Ei­ne gu­te Wahl!

Der tz-Kommentar: St­ein­mei­er wird Prä­si­dent­schafts­kan­di­dat von Uni­on und SPD

tz - - POLITIK -

Frank-Wal­ter St­ein­mei­er ist der rich­ti­ge Bun­des­prä­si­dent für die­se auf­ge­heiz­ten Trump- und Br­ex­it-Zei­ten. Sei­ne sach­li­che, aus­glei­chen­de Art, ge­paart mit glas­kla­ren de­mo­kra­ti­schen und an­ti­na­tio­na­lis­ti­schen Wer­ten, bie­tet das rich­ti­ge Ge­gen­gift, da­mit Po­le­mi­ker und Ex­tre­mis­ten nicht noch mehr Ober­was­ser be­kom­men. In­so­fern war es eh­ren­wert von An­ge­la Mer­kel und Horst See­ho­fer, dass sie ih­ren Wi­der­stand ge­gen St­ein­mei­er auf­ge­ge­ben ha­ben. Ob­wohl sie da­mit Sig­mar Ga­b­ri­el ei­nen Tri­umph be­scher­ten – die deut­lich grö­ße­re Uni­ons-Frak­ti­on hat es nicht ge­schafft, ei­nen Kan­di­da­ten vom Ka­li­ber des SPD-Manns St­ein­mei­er zu fin­den … Die Um­die-Ecke-Den­ke­rin Mer­kel mag auf den ers­ten Blick wie ei­ne Ver­lie­re­rin da­ste­hen – auf lan­ge Sicht war die St­ein­mei­er-Kür aber vi­el­leicht so- gar ein klu­ger Schach­zug. Denn die Bot­schaft des Kan­di­da­ten St­ein­mei­er ist ja auch: Rot-Ro­tG­rün klappt nicht – die kön­nen sich ja noch nicht ein­mal auf ei­nen ge­mein­sa­men Prä­si­dent­schafts­kan­di­da­ten ei­ni­gen, ge­schwei­ge denn auf die kom­ple­xen Her­aus­for­de­run­gen ei­nes Ko­ali­ti­ons­ver­tra­ges. We­gen des Wi­der­stands von See­ho­fer ge­gen ei­nen Kan­di­da­ten, der als Tür­öff­ner für Schwarz-Grün nach der Bun­des­tags­wahl ge­wirkt hät­te, blieb Mer­kel nur die­ses Si­gnal für die Gro­ße Ko­ali­ti­on. Al­so GroKo für al­le Ewig­keit? Das Vor­bild Ös­ter­reich, wo die FPÖ durch die Dau­er­ko­ali­ti­on von SPÖ und ÖVP im­mer mäch­ti­ger wur­de, soll­te See­ho­fer nach­denk­lich ma­chen: Die schwarz-grü­ne Krö­te kommt si­cher wie­der auf sei­nen Tisch!

Klaus Rimpel

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