Ni­co hat al­les rich­tig ge­macht

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Was ein Cha­os­ren­nen in Sao Pau­lo. Fünf Sa­fe­ty- Car-Pha­sen, zwei ro­te Flag­gen und Ac­tion auf der Stre­cke. Trotz­dem stand am En­de wie­der der oben, von dem man es er­war­tet hat: Le­wis Ha­mil­ton. Im Re­gen hat Team­kol­le­ge Ni­co Ros­berg kei­ne Chan­ce ge­gen ihn, das wur­de wie­der deut­lich. Aber Ros­berg muss­te auch nur das Nö­tigs­te ma­chen. Man konn­te se­hen, dass er im­mer den Punk­te­stand im Kopf hat­te und den mög­li­chen Ti­tel­ge­winn. Er ging kei­ne Ri­si­ken ein und such­te noch nicht mal den Zwei­kampf mit Le­wis. Aber ich kann sei­ne Ein­stel­lung ver­ste­hen. Wenn man aus ei­ge­ner Kraft mit dem bes­ten Au­to den Ti­tel ein­fah­ren kann, muss man – be­son­ders bei den Be­din­gun­gen wie in Sao Pau­lo – so fah­ren. So wie Ros­berg fuhr frü­her auch ein Alain Prost. Wenn er ge­win­nen konn­te, ris­kier­te er mehr, wenn nicht, ver­such­te er die best­mög­li­che Plat­zie­rung zu si­chern. Ein drit­ter Platz reicht für Ros­berg jetzt beim fi­na­len Ren­nen in Abu Dha­bi. Wenn er mit dem Mer­ce­des kein tech­ni­sches Pro­blem hat, wird er dann Welt­meis­ter, da bin ich ab­so­lut si­cher. Das Ri­si­ko­ren­nen von Sao Pau­lo hat er mit Bra­vour ge­meis­tert. Und die Re­gen­wahr­schein­lich­keit in Abu Dha­bi ist jetzt wirk­lich auch nicht so groß. Er hät­te den Ti­tel auch ver­dient trotz des Pechs das Ha­mil­ton hat­te, mit den Hy­bri­dPro­ble­men am An­fang der Sai­son und dem Mo­tor­scha­den in Ma­lay­sia. Aber er hat­te auch mehr Feh­ler ge­macht als Ros­berg – sein Crash beim Qua­li­fy­ing in Ba­ku zum Bei­spiel oder sei­ne schlech­ten Starts bei ei­ni­gen Ren­nen wie in Mon­za oder Su­zu­ka. Le­wis war ei­nen Tick schnel­ler als Ni­co, aber Ros­berg war kon­stan­ter. Und die­se Kon­stanz könn­te für den Ti­tel in 14 Ta­gen brin­gen.

Jac­ques Vil­le­neuve, Ex-For­mel-1Welt­meis­ter

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