So war der Ju­bi­lä­ums­fall

In der spricht der Re­gis­seur über sei­nen Ju­bi­lä­ums­fall

tz - - ERSTE SEITE - IN­TER­VIEW: STE­FA­NIE THYSSEN

E r hat die Sen­ta-Ber­gerRei­he Un­ter Ver­dacht ent­wi­ckelt, die Bü­cher für vie­le Tat­ort- Fol­gen ge­schrie­ben ( Im frei­en Fall,

Der oide Depp) und bei her­aus­ra­gen­den Fäl­len wie Der tie­fe Schlaf auch Re­gie ge­führt. Dass Alex­an­der Adolph den 1000. Tat­ort schrei­ben und in­sze­nie­ren durf­te, war kein Zu­fall.

Herr Adolph, fürs Ju­bi­lä­um ha­ben Ma­ria Furt­wäng­ler und Axel Mil­berg ge­mein­sa­me Sa­che ge­macht. War­um ge­ra­de die bei­den?

Alex­an­der Adolph: Das war mei­ne Wunsch­kom­bi­na­ti­on, weil die bei­den als Er­mitt­ler so über­haupt nicht zu­sam­men­pas­sen. In­wie­fern? Adolph: Die Fi­gu­ren Char­lot­te Lind­holm und Klaus Bo­row­ski kom­men von un­ter­schied­li­chen Pla­ne­ten und wer­den in un­se­rem Film durch ein Ver­häng­nis so­zu­sa­gen an­ein­an­der­ge­ket­tet. Sie müs­sen in ei­nem sehr klei­nen Raum, ei­nem Ta­xi, in ei­ner mehr als be­droh­li­chen La­ge über­le­ben.

Was ist für Sie ty­pisch Lind­holm, was ty­pisch Bo­row­ski?

Adolph: Frau Lind­holm ist ei­ne ein­sa­me Wöl­fin. Ei­ne, die al­les sel­ber macht – und das so schnell, wie es geht. Und sie hat es auch ganz ger­ne, wenn sie den Leu­ten sa­gen kann, was ge­macht wer­den muss. Bo­row­ski ist auch ein Chef, der ger­ne de­le­giert, aber er hat ei­ne an­de­re Form von Fleiß. Er lässt es auch mal ge­müt­li­cher an­ge­hen. Gleich­wohl ist auch er da­von über­zeugt, dass im Zwei­fel er der­je­ni­ge ist, der am bes­ten weiß, wie et­was zu ma­chen ist. Al­lein durch die Tat­sa­che, dass wir hier zwei Er­mitt­ler ha­ben, die es ge­wöhnt sind – je­der auf sei­ne Art – „an­zu­schaf­fen“, ist Är­ger pro­gram­miert.

Axel Mil­berg und Ma­ria Furt­wäng­ler sind be­freun­det. Ist das beim Dre­hen von Vor­teil?

Adolph: Von Vor­teil ist vor al­lem, dass die bei­den noch kei­nen Tat­ort mit­ein­an­der ge­dreht ha­ben. Sie müs­sen sich am Set neu er­kun­den, das ist im­mer gut. Und weil bei­de Voll­blut­schau­spie­ler sind, ist es in den Hin­ter­grund ge­tre­ten, dass sie sich pri­vat sehr gut ken­nen.

In dem Film gibt es ei­ni­ge Gast­auf­trit­te von „Tat­ort“-Stars. Muss­ten Sie da Über­zeu­gungs­ar­beit leis­ten oder ha­ben die sich ge­freut?

Adolph: Über­zeu­gungs­ar­beit nicht wirk­lich. Ob sie sich ge­freut ha­ben? Das müss­ten Sie die Schau­spie­ler fra­gen. Ich kann es nur ver­mu­ten, dass es zwei­er­lei Ge­fühl her­vor­ruft, wenn man in ein Fern­seh­for­mat kommt, mit dem man ab­ge­schlos­sen hat­te. Es ist nicht so, dass man da so ein­fach hin­geht und ruft: Was für ei­ne Freu­de! Da­für hängt zu viel vom ei­ge­nen Le­ben und der ei­ge­nen Kar­rie­re in die­ser Er­fah­rung mit drin. In­so­fern glau­be ich, dass es für al­le vier et­was Be­son­de­res war, in der Ju­bi­lä­ums­fol­ge mit­zu­spie­len. Das, glau­be ich je­den­falls, ha­be ich als Re­gis­seur bei den Dreh­ar­bei­ten ge­spürt. Er sieht so harm­los aus – aber wenn Flo­ri­an Bar­tho­lo­mäi spielt, kann er sich in die düs­ters­ten Ge­stal­ten ver­wan­deln, die man sich in sei­nen schlimms­ten Alb­träu­men aus­malt. Und: Der 29-Jäh­ri­ge ist der häu­figs­te Mör­der in der Tat­ort- Ge­schich­te! In sechs Fol­gen war er der Tä­ter, sie­ben Lei­chen gin­gen auf sein Kon­to – die (vor­erst) letz­te kam ges­tern hin­zu.

Fo­tos: ARD, dpa, Ull­stein (3)

Mach­ten erst­mals ge­mein­sa­me „Tat­ort“-Sa­che: Ma­ria Furt­wäng­ler und Axel Mil­berg

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