Is­ma­ik geht in die Of­fen­si­ve!

„Es gibt kei­ne Geld­stra­fe oder ei­nen Punkt­ab­zug“

tz - - SPORT - CLAU­DI­US MAY­ER

Die über­aus pein­li­che 2:3-Nie­der­la­ge vor ei­ner Wo­che in Sand­hau­sen ließ Ha­san Is­ma­ik über­ra­schen­der­wei­se un­kom­men­tiert ste­hen, an die­sem Wo­che­n­en­de al­ler­dings mel­de­te sich der 1860-In­ves­tor sehr wohl zu Wort. Auch oh­ne dass ein Spiel der Lö­wen statt­fand, zeig­te sich der 39-Jäh­ri­ge auf sei­ner Face­book­sei­te er­zürnt. An­lass war ein Ar­ti­kel in der SZ, in dem u.a. dar­über spe­ku­liert wur­de, was wohl auf den TSV 1860 zu­kom­men könn­te, wenn Is­ma­ik am Stich­tag 31. De­zem­ber nicht be­reit sein wür­de, Dar­le­hen an den TSV 1860 in so­ge­nann­te Ge­nuss­schei­ne um­zu­wan­deln. Vor ei­nem Jahr hat­te sich der In­ves­tor ge­wei­gert, das zu tun, wor­auf­hin die Lö­wen von der DFL ei­ne Geld­stra­fe von et­wa 750 000 Eu­ro auf­ge­brummt be­ka­men. Grund: die da­durch be­ding­te Ver­schlech­te­rung des Ei­gen­ka­pi­tals. Im Wie­der­ho­lungs­fall dro­he des­halb jetzt ein Punkt­ab­zug.

Is­ma­ik al­ler­dings trat der­lei Hor­ror­sze­na­ri­en ent­schie­den ent­ge­gen. „Ich kann euch be­ru­hi­gen“, schrieb er an die Fans. „Es wird we­der ei­ne Geld­stra­fe noch ei­nen Punkt­ab­zug ge­ben.“Er sprach auch noch von „be­wusst ge­streu­ten In­dis­kre­tio­nen, um un­se­rem Ver­ein zu scha­den“. Soll hei­ßen: Is­ma­ik wird die Dar­le­hen in Ge­nuss­schei­ne um­wan­deln.

Prä­si­dent Pe­ter Cas­sa­let­te, der Mann mit dem engs­ten Draht zum In­ves­tor, ist da­von auch „zu hun­dert Pro­zent über­zeugt“. Is­ma­ik wer­de, so der Prä­si­dent, „al­les für den Ver­ein Not­wen­di­ge tun.“Auch die Tat­sa­che, dass er im kom­men­den Jahr Ian Ay­re, der jah­re­lang für den FC Li­ver­pool ge­ar­bei­tet hat, als Haupt­ge­schäfts­füh­rer für ei- ne ver­mut­lich sehr üp­pi­ge Ga­ge an der Grün­wal­der Stra­ße in­stal­lie­ren wird, wür­de da­für spre­chen. Cas­sa­let­te: „Ha­san holt doch kei­nen hoch­ka­rä­ti­gen Ma­na­ger, scha­det aber vor­her noch dem Ver­ein. Das wür­de doch über­haupt kei­nen Sinn ma­chen.“

Dass sich Is­ma­ik zu­dem den neu­en Ka­der im ver­gan­ge­nen Som­mer und die Ver­bes­se­rung der In­fra­struk­tur ei­ni­ges hat kos­ten las­sen, spre­che eben­falls da­für. Und sei auch mit der DFL ab­ge­spro­chen ge­we­sen. DreiSpie­ler, wahr­schein­lich auch noch ein Vier­ter, ver­die­nen jähr­lich im sie­ben­stel­li­gen Be­reich, klar, dass sich der Etat des­we­gen in kur­zer Zeit ra­sant nach oben be­wegt, laut SZ von acht auf 16 Mil­lio­nen Eu­ro ver­dop­pelt hat. „Die DFL wur­de von uns stän­dig dar­über in­for­miert, was wir vor­ha­ben“, sagt Cas­sa­let­te. „Sie war je­des Mal auf dem neu­es­ten Stand.“

Der Trans­fer von Stefan Ai­g­ner soll sich des­halb so­gar et­was ver­zö­gert ha­ben, weil man we­gen der Ver­pflich­tung des ehe­ma­li­gen Frank­fur­ters noch Ab­spra­chen mit der DFL tref­fen muss­te.

Auch even­tu­el­len Neu­zu­gän­gen im Winter stün­de der In­ves­tor nicht ab­leh­nend ge­gen­über, er­klär­te Cas­sa­let­te: „Ha­san sag­te, dass wir uns mel­den sol­len, wenn wir was be­nö­ti­gen.“ Zwei Ta­ge nach sei­nem 75. Ge­burts­tag lie­ßen die Lö­wen Kars­ten Wett­berg noch ein­mal hoch­le­ben. Mit rund 80 Gäs­ten war die Sport­knei­pe „Sta­di­on an der Schleiß­hei­mer Stra­ße“am Sams­tag­abend des­halb auch rap­pel­voll. Kult­mo­de­ra­tor Achim „Sech­zig“Bog­dahn führ­te durch den lau­ni­gen Abend, an dem Wett­berg so­wie ei­ni­ge sei­ner Auf­stiegs­hel­den von 1991 – Rei­ner Mau­rer, Ro­land Kn­eißl und Horst Schmid­bau­er – An­ek­do­ten von an­no da­zu­mal zum Bes­ten ga­ben. Auf den Bild­schir­men wur­den Fo­tos und Film­sze­nen aus der al­ten Zeit ein­ge­blen­det, und Wett­berg freu­te sich sehr, in al­ten Er­in­ne­run­gen zu schwel­gen. „Das Bild mit der Un­ter­ho­se durf­te na­tür­lich auch nicht feh­len“, schmun­zel­te die Trai­ner­le­gen­de, die seit dem Auf­stieg lie­be­voll „Kö­nig von Gie­sing“ge­nannt wird. Wett­berg prä­sen­tier­te zu­sam­men mit Kn­eißl und Mau­rer noch mal den Po­kal (Foto links), den die Mann­schaft nach dem Auf­stieg auf dem Rat­haus­bal­kon über­reicht be­kom­men hat­te.

Foto: Ruiz

Mel­de­te sich per Face­book: Ha­san Is­ma­ik

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