken.“Des­halb soll­ten Sie Goog­le-Di­ens­te mög­lichst oh­ne An­mel­dung ver­wen­den oder – noch bes­ser – al­ter­na­ti­ve An­ge­bo­te nut­zen. Der Um­stieg von Gmail auf ei­nen der deut­schen E-Mail-Di­ens­te pos­teo.de oder mail­box. org, die ak­tu­el­len Sie­ger bei Wa­ren­test, ist bei­spiels­wei­se leich­ter, als Sie den­ken.

Face­book: Hat mit Ins­ta­gram (2012) und WhatsApp (2014) zwei Gi­gan­ten auf­ge­kauft. Ei­ne In­ves­ti­ti­on in die Zu­kunft ist Ocu­lus, Her­stel­ler der VR-Da­ten­bril­le Rift, den Face­book 2014 über­nom­men hat. Da­mit will das Netz­werk künf­tig auch mit­hö­ren, wenn sei­ne Nut­zer in der vir­tu­el­len Welt mit­ein­an­der re- den. Was Goog­le und Face­book ge­mein­sam ha­ben: Prak­tisch al­le An­ge­bo­te sind kos­ten­los. Die Neu­gier-Rie­sen stel­len nichts her, was man an­fas­sen kann, ih­re ein­zi­ge Wa­re sind die Da­ten ih­rer Nut­zer. Das macht sie so ge­fähr­lich. Des­halb ist es um­so wich­ti­ger, dass Sie nach je­dem Face­book-Be­such nicht nur den Brow­ser oder die App schlie­ßen, son­dern sich tat­säch­lich auch ab­mel­den. Dann kann Sie Face­book nicht mehr so gut be­lau­schen.

Mi­cro­soft: Bie­tet längst mehr als Win­dows, Of­fice und Xbox-Kon­so­len. Der Kauf von No­kia (2014) gilt als Flop. Mi­cro­soft hat sich aber auch 2011 die Te­le­fon­soft­ware Sky­pe ein­ver­leibt. Und der­zeit läuft die Über­nah­me des Jo­bNetz­werks Lin­ke­dIn.

App­le: Hat kei­ne nam­haf­ten Be­tei­li­gun­gen – weil der iPho- ne-Kon­zern meist nur spe­zia­li­sier­te Fir­men für be­stimm­te Tech­no­lo­gi­en kauft. Bei­spie­le sind der ka­li­for­ni­sche Her­stel­ler der Sprach­er­ken­nung Si­ri (2010) und die is­rae­li­sche Fir­ma Linx (2014). Sie lie­fer­te die Tech­nik für die Dop­pel­ka­me­ra des iPho­ne 7 Plus. Na­tür­lich will auch App­le mög­lichst viel über sei­ne Nut­zer wis­sen. Doch sei­ne Mil­li­ar­den ver­dient App­le im Ge­gen­satz zu Goog­le und Face­book nicht mit Kun­den­da­ten, son­dern mit iPho­nes und iPads. Trotz­dem soll­ten Kun­den na­tür­lich auch hier ih­re Pri­vat­sphä­re mög­lichst gut schüt­zen und zum Bei­spiel kei­ne sen­si­blen Da­ten in die App­le-Wol­ke „iC­loud“la­den. Pass­wör­ter ha­ben im Adress­buch, das in iC­loud lan­det, nichts zu su­chen. Und Fo­tos, die nie­man­den et­was an­ge­hen, fin­den über App­les Fo­tos-Pro­gramm den Weg ins Netz. Be­hal­ten Sie sol­che Bil- der lie­ber off­line in ei­nem be­lie­bi­gen Ord­ner ir­gend­wo auf der Fest­plat­te.

Ama­zon: Auch der Ver­sandrie­se setzt nicht auf spek­ta­ku­lä­re Über­nah­men, son­dern kauft lie­ber klei­ne­re Un­ter­neh­men wie den Hör­buch­spe­zia­lis­ten Au­di­b­le (2008). Statt sich zum Bei­spiel Net­flix zu­zu­le­gen, bau­te Ama­zon mit Pri­me Vi­deo sei­nen ei­ge­nen Strea­m­ing­dienst auf.

Ebay & Co.: In­ter­net­fir­men wie Ebay, Net­flix, Pin­te­rest, Snap­chat oder das kri­seln­de Twit­ter sind im­mer noch selbst­stän­dig. Doch das kann sich än­dern. So bot Face­book be­reits drei Mil­li­ar­den Dol­lar für Snap­chat, doch Grün­der Evan Spie­gel lehnt (bis­her) ab. Und wenn der Kauf­preis für Twit­ter wei­ter sinkt, könn­te es für App­le doch noch in­ter­es­sant wer­den. Die Rie­sen sind noch längst nicht satt.

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